GPA-djp-Gotthartsleitner: Rahmenbedingungen für neue Schul-Pflichtpraktika entschärft

Nebenjobs von HAS- und HAK-SchülerInnen müssen angerechnet werden, Appell an Arbeitgeber, nach KV zu entlohnen

Wien (OTS) - "Mit dem aktuellen Schuljahr 2014/15 wurden für die Lehrpläne an Handelsschulen, Handelsakademien und deren Aufbaulehrgänge Pflichtpraktika von vier beziehungsweise acht Wochen eingeführt, was uns naturgemäß nicht freut. Weil auch die ursprünglich geplante Umsetzung nicht unseren Vorstellungen entsprochen hat, haben wir gemeinsam mit der Arbeiterkammer Änderungen gefordert und einen sogenannten Durchführungserlass initiiert, in dem alle unsere Anliegen und Forderungen nach langen Verhandlungen durchgesetzt werden - es ist uns gelungen, die Rahmenbedingungen zu gestalten", berichtet Helmut Gotthartsleitner, Bundesjugendsekretär der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp).++++
Jetzt sei klargestellt, dass diese Pflichtpraktika in Form von Arbeitsverhältnissen stattfinden müssen, womit auch das Recht auf die entsprechende kollektivvertragliche Entlohnung im Gesetz verankert ist, so Gotthartsleitner weiter: "Das ist nichts anderes als der gesetzliche Aufruf an die Arbeitgeber, sich an die Spielregeln zu halten und die betroffenen SchülerInnen fair zu entlohnen. An die Schulen ergeht der Aufruf, die SchülerInnen unter Einbindung der Interessenvertretungen der ArbeitnehmerInnen auf die Arbeitswelt vorzubereiten: der Durchführungserlass hält fest, dass die Pflichtpraktika in mehreren Unterrichtsgegenständen vor- und nachzubereiten und dass die SchülerInnen über ihre Rechte und Pflichten zu informieren sind."
Begrüßenswert sei weiters auch, dass endlich die Realität der SchülerInnen anerkannt wird, indem Nebenjobs wie zum Beispiel im Handel oder im Büro auf das Praktikum angerechnet werden müssen. Die GPA-djp-Jugend sieht diese Einführung der Pflichtpraktika vor allem wegen der fehlenden Praktikumsplätze und wegen der Erfahrungen mit uneinsichtigen Arbeitgebern skeptisch, so Gotthartsleitner abschließend: "Trotzdem ist der vom Bildungsministerium veröffentlichte Erlass ein Zeichen der Stärke der Gewerkschaft und dafür, dass wir uns im Interesse der betroffenen SchülerInnen einbringen. Unsere gewerkschaftliche Arbeit für eine faire - und vor allem gesetzeskonforme - Entlohnung junger ArbeitnehmerInnen bleibt auf unserer Agenda ganz oben!"

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