• 13.02.2015, 08:00:02
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Pfotenhilfe informiert: Hundeerziehung, aber richtig

Hunden lernen nur solange sie noch Welpen sind - ein Vorurteil

Utl.: Hunden lernen nur solange sie noch Welpen sind - ein Vorurteil =

Wien/Lochen am See (OTS) - Wir haben sie alle schon einmal gehört -
Aussagen wie "Mein Hund ist schon ausgewachsen, der lässt sich nicht
mehr erziehen" oder "Mein Hund ist schon alt und kann sich schlecht
umstellen". Die Annahme, dass Hunde nur im Welpenalter lernen, ist
offensichtlich weit verbreitet, aber stimmt das auch? Die Pfotenhilfe
hat sich diesem Thema angenommen und informiert über richtige
Hundeerziehung.

Es ist schon richtig, dass Hunde in ihrer Sozialisierungsphase, die
in etwa von der vierten bis zur sechzehnten Lebenswoche andauert,
besonders leicht lernen, denn in dieser Zeit entwickelt sich das
Gehirn des Hundes. In diesem Zeitraum sind die Hunde noch geschützt
in der Gruppe und wer ihnen in dieser Zeit begegnet und keinen
schlechten Eindruck hinterlässt, wird auch später vom Vierbeiner als
Freund bzw. Sozialpartner akzeptiert. "Genau aus diesem Grund ist es
sehr sinnvoll, dass Hunde bereits als Welpen viele positive
Erfahrungen mit anderen Hunden, aber auch Menschen und Katzen
sammeln", erklärt Sascha Sautner, Sprecher der Pfotenhilfe. Auch die
unterschiedlichsten Alltagsgeräusche, wie Staubsauger, Küchengeräte
oder das Vorbeifahren von Fahrrädern oder Autos sollten die Tiere in
dieser Phase kennenlernen, denn das erleichtert den späteren
gemeinsamen Alltag wesentlich.

Ab der neunten Lebenswoche beginnt in der Regel bei Hunden eine erste
Phase der Unsicherheit, in der es sinnvoll ist, dass der Welpe durch
Mutter und Geschwister Sicherheit erfährt. Das ist auch einer der
Gründe, weshalb Hunde frühestens ab der zehnten Lebenswoche von ihrer
Mutter und dem bisherigen Umfeld getrennt werden sollten, um in ein
neues Zuhause zu übersiedeln.

Am wichtigsten ist, dass der Welpe lernt, der Umwelt und seiner
Bezugsperson zu vertrauen. Kann er die Eindrücke gut verarbeiten und
vertraut er seinem Halter, wird er sich später in unangenehmen
Situationen gelassener zeigen. "Macht ein junger Welpe jedoch in
dieser Zeit schlechte Erfahrungen, wird er später in ähnlichen
Situationen auch unsicher reagieren", so Sautner. Auch das Fehlen von
Erfahrungen wirkt sich auf die Entwicklung von Hunden negativ aus,
weil dann die nötigen Nervenzellenverbindungen zu wenig genutzt
wurden und der Hund im Erwachsenenalter nur eine bestimmte Zahl von
Reizen verarbeiten kann. Kennt er also beispielsweise nur die Wiese
vor dem Haus, wird er sich später schwer tun, wenn er in einer
Großstadt plötzlich mit Passanten, Autos und zahlreichen Hunden
konfrontiert wird. Wichtig ist, den Welpen zu fördern, aber nicht zu
überfordern.

Die weit verbreitete Annahme, dass Hunde nur im Welpenalter lernen,
ist laut den Heimtierexperten der Pfotenhilfe ein Irrglaube. "Hunde
lernen ihr gesamtes Leben lang. Ein Hund, der in der
Sozialisationsphase isoliert aufgewachsen ist oder schlimme
Erfahrungen machen musste, kann selbst dies bis zu einem gewissen
Grad nachholen", erklärt Sautner. So können auch solche Hunde
behutsam später an verschiedene Menschen und Hunde herangeführt
werden, solange man sie nicht mit zu vielen neuen Erfahrungen auf
einmal überfordert. Hunde, die in ihrer Sozialisationsphase nicht gut
an die Umwelt herangeführt wurden und später durch die falsche
Haltung wichtige Dinge wie das Alleinbleiben, das Gehen an der Leine
oder das Autofahren nicht gelernt haben, holen dies mit etwas Geduld
problemlos nach. "Ich bin selbst Halter eines Hundes, der aus einer
Tötungsstation gerettet werden konnte. Zu Beginn war es sehr
schwierig mit der zweijährigen Hundedame und es hat eine Weile
gedauert, bis sie Vertrauen gefasst hat. Nach einigen Wochen
intensiver Zuwendung und ein wenig gemeinsamen Trainings hat sich
mein Hund zu einem folgsamen und entspannten Begleiter entwickelt",
erklärt der Tierschützer.

Auch Traumata überwinden Hunde erstaunlich gut. "Bei der Pfotenhilfe
in Lochen bekommen wir häufig Hunde, die Furchtbares erlebt haben.
Viele von ihnen wurden geschlagen oder eingesperrt und es ist
faszinierend, wie diese Hunde bereits nach einigen Tagen oder Wochen
auftauen und Vertrauen zu unseren engagierten Tierpflegern fassen",
fügt Sautner abschließend hinzu. Was der Schlüssel hierzu ist? Viel
Geduld, Ruhe und natürlich Vertrauen.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PFH

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