Elektrohandel - Krejcik: "Umsatzentwicklung sehr gut, Ertragslage jedoch nicht befriedigend"

Steuern und Abgaben - Elektrohandelsobmann fordert Gleichbehandlung ausländischer Anbieter, die Waren nach Österreich liefern, mit heimischen Betrieben

Wien (OTS/PWK083) - "Zumindest in Sachen Umsatz konnte der österreichische Elektrohandel 2014 an das außerordentlich gute Jahr 2013 anschließen", zieht Wolfgang Krejcik, Obmann des Bundesgremiums des Elektro- und Einrichtungsfachhandels in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Bilanz über das abgelaufene Jahr. Der Elektrohandelsumsatz stieg 2014 um 2% auf 4,6 Milliarden Euro. "Damit wurde ein umsatzmäßig hoch gestecktes Ziel einmal mehr erreicht", so der Branchensprecher.

Der Hauptanteil am Umsatz entfiel auch im vergangenen Jahr mit 850 Millionen Euro auf große Haushaltsgeräte: "Bei den Waschautomaten, Wäschetrocknern, Geschirrspülern, Kühlgeräten sowie Herden waren nach wie vor die Themen 'Energiesparen' und 'Steigerung des Bedienkomforts' im Mittelpunkt des Kundeninteresses", weiß Krejcik nicht nur aus der eigenen Elektrohandels-Praxis.

Bei den kleinen Haushaltsgeräten und Produkten für die Körperpflege gab es eine solide Umsatzsteigerung mit 7% auf 430 Millionen Euro zu verzeichnen: Beliebt waren in diesem Segment nach wie vor besonders Kaffeemaschinen und Mundhygienegeräte. "Darüber hinaus gab es erstaunlicherweise auch eine bemerkenswerte Nachfrage bei Staubsaugern: Davon wurden mehr als 600.000 Stück verkauft, der Umsatz damit belief sich auf 100 Millionen Euro", führt Krejcik aus.

Weitere wichtige Umsatzträger stellen natürlich die Bereiche IT mit 1 Umsatz-Milliarde und Telekommunikation (1,1 Milliarde Euro) dar, wobei der Absatz von Handys einmal mehr gestiegen ist und bei mittlerweile mehr als 3 Millionen Stück jährlich liegt.

Weiter ungebrochen ist auch die Nachfrage nach TV-Geräten: Bei fast 1 Million verkauften Exemplaren entfallen auf diesen Bereich rund 500 Millionen Euro des Elektrohandelsumsatzes. Dabei hat sich der Trend zu großformatigen Bildgrößen mit einer durchschnittlichen Bildgröße von 50 Zoll (= 127 cm) Bilddiagonale deutlich verstärkt. "Allerdings ist hier in den nächsten Wochen mit deutlichen Preissteigerungen zu rechnen, da Hersteller aus Asien durch die geänderte Währungsparität Euro zu US-Dollar wohl gezwungen sein werden, ihre Abgabepreise zu erhöhen", so Krejcik.

"Während wir also unsere Umsatzziele erreicht oder sogar übertroffen haben, darf nicht verschwiegen werden, dass sich die Ertragslage nicht befriedigend entwickelt hat", weiß Krejcik ebenfalls zu berichten: "Der österreichische Elektrohandel steht voll im internationalen Wettbewerb, etwa mit europäischen Versandfirmen. Diese müssen sich ja nicht an die vielen strengen Gesetze, Vorschriften und Auflagen halten, wie sie für Unternehmen in Österreich gelten. Das geht zu Lasten der heimischen Betriebe und schwächt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht nur unserer Branche." Daher plädiert Krejcik dafür, "dass Steuern- und Abgabenvorschriften endlich auch für ausländische Unternehmen, die Waren nach Österreich liefern, gelten sollen. Darüber hinaus muss die Einhaltung überwacht und Verstöße müssen auch sanktioniert werden!" (JR)

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