• 16.02.2015, 13:21:21
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Im Leopoldmuseum werden zweckgewidmete Gelder zur Abdeckung von Schulden verwendet?

Zinggl zu Aussagen von Diethard Leopold im Kurier: "Was geht im Leopoldmuseum ab?"

Utl.: Zinggl zu Aussagen von Diethard Leopold im Kurier: "Was geht
im Leopoldmuseum ab?" =

Wien (OTS) - Eigentlich wäre ja die Unveräußerlichkeit der Sammlung
in der Stiftungsurkunde §2 (1) geregelt: "Die Stiftung hat den Zweck,
die vom Stifter gegründete Sammlung auf Dauer zu erhalten". Deshalb
waren die Grünen immer skeptisch, was den Verkauf von Schiele-Werken
aus der Sammlung betrifft. Noch im Juli 2014 hat der Kultursprecher
der Grünen, Wolfgang Zinggl, an den zuständigen Minister Ostermayer
als übergeordneten Subventionsgeber die Frage gerichtet: "In welcher
Weise lässt sich die häufig wiederholte Argumentation des Leopold
Museums, man könne aufgrund der Unteilbarkeit der Sammlung keine
Kunstwerke zurückgeben, mit der Praxis vereinbaren,
Schiele-Zeichnungen aus der Sammlung zu veräußern, und damit einen
Vergleich betreffend ein Schiele-Gemälde zu finanzieren?"

Die Problematik war Zinggl erstmals im Juni 2011 aufgefallen. In
einer Parlamentarischen Anfrage "betreffend Ausverkauf im Leopold
Museum" überlegt Zinggl: "Wenn der gesamte Versteigerungserlös zur
Abfindung von Rechtsnachfolgern der NS-Opfern dienen soll, bleibt die
Frage offen, warum Bilder mit bedenklicher Provenienz im Museum
verbleiben, während zentrale Werke aus der Sammlung offensichtlich
entbehrlich sind. Auf die Bundesmuseen umgelegt: Dürfte das
Kunsthistorische Museum Brueghels Bauernhochzeit verkaufen, um die
Rückgabe wertvoller Gemälde zu vermeiden?"

Diethard Leopold hat immer angekündigt, die Erlöse aus der
Versteigerung des Bildes Häuser mit bunter Wäsche/Vorstadt II
ausschließlich für Vergleichs- und Abschlagszahlungen gegenüber den
rechtmäßigen Eigentümern entzogener Kunstwerke zu verwenden. Zinggl
dazu 2011: "Zum einen wird die Gebarung des Museums diesbezüglich
nicht kontrolliert, und zum anderen könne niemand vorhersagen, wie
hoch die Erlöse aus der Versteigerung des Werkes tatsächlich sein
würden." Und Zinggl fragte die damalige Ministerin Claudia Schmied:
"Auf welche Weise stellen Sie sicher, dass die Stiftung Leopold
Erlöse aus der Versteigerung von Egon Schieles Gemälde Häuser mit
bunter Wäsche/Vorstadt II ausschließlich zum Zwecke von Abschlags-
oder Entschädigungszahlungen an die rechtmäßigen Eigentümer
entzogener Kunstwerke einsetzt? Wie werden Sie agieren, sollte der
Stiftung Leopold nach einer allfälligen Einigung mit allen
verbliebenen Anspruchsberechtigten noch große finanzielle Mittel aus
der Versteigerung von 'Häuser mit bunter Wäsche/ Vorstadt II'
bleiben?"

2012 wurde bekannt, dass die Leopold-Privatstiftung zur Finanzierung
von Vergleichen weitere Werke verkaufen wird. Zum Vergleichen von
Werken? Es gäbe, tröstete die Stiftung, eine Zweckbindung, das Geld
nur für Restitutionen zu verwenden. Dafür wurde sogar das
Ausfuhrverbot für die Bilder aufgehoben.
Nun aber hat, laut Diethard Leopold, die Stiftung zweckgebundene
Gelder doch dazu verwendet, um Fehlbeträge in der Bilanz zu
korrigieren. Wir "haben Schulden bei uns selbst" sagt Leopold im
Interview am 15. Februar 2015 im Kurier: "Es blieb ein Betrag übrig.
Und diesen haben wir einstweilen verwendet".

Einstweilen? Jetzt stellt Zinggl andere Fragen: "Wie hoch sind diese
Schulden? Welcher Rückzahlungsplan liegt den Schulden zugrunde und
wie können sie zurückgezahlt werden, ohne die SteuerzahlerInnen zu
belasten? Wer hat das Recht, Kredite zu vergeben, die durch nichts
gedeckt sind als durch die Hoffnung auf eine Erhöhung der staatlichen
Subvention? Das Burgtheater lässt grüßen."

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | FMB

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