Neues Volksblatt: "Genau schauen" (von Christian Haubner)

Ausgabe vom 16. Februar 2015

Linz (OTS) - Der islamistische Terror hat zugeschlagen. Schon wieder. Rund sechs Wochen nach den Anschlägen in Paris nun in Kopenhagen. Jetzt müsse man aber endlich etwas tun gegen religiös motivierten Terrorismus. Wie auch nach den Anschlägen in Frankreich werden auch nun wieder Forderungen wie diese laut.
Genau hier liegt aber die Crux: In der jetzigen Situation ist es gar nicht mehr so einfach, das Problem rasch zu lösen. Denn man hat offenbar in ganz Europa viel zu lange zugeschaut, oder besser gesagt nicht zugeschaut. Denn bei genauer Analyse wird klar, dass in der Vergangenheit viele offenbar gar nicht so genau wissen wollten, was sich da möglicherweise im Verborgenen formiert. In Paris etwa haben schon seit Jahren in regelmäßigen Abständen in den Vororten Autos gebrannt. Extremistische Ausschreitungen gegen jüdische Einrichtungen sind auch in Deutschland immer wieder passiert. In vielen Ländern Europas haben sich Experten zufolge regelrechte Parallelgesellschaften entwickelt. Das Thema ernsthaft - und somit abseits des politischen Populismus - aufgegriffen hat niemand. Man will schließlich verständlicherweise nicht in die Nähe der Religions-oder Ausländerfeindlichkeit kommen. Die Gründe, warum sich Menschen radikalisieren lassen, sind vielfältig. Eine kurzfristige Lösung des Problems wird es nicht geben. Man muss gerade deshalb jetzt beginnen, genau zu schauen.

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