• 06.02.2015, 10:08:59
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BIO AUSTRIA fordert strenge Schutzbestimmungen im TTIP ein

Brandaktuelle Studie des CIEL: mehr umwelt- und gesundheitsgefährliche Pestizide durch TTIP.

Utl.: Brandaktuelle Studie des CIEL: mehr umwelt- und
gesundheitsgefährliche Pestizide durch TTIP. =

Wien (OTS) - Anlässlich der derzeit in Brüssel stattfindenden achten
Verhandlungsrunde zum Freihandelsabkommen TTIP bestärkt BIO AUSTRIA
Obmann Rudolf Vierbauch die Anliegen der Biobäuerinnen und Biobauern:
"Es besteht die Gefahr, dass die strengen europäischen Bestimmungen
z.B. für Konsumentenschutz, Gentechnik und Umweltschutz, aufgeweicht
werden. Eine neue Studie kommt etwa zu dem Schluss, dass das TTIP
mehr umwelt- und gesundheitsgefährliche Pestizide für die EU bedeuten
könnte. Freihandel darf nicht auf Kosten des Gemeinwohls gehen. Wir
fordern daher strenge Schutzbestimmungen auf Basis des in Europa
geltenden Vorsorgeprinzips in allfälligen Freihandelsabkommen zu
verankern."

Eine im Jänner 2015 veröffentlichte Studie des Center for
International Environmental Law (CIEL)* zeigt, dass durch das TTIP
negative Auswirkungen auf den Schutz vor umwelt- und
gesundheitsschädlichen Pestiziden möglich sind. Die Studie analysiert
die Vorschläge der Pestizid-Lobbygruppen CropLife America und
European Crop Protection Association (ECPA). Es bestehe das Risiko,
dass im Zuge der Angleichung und gegenseitigen Anerkennung von
Vorschriften diese auf dem jeweils niedrigeren Niveau festgelegt
werden. Dies drohe den EU-rechtlichen Schutz vor krebserregenden und
anderen besonders gefährlichen Pestiziden massiv zu schwächen. In
Europa gilt ein vorsorgebasierter Ansatz für die Zulassung von
Pestiziden, den die USA nicht anwenden. So gibt es laut Studie 82
Pestizide, die in der EU verboten, in den USA jedoch zugelassen sind
- darunter krebserregende und das Hormonsystem schädigende Stoffe.
Außerdem gelten in den USA für viele Lebensmittel deutlich höhere
Grenzwerte für Pestizidrückstände als in der EU. Der Import solcher
Produkte könnte laut Studie eine Folge sein. Dies ist aus Gründen des
Konsumentenschutzes abzulehnen.

"Unsere Biobäuerinnen und Biobauern wären von Lockerungen beim Schutz
vor gefährlichen Pestiziden nicht nur gesundheitlich, sondern auch
wirtschaftlich enorm betroffen. Ein Mehr an Umweltbelastung erschwert
die Produktion hochwertiger Bio-Lebensmittel. Die Rahmengesetzgebung
für Umwelt- und Gesundheitsschutz in Europa darf deshalb nicht
untergraben werden. Daher müssen sehr hohe Schutzstandards als
Handelsnorm verankert werden. Nur so kann ein Mehrwert für die
Gesellschaft erreicht werden. Außerdem muss endlich volle Transparenz
über die Verhandlungen hergestellt werden", fordert Rudolf Vierbauch.

* "Lowest Common Denominator - How the proposed EU-US trade deal
threatens to lower standards of protection from toxic pesticides"
http://ciel.org/Publications/LCD_TTIP_Jan2015.pdf

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