- 17.02.2015, 09:59:05
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Diethard Leopolds Anmaßungen sind eine Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus
Die Republik Österreich sollte sich aus der Leopold-Umklammerung endlich befreien
Utl.: Die Republik Österreich sollte sich aus der
Leopold-Umklammerung endlich befreien =
Wien (OTS) - In einem Interview mit der Tageszeitung "Kurier" vom 14.
Jänner 2015, gab Diethard Leopold wieder einmal Einblick in seine
absonderliche Gedankenwelt. Dem Leopold Museum geht angeblich das
Geld aus, dennoch soll durch Übernahme von Leihgegenständen (und
damit verbundener Kosten) der Betrieb ausgeweitet werden. Die
Rückgabe von Raubkunst sei unzeitgemäß, ein - offenbar aus
Bundesmitteln zu finanzierender - Fonds soll es ermöglichen, dass
Täter- und Opferseite miteinander klar kommen. Ein Schelm wer da
denkt, dass die Sammlung Leopold II durch Verleihung an das Museum
"ins Trockene gebracht" werden soll und lästige Opfer durch
Bundesmittel abgefunden werden sollen. Von der Wertsteigerung, die
die Leihgegenstände durch die Ausstellung im Leopold Museum erfahren
werden, profitiert nach Beendigung der Leihe ausschließlich die
Familie Leopold.
Die Familie Leopold hat sich immer vehement gegen die Restitution von
während der Nazi-Zeit geraubten Kunstwerken gestellt. Diese Tradition
führt Diethard Leopold fort. Zu behaupten, dass es 70 Jahre nach Ende
des NS-Regimes besser wäre von einer Naturalrestitution abzusehen,
ist eine Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus. Diethard
Leopold gibt vor zu wissen was gerecht ist und wie man "fair" mit den
beraubten ehemaligen Eigentümern bzw. deren Nachkommen verhandelt.
Er liegt aber falsch! Es ist nicht fair, dass quasi staatliche
Einheiten wie das Leopold Museum Vergleiche erzwingen wollen. Fair
ist es, wie es das Kunstrückgabegesetz für staatliche Einheiten
vorsieht, geraubte Kunst zurückzustellen. Es genügt daher durchaus,
wenn sich Leopold nicht die Verantwortung für die Geschichte
Österreichs (Originalton Leopold) aufbürdet, sondern Verantwortung
für den Bestand der eigenen Sammlung übernehmen würde.
Im Januar dieses Jahres wurde 70 Jahre nach der Befreiung Auschwitz
in ganz Österreich und weltweit, im Rahmen von unzähligen
Veranstaltungen, der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Nach
Terroranschlägen in Frankreich, Belgien und Dänemark fürchten viele
Juden in Europa wieder einmal um ihre Sicherheit. Gleichzeitig ist
ein Ansteigen des Antisemitismus zu beobachten - so kam am Sonntag
die Meldung, dass hunderte Gräber auf einem jüdischen Friedhof im
Elsass geschändet worden waren. Angesichts dieser Entwicklungen sind
Aussagen von Diethard Leopold, wie etwa dass man 70 Jahre nach dem
Nationalsozialismus geraubtes Gut nicht mehr zurückgeben muss, ein
Skandal.
Die Herren Nödl und Leopold werden ihre Tätigkeit heuer beenden und
dies wäre ein gute Gelegenheit das Leopold Museum in seiner jetzigen
Form aufzulösen. Die Sammlung mit Bildern von Klimt, Schiele etc.
könnte dann dem Belvedere übergeben und die weiteren Bestände
entsprechenden anderen Museen überlassen werden.
Erika Jakubovits
Exekutiv Direktor des Präsidiums
Israelitische Kultusgemeinde Wien
Oskar Deutsch
Präsident
Israelitische Kultusgemeinde Wien/Israelitische Religionsgesellschaft
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