- 21.01.2015, 12:42:18
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MAK-Jahrespressekonferenz/Programmpräsentation 2015: VERANTWORTUNG GESTALTEN

Wien (OTS) - Wie wollen wir in Zukunft leben? Wie definieren wir
Glück? Wie können wir unsere Welt verbessern? Das sind die
Leitthemen, denen sich das MAK im Jahr 2015 widmet. Vor dem
Hintergrund des dramatischen Klimawandels und einer zutiefst
ungleichen Verteilung von Wachstum und Wohlstand sieht Christoph
Thun-Hohenstein, Direktor des MAK, das Museum gefordert, mit den
Mitteln der angewandten und der bildenden Kunst Antworten auf
drängende Fragen der Gegenwart zu finden. Zu den Highlights des
Jahresprogramms 2015, das das MAK noch nachhaltiger als eines der
weltweit führenden Museen für positive Veränderungen unserer
Lebensweisen positioniert und das bei der Jahrespressekonferenz des
MAK am 21. Januar 2015 präsentiert wurde, zählen unter anderem die
Präsentation von EOOS, einem der unter dem Vorzeichen positiven
Wandels spannendsten Designbüros der Welt, und herausragende
Ausstellungen im Rahmen der von mehreren Institutionen gemeinsam
organisierten VIENNA BIENNALE 2015: IDEAS FOR CHANGE. Dem bedeutenden
Thema Glück widmet sich die Präsentation von Stefan Sagmeisters "The
Happy Show", während die große Personale "JOSEF FRANK. Against
Design" die Durchleuchtung der Wiener Moderne und die Erarbeitung
ihrer aktuellen Relevanz fortsetzt.
"Design und andere Kreativsparten sind gefordert, die Menschen
durch Kreativität und Innovation nachhaltig für verantwortungsvolles
Handeln zu gewinnen. Wahrnehmung von Verantwortung funktioniert dann
am besten, wenn sie Freude und Spaß macht. Das Museum ist ein ideales
Labor für die Erörterung und Gestaltung von Werkzeugen und Prozessen
zur Verbesserung der Welt. In einer Zeit, die immer mehr von
Egoismus, Rücksichtslosigkeit und Gier getrieben ist, brauchen die
Menschen vor allem eines: positive Orientierung. Ähnlich wie in der
Wiener Moderne die Suche nach dem neuen Menschen im Vordergrund
stand, geht es heute - in der Digitalen Moderne - um neue, globale
Bürger und Bürgerinnen: Menschen, die lokal verortet sind, aber mit
globalem Horizont verantwortungsvoll handeln", so Christoph
Thun-Hohenstein.
Das Potenzial zu positiver Veränderung, oder zu einem Wechsel der
Perspektive, steckt in jedem Projekt. Mit seinem auf Reduktion
fokussierenden, zwischen Archaik und Hightech verorteten
Entwurfspathos hat sich EOOS als eines der international
erfolgreichsten Designstudios etabliert. Anlässlich seines
20-jährigen Bestehens zeigt das MAK unter dem Titel "EOOS" (MAK
DESIGN LABOR, 28. Januar - 17. Mai 2015) die erste große Werkschau
des gleichnamigen österreichischen Studios und gibt Einblick in
dessen poetisch-analytischen Entwurfsprozess. Das von EOOS im Jahr
2014 gestaltete MAK DESIGN LABOR bildet dabei den Rahmen für einen
Ausstellungsparcours mit Interventionen in allen Laborbereichen, die
das vielschichtige Schaffen der Studiogründer Martin Bergmann, Gernot
Bohmann und Harald Gruendl veranschaulichen.
