Schwächephase der österreichischen Wirtschaft dauerte im IV. Quartal 2014 an

Wien (OTS) - Gemäß der aktuellen Schnellschätzung des WIFO stagnierte die heimische Wirtschaftsleistung im IV. Quartal 2014. Die träge Entwicklung der Vorquartale (I. und II. Quartal +0,1%, Stagnation im III. Quartal 2014) setzte sich damit zu Jahresende fort. Im Vorjahresvergleich sank die gesamtwirtschaftliche Produktion im IV. Quartal um 0,1%. Für das Jahr 2014 ergibt sich insgesamt ein Wirtschaftswachstum von 0,3%. Die anhaltende Investitionszurückhaltung der Unternehmen, eine schwache Konsumnachfrage der privaten Haushalte sowie eine insgesamt träge Entwicklung im Außenhandel dämpfen weiterhin das Ergebnis.

Die österreichische Wirtschaftsleistung stagnierte gemäß der WIFO-Schnellschätzung im IV. Quartal 2014 gegenüber dem Vorquartal, gegenüber dem Vorjahr war ein Rückgang von 0,1% zu verzeichnen. Für das gesamte Jahr 2014 ergibt sich ein Wirtschaftswachstum von 0,3% (nach +0,2% im Jahr 2013).

Abbildung 1: Entwicklung des realen Bruttoinlandsproduktes - auf der WIFO-Website (http://www.wifo.ac.at/wwa/pubid/50932)

Das Ergebnis im IV. Quartal 2014 ist gekennzeichnet durch eine weiterhin schwache Binnennachfrage und das Fehlen außenwirtschaftlicher Impulse. Der Konsum der privaten Haushalte wuchs im IV. Quartal 2014 lediglich gegenüber dem Vorquartal real um nur 0,1%, jener der öffentlichen Haushalte um 0,2%. Nach einem Anstieg im I. Quartal 2014 schwächten sich die Anlageinvestitionen im weiteren Jahresverlauf merklich ab. Im IV. Quartal verringerten sie sich gegenüber der Vorperiode real um 0,9%. Die Investitionsschwäche betrifft sowohl die Ausrüstungsinvestitionen (etwa Maschinen, Geräte oder Fahrzeuge) als auch die Bauinvestitionen.

Konnte die heimische Exportwirtschaft im 1. Halbjahr 2014 noch einen positiven Beitrag zum geringen Wirtschaftswachstum leisten, so verlor sie im weiteren Jahresverlauf erheblich an Dynamik. Im IV. Quartal 2014 sanken die Exporte i. w. S. gegenüber der Vorperiode nach vorläufigen Berechnungen real um 1,0%; die Importe i. w. S. schrumpften mit -0,3% nicht so stark.

Übersicht 1: WIFO-Schnellschätzung zur vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/wwa/pubid/50932)

Für die heimische Warenproduktion ergibt die Schnellschätzung für das IV. Quartal 2014 einen Rückgang gegenüber der Vorperiode um real 0,2%. Weiterhin ungünstig entwickelte sich auch die Bauproduktion (IV. Quartal real 0,6% gegenüber dem III. Quartal 2014). Gestützt wurde die Entwicklung durch die Wertschöpfung der marktnahen Dienstleistungen Beherbergung und Gastronomie (+0,4%), Wohnungswesen (+0,5%) und sonstige Unternehmensdienstleistungen (+0,9%). Dämpfend wirkt das Ergebnis im Bereich Handel, Kfz (-0,3%), Verkehr (-0,2%) sowie Information und Kommunikation (-2,0%).

Datenhinweis

Das WIFO verwendet in der Beschreibung und Darstellung der Ergebnisse zur vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung immer die Trend-Konjunktur-Komponente, da diese eine bessere Einschätzung der aktuellen Konjunkturlage ermöglicht. Diese wurde bis zur Umstellung auf das ESVG-2010-Konzept in den WIFO-Publikationen als "saison- und arbeitstagsbereinigt" ausgewiesen und so auch Eurostat zur Verfügung gestellt. Seit der Umstellung auf das ESVG 2010 im Herbst 2014 liefert das WIFO nicht mehr diese Trend-Konjunktur-Komponente an Eurostat, sondern nur mehr die ausschließlich um Saison- und Arbeitstagseffekte bereinigten Datenreihen. Diese Daten enthalten aber auch irreguläre Schwankungen, die rezente Konjunkturinformationen verdecken können.

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Rückfragen bitte am Freitag, dem 30. Jänner 2015, zwischen 9 und 14 Uhr an Jürgen Bierbaumer-Polly, MA, Tel. (1) 798 26 01/239, Juergen.Bierbaumer-Polly@wifo.ac.at oder Dr. Marcus Scheiblecker, Tel. (1) 798 26 01/245, Marcus.Scheiblecker@wifo.ac.at

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