Safe & Sober – Alkohol‐Wegfahrsperren für Europas Kampf gegen alkoholisierte Fahrer

Internationale Experten diskutierten in Wien den Einsatz von Alkohol-Wegfahrsperren zur nachhaltigen Reduktion von Alkoholunfällen.

Wien (OTS) - Im Rahmen der Kampagne "Safe & Sober" des European Transport Safety Council (ETSC) fand in Wien eine internationale Tagung zum Einsatz von Alkoholwegfahrsperren für alkoholauffällige Lenker statt, bei der Experten aus jenen Ländern aus der Praxis berichteten, in denen die Alkohol-Wegfahrsperre erfolgreich eingesetzt wird. "In den vergangenen Jahrzehnten wurde viel zur Reduktion der Zahl alkoholauffälliger Lenker unternommen. Neben einer kontinuierlichen Bewusstseinsbildung und einer hohen Kontrolldichte bieten heute Technologien wie die Alkohol-Wegfahrsperre die Möglichkeit, potenzielle Alko-Lenker daran zu hindern, ein Fahrzeug in Betrieb zu nehmen", so Eva-Maria Eichinger-Vill, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit). Für Verkehrsminister Alois Stöger ist die Alkohol-Wegfahrsperre eine wichtige sicherheits-und gesellschaftspolitische Maßnahme. "Wir wissen, dass in Österreich viel zu viele Menschen ein Problem mit ihrem Alkoholkonsum haben. Alkohol-Wegfahrsperren sind ein Weg, sie nicht vom Arbeits- und Gesellschaftsleben auszuschließen und die drohende soziale Abwärtsspirale zu vermeiden."

Ergebnis für die Verkehrssicherheit
Das wichtigste Erfolgskriterium bezüglich gesetzter Maßnahmen im Kampf gegen Alkohol am Steuer ist die Rückfallquote. "Eine kürzlich veröffentlichte Studie über das Rehabilitationsprogramm in Finnland hat aufgezeigt, dass die Rückfallrate bei Einsatz von Alkohol-Wegfahrsperren 6 Prozent beträgt, bei Lenkern, deren Führerschein lediglich entzogen wurde, liegt sie bei 30 Prozent", erklärt Antonio Avenoso, Executive Director, European Transport Safety Council (ETSC). "Es gibt also keinen Grund, dieses wirkungsvolle Programm nicht auf ganz Europa auszudehnen", so Avenoso.

Führerscheinentzug verhindert keine Schwarzfahrten
Jedes Jahr wird in Österreich rund 26.000 Personen der Führerschein wegen Alkohol am Steuer entzogen. Für einige kein Hindernis, weiterzufahren: "Untersuchungen zeigen, dass trotz aller Kontroll-und Strafmaßnahmen die Dunkelziffer der Wiederholungstäter und Schwarzfahrer hoch ist. Mehr als ein Viertel - rund 7.000 - der Lenker mit Führerscheinentzug fährt auch ohne Führerschein weiter, rund 4.000 Personen setzen sich dabei auch wieder alkoholisiert hinters Steuer", so Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit).

Unschuldige Opfer
Die besondere Tragik von Alkoholfahrten ist, dass häufig unschuldige Personen Opfer von alkoholisierten Lenkern werden. Viele der bei Alkoholunfällen Getöteten waren selbst nicht alkoholisiert. "Die Gesellschaft ist vor Alko-Lenkern nicht ausreichend geschützt, da im Schnitt jeder getötete Alkolenker einen Unschuldigen mit in den Tod nimmt. Alkohol-Wegfahrsperren können Leben retten!", so Thann.

Die Alkohol-Wegfahrsperre international
Der Einsatz von Alkohol-Wegfahrsperren für alkoholauffällige Lenker ist in 7 europäischen Ländern bereits gesetzlich verankert: Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien Niederlande und Schweden. Bereits 1986 startete in den USA der Einsatz von Alkohol-Wegfahrsperren, heute haben alle 50 Bundesstaaten diese gesetzlich verankert, ebenso gibt es in Australien für alle Staaten eine gesetzliche Regelung, 11 von 13 Provinzen in Kanada setzen Alkohol-Wegfahrsperren in Rehabilitationsprogrammen ein.

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Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Mag.a Andrea Heigl, Pressesprecherin
Telefon: +43 (0) 1 711 6265-8014
E-Mail: Andrea.Heigl@bmvit.gv.at

Pressestelle KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit):
Tel.: 05-77077-1919, E-Mail: pr@kfv.at, www.kfv.at

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