Veränderung, "Change", ist nur gemeinsam möglich. Umso mehr freut
sich Christoph Thun-Hohenstein, dass die von ihm initiierte VIENNA
BIENNALE, die als erste ihrer Art weltweit zeitgenössische bildende
Kunst mit Design und Architektur verbindet, 2015 vom MAK in
Partnerschaft mit der Universität für angewandte Kunst Wien, der
Kunsthalle Wien, dem Architekturzentrum Wien sowie departure, dem
Kreativzentrum der Wirtschaftsagentur Wien, und mit Unterstützung des
AIT Austrian Institute of Technology als außeruniversitärer
Forschungspartner durchgeführt wird (www.viennabiennale.org). Im
Rahmen der ersten, dem Thema IDEAS FOR CHANGE gewidmeten Ausgabe der
VIENNA BIENNALE (11. Juni - 4. Oktober 2015) zeigt das MAK vier
Großprojekte:
"Mapping Bucharest: Art, Memory, and Revolution 1916-2016"
(KuratorInnen: Peter Weibel, Vorstand, ZKM | Zentrum für Kunst und
Medientechnologie Karlsruhe; Ordentlicher Professor, Universität für
angewandte Kunst Wien, und Bärbel Vischer, Kustodin MAK-Sammlung
Gegenwartskunst) beleuchtet die zeitgenössische Szene Bukarests und
Rumäniens vor dem Hintergrund des Dadaismus, des Surrealismus, des
Theaters des Absurden und aktueller avantgardistischer Bewegungen in
Kunst, Design und Architektur. Auch die ausgezeichneten Beiträge des
Ideenwettbewerbs "Create Your Bucharest" werden in einer eigenen
Sektion der Ausstellung präsentiert. "Mapping Bucharest" und "Create
Your Bucharest" werden vom MAK mit wesentlicher finanzieller
Unterstützung von OMV und OMV Petrom realisiert.
Die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Thema Urbanität
treibt die vom Museum of Modern Art (MoMA), New York, in
Zusammenarbeit mit dem MAK realisierte Ausstellung "Uneven Growth:
Tactical Urbanisms for Expanding Megacities" voran. Die gezeigten
Szenarien wurden von sechs Teams von ExpertInnen und PraktikerInnen
in Workshops entwickelt, in denen neue architektonische Möglichkeiten
für sechs globale Metropolen getestet wurden (Kurator: Pedro Gadanho,
Kurator für zeitgenössische Architektur, MoMA).
Im Kontext der Stadt als Labor für zukunftsfähige Lebensstile
werden im Rahmen von "2051: Smart Life in the City" (Kuratoren:
Harald Gruendl, Co-Partner, EOOS, Institutsvorstand IDRV - Institute
of Design Research Vienna, und Thomas Geisler, Kustode MAK-Sammlung
Design) eine Ausstellung im MAK sowie Teststationen, sogenannte
"Demonstratoren", in der Stadt und Workshops zu Projekten, die ein
neues Designverständnis repräsentieren, entwickelt. Das Projekt
untersucht drängende Designaufgaben: Wie verändern Klimawandel,
Begrenztheit von Ressourcen und demografischer Wandel unsere
Zivilisation? Welchen Einfluss nehmen technologische und soziale
Innovationen? "2051: Smart Life in the City" wird vom MAK gemeinsam
mit departure, dem Kreativzentrum der Wirtschaftsagentur Wien,
organisiert.
Maria Lind, Direktorin der Tensta Konsthall in Stockholm,
kuratiert für die VIENNA BIENNALE ein Projekt, bestehend aus drei
Teilen: einer groß angelegten Gruppenausstellung im MAK, einer
Einzelausstellung in der Kunsthalle Wien (MuseumsQuartier) und einem
Special Report. Diskursive Veranstaltungen, darunter das MAK NITE Lab
"A New Enlightenment? The First Public Deliberation", die bereits im
Jahr 2014 stattgefunden hat, führen in das Gesamtprojekt ein.
Der von Thun-Hohenstein zusätzlich initiierte VIENNA BIENNALE
CIRCLE - bestehend aus in dieser Stadt lebenden eminenten
Persönlichkeiten - sorgt für die Rückbindung der Biennale an Wien und
stellt sicher, dass sämtliche Projekte interdisziplinär durchleuchtet
und verklammert werden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden in
einer zusätzlichen Ausstellung aufbereitet.
Laufender Dialog mit der Avantgarde
Mit dem Ziel, auf Basis der Tradition des Hauses neue Perspektiven
zu schaffen, setzt sich das MAK konsequent mit der aktuellen
Avantgarde in Kunst, Design und Architektur auseinander. Amie Siegel
beleuchtet in ihrer mehrteiligen Arbeit "Provenance"
(MAK-Schausammlung Gegenwartskunst, 22. April - 31. Mai 2015) die
Soziologie modernistischen Designs am Beispiel der Möbel, die Pierre
Jeanneret für die Gebäude von Le Corbusier in Chandigarh, Indien,
entwarf. Die Filminstallation zeichnet die Reise der Möbel in
umgekehrter Reihenfolge nach, von Privatwohnungen über Auktionen,
Lagerhäuser, Restaurierung und Schiffstransport bis hin zu ihrem
Ursprungsort.
