• 29.01.2015, 10:49:02
  • /
  • OTS0084 OTW0084

Betroffene entsetzt: Kardinal Groër ist noch immer Hofrat und Träger des Goldenen NÖ Ehrenzeichens

LH Pröll hält an Auszeichnung für Pädo-Kardinal fest

Utl.: LH Pröll hält an Auszeichnung für Pädo-Kardinal fest =

St. Pölten, Wullersdorf, Wien, (OTS) -

Der verstorbene Kardinal Hans Hermann Groër ist nicht nur Hofrat,
sondern ihm wurde vom Land Niederösterreich im Jahr 1988 auch das
"Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland" verliehen.
Daneben ist Groër auch "Ehrenbürger" der Gemeinde Wullersdorf. Nun
fordert die Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt die Aberkennung
dieser Ehrentitel. "Groër ist der vielfachen sexuellen Misshandlung
von Buben beschuldigt und hat sich einer gerichtlichen Klärung durch
Rückzug in ein Frauenkloster entzogen", erklärt Sepp Rothwangl von
der Plattform. "Bisher haben wir LH Pröll und den Bürgermeister von
Wullersdorf mehrfach vergebens aufgefordert, ein Zeichen gegen
sexuellen und Macht-Missbrauch zu setzen und dem Kardinal posthum das
Ehrenzeichen zu entziehen. Vom Bundespräsidenten verlangen wir die
posthume Aberkennung des Hofrats-Titels". In der Begründung für die
ursprüngliche Titelverleihung heißt es: "Auf seine Initiative geht
auch das Aufbaugymnasium der Erzdiözese Wien in Hollabrunn zurück,
das er von 1974 bis 1986 als Direktor leitete." - "Es entspricht
einer Billigung seiner Verbrechen und Verhöhnung der Opfer, dass
jener Ort, an dem er Kinder sexuell und seelisch misshandelte, lobend
hervorgehoben wird", empört sich Rothwangl weiter. Doch der ehrenden
Titel ist noch lang kein Ende: Wegen seiner Verdienste um die
Seelsorge im Weinviertel wurde er 1960 zum "Erzbischöflichen
Konsistorialrat" und 1962 zum "Monsignore" ernannt. 1973 erhielt er
den Berufstitel "Oberstudienrat", 1985 wurde er vom
Bildungsministerium zum "Hofrat" gemacht. Der päpstliche Titel
"Monsignore" wurde dem Modernisierer Helmut Schüller aberkannt, der
pädokriminelle Groër darf ihn hingegen behalten. "Hier entlarvt sich
der völlige Werte- und Moralverlust der Kirche", sagt Rothwangl.
"Solange dieser kardinale Fall von Missbrauch und Vertuschung nicht
aufgeklärt ist, gibt es keine ernstzunehmende Aufarbeitung in
Österreich"

Klasnic Kommission vertuscht
Auch die Klasnic-Kommission nimmt Rothwangl in die Kritik: "Die dem
Kardinal Schönborn unterstellte Klasnic Kommission hat durch die
Verschleierung von Fakten und die Geheimhaltung von Daten verhindert,
dass das ganze Ausmaß der Groërschen Verbrechen ans Tageslicht
kommt." Die Klasnic-Kommission habe die Vernetzung der Betroffenen
verhindert und halte Beweismittel zurück, indem sie diese nicht an
die Staatsanwaltschaft sondern an die Bischofskonferenz übermittelt,
womit eine historische Aufarbeitung und juristische Verfolgung
endgültig verunmöglicht wird.

Die Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt fordert daher:
1. Errichtung eines Mahnmals gegen die kirchlichen
Missbrauchsverbrechen genau vor dem Stephansdom
2. Beweissicherung und historische Aufarbeitung im Fall Groër.

www.betroffen.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PUR

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel