- 23.01.2015, 10:06:15
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Gesundheitsberufe: Patienten in den Fokus stellen
Gesundheitseinrichtungen vernetzen - Kooperation zum Wohl der Patienten
Utl.: Gesundheitseinrichtungen vernetzen - Kooperation zum Wohl der
Patienten =
Wien (OTS) - Die Ressourcen im Gesundheitswesen sind knapp, das
Verteilungsproblem wird auf Patienten und Gesundheitsberufe
abgewälzt, erklärte Ulrich H. J. Körtner, Institut für Ethik und
Recht in der Medizin der Universität Wien, im Rahmen des fünften
Tages der Gesundheitsberufe am Donnerstag in Wien. Einerseits würden
Defizite der Krankenkassen diskutiert, andererseits auch fehlende
Reformen. "Demographischer Wandel und medizinische Fortschritte
stellen uns alle vor die Frage, welche Versorgung überhaupt noch
leistbar ist", hielt Körtner fest. Der Zwang zur Ökonomisierung
widerspreche jedoch ethischen Gesichtspunkten und der Forderung nach
einer patientenzentrierten Medizin.
Stärkung von Hausarzt und Kooperation der Gesundheitsberufe
Gerade diese patientenorientierte Medizin reklamierte Franz Bittner,
Patientenombudsmann der Ärztekammer für Wien. Dazu müsse auch der
Hausarzt als erste Anlaufstelle für Patienten aufgewertet werden;
auch eine bessere Vernetzung der Gesundheitseinrichtungen mahnte
Bittner ein. Kooperation sei ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit
von Gesundheitsberufen, ergänzte Marion Hackl, Präsidentin von
Ergotherapie Austria und amtierende Vorsitzende der
Gesundheitsberufe-Konferenz (GBK). "Interdisziplinäre Zusammenarbeit
ist nicht zuletzt notwendig, um die Patientensicherheit und die
Qualität der Behandlung sicherzustellen", so Hackl. Schließlich sei
Patientensicherheit auch ein Qualitätsmerkmal für gute medizinische
Versorgung, sagte Brigitte Ettl-Karl, Obfrau der Plattform
Patientensicherheit. Empfehlungen zur Verbesserung der
Patientensicherheit gebe es bereits seitens des Europarates und der
WHO, bekräftigte Maria Kletecka-Pulker, Geschäftsführerin der
Plattform Patientensicherheit. Sie gab allerdings zu bedenken, dass
eine zunehmende Verrechtlichung und Reglementierung die Qualität der
Versorgung beeinträchtigen könne.
Defizite bei Kinder- und Jugendpsychiatrie
Wie wichtig es ist, Patienten und ihre Angehörigen ernst zu nehmen
und über einen längeren Zeitraum zu betreuen, führte Charlotte Hartl
aus, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Obfrau der
Fachgruppe Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK). "Kinder als biopsychosoziale Wesen sind
Umwelteinflüssen ausgesetzt, sie müssen in relativ kurzer Zeit eine
große Anzahl an Entwicklungsaufgaben bewältigen. Derzeit gibt es rund
258.000 Kinder und Jugendliche in Österreich, die eine kinder- und
jugendpsychiatrische Behandlung benötigen", erklärte Hartl. Eltern
müssten sich im Dschungel der derzeit vorhandenen Angebote erst
zurechtfinden, zusätzlich müssten diese deutlich ausgeweitet werden.
"Es muss unser Ziel sein, seelische Erkrankungen rechtzeitig zu
erkennen und zu behandeln. Nur so können wir chronische Krankheiten
und stationäre Aufenthalte verhindern", betonte die Expertin.
Weitere Vorträge beschäftigten sich mit Pflegequalität und der
Qualität der Behandlung, wobei sich die Vortragenden darin einig
waren, dass die Patienten als mündige Bürger nach der
Behandlungsqualität befragt werden und mitbestimmen sollten. Wie
interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Praxis funktionieren kann,
demonstrierten Rolf Jens, Sozialmedizinisches Nachbarschaftszentrum
Unterpenzing (SMUP), und Christine Völk, Volkshilfe Steyr.
Förderpreis vergeben
Wie jedes Jahr vergab die Gesundheitsberufe-Konferenz auch wieder
einen Förderpreis für innovative Projekte, die den Fokus auf
interdisziplinäre Zusammenarbeit legten. Sieger wurde das Projekt
"Voneinander lernen im interprofessionellen Team", das am
Multiple-Sklerose-Tageszentrum in Wien ins Leben gerufen wurde.
Herzstück ist die Vernetzung der Gesundheitsberufe untereinander
sowie mit den Studierenden, im Fokus steht dabei immer das Wohl das
Patienten. Silber holte das Projekt "Schmerzmanagement in einem
geriatrischen Krankenhaus", durchgeführt im Haus der Barmherzigkeit
in Wien. Dabei wurde ein Leitfaden entwickelt, der vor allem Menschen
berücksichtigt, die kognitiv nicht mehr in der Lage sind, Schmerzen
zu artikulieren. Auf dem dritten Platz landete schließlich das
Salzburger Projekt "MOSES - Modulares Schulungsprogramm Epilepsie",
das sowohl Erkrankten als auch Angehörigen Wissen über die Krankheit
vermitteln und sie so zu Expertinnen und Experten im Umgang mit der
Erkrankung machen will.
http://www.gesundheitsberufekonferenz.at
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