• 11.02.2015, 21:05:55
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TIROLER TAGESZEITUNG: Leitartikel vom 12. Februar 2015 von Wolfgang Sablatnig - Im Interesse der Maturanten

Innsbruck (OTS) - Utl:Während der Vorbereitung auf die erste
Zentralmatura tauchen immer neue Pannen auf. Ministerin
Heinisch-Hosek muss erheben, wo noch Fallen lauern. Und vor dem
nächsten Durchlauf ist eine schonungslose Manöverkritik nötig.

Für Gabriele Heinisch-Hosek läuft es gar nicht, seit sie
Unterrichtsminis█terin geworden ist. Die Meldungen über Unklarheiten
und Pannen bei der neuen Zentralmatura fügen sich in eine ganze Reihe
von Zwischenfällen, die der Ministerin zu schaffen machen.
Wichtiger als das politische Geschick der Ministerin sind derzeit
aber die 20.000 Maturantinnen und Maturanten, die heuer die Schule
abschließen wollen. Als ob die Reifeprüfung nicht Aufregung genug
wäre, müssen sie ständig von neuen Problemen lesen. Da waren
grundsätzliche Fragezeichen hinter der Zentralmatura, die von vielen
Lehrern als Nivellierung nach unten abgelehnt wurde (und wird). Da
war der missglückte Probelauf im Vorjahr, als die Pakete mit den
Prüfungsfragen leere Blätter enthielten. Da waren die Vorwürfe der
Schülervertretung, dass Vorbereitungsstunden eingespart würden. Da
waren die Ergebnisse der Probeschularbeit im Dezember, die in vielen
Klassen sehr ernüchternd ausgefallen sind. Da sind Klagen über ein
aufgeblasenes Bewertungssystem, das noch dazu zwischen den
Gegenständen und am Übergang zu den Universitäten Brüche aufweise.
Die Betroffenen sind vor diesem Hintergrund nicht zu beneiden. "Mit
einem richtig guten Gefühl kann keiner mehr in die Matura
hineingehen", sagte Bundesschulsprecher Lukas Faymann. Das Vertrauen
gehe "gegen null", meinte der grüne Bildungssprecher Harald Walser.
Beiden kann nur schwer widersprochen werden. Es gehört zum Job von
Schüler- und Lehrervertretern sowie der Opposition, vor Fehlern zu
warnen. Jetzt, wenige Monate vor dem Tag X, müssen sich aber alle auf
die Interessen der Maturantinnen und Maturanten konzentrieren.
Ministerin Heinisch-Hosek muss erheben, wo noch Fallen lauern
könnten. Grundlegende Änderungen sind jetzt nicht mehr möglich, das
darf aber keine Entschuldigung dafür sein, bei Bedarf nicht rasch und
unbürokratisch für Abhilfe zu sorgen.
Die eigentliche Arbeit wartet aber danach auf Ministerin
Heinisch-Hosek. Die Pannen müssen schonungslos aufgearbeitet werden.
Alle Benotungs- und Bewertungssysteme müsse vorbehaltlos überprüft
werden. Und es müssen alle Beteiligten - Schüler, Lehrer, Eltern -
noch einmal umfassend informiert werden.
Heuer kann sich Heinisch-Hosek noch darauf berufen, die
Vorbereitungen für die Zentralmatura von ihrer Vorgängerin geerbt zu
haben. Nächstes Jahr gehört ihr die Verantwortung ganz allein.

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