In einer gemeinsamen Ausstellung des MAK und der Universität für
angewandte Kunst Wien transformiert Alfredo Barsuglia mit seiner
raumgreifenden Installation "Cabinet" (MAK GALERIE, 4. März - 10. Mai
2015) die MAK GALERIE in eine komplexe Abfolge vermeintlich privater
Wohnräume, die im titelgebenden "Cabinet" kulminieren. "Cabinet" ist
die achte Ausstellung im Rahmen der Reihe ANGEWANDTE KUNST. HEUTE,
einer Kooperation von MAK und Universität für angewandte Kunst Wien,
die eine Plattform für zeitgenössische Formen der angewandten Kunst
schaffen soll.
Die audiovisuelle Avantgarde holt das MAK mit der bereits
bewährten Kooperation mit sound:frame ins Museum. sound:frame, das
Wiener "festival for audiovisual expressions", legt 2015 seinen Fokus
auf die audiovisuelle und interdisziplinäre LIVE Performance. An
sechs Spieltagen wird ein internationales Programm mit Live-Shows,
performativen Vermittlungskonzepten, Talkformaten und
Laborsituationen präsentiert.
Herausragende zeitgenössische Positionen von internationalem
Autorenschmuck, einer Kunstform für Menschen sui generi, die im
Dialog mit den TrägerInnen zusätzliche Ausdrucksdimensionen gewinnt,
zeigt die bereits im Januar eröffnete Ausstellung "SCHMUCK 1970-2015:
SAMMLUNG BOLLMANN. FRITZ MAIERHOFER - Retrospektive"
(MAK-Ausstellungshalle, 14. Januar - 29. März 2015). Die Schau
gewährt erstmals einen tiefen Einblick in die mehr als 1.000 Objekte
zählende Schmucksammlung des österreichischen Ehepaars Bollmann und
präsentiert das Oeuvre des international anerkannten österreichischen
Schmuckkünstlers Fritz Maierhofer.
Spielraum für avantgardistische Experimente und
Versuchsanordnungen der zeitgenössischen Szene bietet das MAK NITE
Lab. Ausgehend von einem prozesshaften Kunstbegriff versteht sich die
etablierte Veranstaltungsreihe, die an ausgewählten Dienstagabenden
bei freiem Eintritt stattfindet, als Plattform für vielfältige
subjektive Ausdeutungen von Kunstproduktion und deren Wahrnehmung.
Performative Kunstformen, Film/Video und Installation stehen dabei im
Vordergrund.
"Change"-Faktor Glück
Glück als nicht unwesentlicher Faktor für positive Veränderung ist
das Thema der umfassenden, vom Institute of Contemporary Art,
University of Pennsylvania in Kooperation mit dem MAK organisierten
und von der Erste Bank im Rahmen des MehrWERT Sponsoring Programmes
unterstützten Ausstellung "STEFAN SAGMEISTER.The Happy Show" (MAK,
28. Oktober 2015 - 28. März 2016). In "The Happy Show" teilt Stefan
Sagmeister, der "Großmeister des Grafikdesigns", seine
Glückserfahrungen, die er durch Meditation, Sport und Aufputschmittel
gemacht hat. Er fragt nach dem Glück und bietet an, durch interaktive
und multimediale Unterstützung, auch das eigene Glücksgefühl zu
steigern.
Auch der MAK-Kunstblättersaal widmet sich mit "CHRISTOPH NIEMANN.
Unterm Strich" (1. Juli - 11. Oktober 2015) und der schon zur
Tradition gewordenen Präsentation des Wettbewerbs "100 BESTE PLAKATE
14. Deutschland Österreich Schweiz" (4. November 2015 - 10. Januar
2016) herausragenden Positionen aus dem Bereich Grafikdesign.
Einen fulminanten Schlusspunkt des Jahres 2015 setzt die große
Personale "JOSEF FRANK. Against Design" (MAK-Ausstellungshalle, 16.
Dezember 2015 - 27. März 2016). Einmal mehr macht sich das MAK auf
die Spuren der Wiener Moderne, die mit ihrer ungebrochenen Aktualität
gerade auch zum Thema "Change" inspiriert und fasziniert. Die
Ausstellung zeigt Hauptwerke des 1885 in Baden bei Wien geborenen und
1967 in Stockholm verstorbenen Josef Frank, der zu den bedeutendsten
österreichischen ArchitektInnen und angewandten KünstlerInnen des 20.
Jahrhunderts gehört. Mit seinen hervorragenden Entwürfen für
Textilien und Möbel zählt Frank zu den GestalterInnen der Moderne,
denen das internationale Design bis heute wichtige Impulse verdankt.
MAK-Exposituren
In seiner vierten Auflage präsentiert der MAK DESIGN SALON, der
seit 2013 mit Unterstützung des DOROTHEUM stattfindet, das für seinen
spekulativen Designansatz bekannte Londoner Designduo Dunne & Raby.
Mit "The School of Constructed Realities" (12. Juni - 4. Oktober
2015) reagiert Dunne & Raby auf das historische Ambiente des 1808
erbauten großbürgerlichen Geymüllerschlössels. Die digitale
Revolution ist Anlass für die DesignerInnen, diesen Ort, geprägt vom
Geiste einer frühen Industriegesellschaft, wieder aufzugreifen und
neu zu interpretieren.
Im Josef Hoffmann Museum, Brtnice, einer gemeinsamen Expositur der
Mährischen Galerie in Brno und des MAK, zeigt die Ausstellung "DER
PRIVATE JOSEF HOFFMANN" (2. Juni - 1. November 2015) erstmals die in
Brtnice verbliebenen Objekte aus dem persönlichen Besitz Josef
Hoffmanns und präsentiert noch nie gezeigte Gegenstände aus der
Produktion der Wiener Werkstätte. Gleichzeitig werden junge
DesignerInnen eingeladen, sich mit dem Stil Hoffmanns in
Objektinterventionen auseinanderzusetzen.
Das MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles, trägt auch
in diesem Jahr mit einem vielschichtigen Programm zum
interkulturellen Austausch zwischen Wien und Los Angeles bei. Das
Schindler House zeigt vier wegweisende Projekte:
Die Künstlerin Renée Green konnotiert das Schindler House in der
Ausstellung "Begin Again, Begin Again" (22. Januar - 29. März 2015)
mit Fragen des Erlebens und der emotionalen Bedeutung von
Lebensformen, Wohnen, Wohnraum, Zeit und Distanz.
Ebenfalls inspiriert vom Schindler House setzt sich die Künstlerin
Carmen Argote in ihrer, in Kooperation mit Andrea Zittels High Desert
Test Sites realisierten Personale an zwei Standorten mit dem
Verständnis von architektonischem Raum auseinander (Installation im
Schindler House, 18. April - 17. Mai 2015; Installation in der
Mojave-Wüste, 23. Mai - 28. Juni 2015), während die Ausstellung
"Creative Spaces" (29. Mai - 16. August 2015) den Einfluss
divergierender Auffassungen von Kreativität auf die moderne
Architektur thematisiert.
Die von MAK-Kurator Christian Witt-Dörring kuratierte Ausstellung
"R.M. Schindler: The Prequel" (10. September - 6. Dezember 2015)
spürt vor dem Hintergrund der Schau "WEGE DER MODERNE. Josef
Hoffmann, Adolf Loos und die Folgen", die bis zum 19. April 2015 im
MAK zu sehen ist, den ästhetischen Manifestationen der Moderne des
frühen 20. Jahrhunderts im heutigen Schindler House nach.
Auch die Ausstellungsreihe "GARAGE EXCHANGE VIENNA - LOS ANGELES"
wird fortgesetzt. In jährlich zwei Ausstellungen bespielen ehemalige
österreichische Schindler-StipendiatInnen in Zusammenarbeit mit in
Los Angeles ansässigen KünstlerInnen und ArchitektInnen das zu einem
Ausstellungsraum ausgebaute Garagendach der Mackey Apartments. In
diesem Jahr werden Positionen von Nicole Six/Paul Petritsch & James
Benning (30. April - 29. August 2015) und Marko Lulic & Sam Durant
(12. November 2015 - 5. März 2016) präsentiert (Details unter
MAKcenter.org).
Bildmaterial zum MAK-Programm 2015 unter MAK.at/presse zum Download.
Laufend aktualisierte Informationen zum MAK-Programm 2015 unter
MAK.at.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
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