- 21.01.2015, 09:58:19
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Armutskonferenz zu Sozialbericht: Wachsende soziale Ungleichheit ist kein Naturereignis
Es gibt genügend Möglichkeiten in der Schule, beim Wohnen, im Gesundheitssystem und mit sozialen Dienstleistungen gegenzusteuern
Utl.: Es gibt genügend Möglichkeiten in der Schule, beim Wohnen, im
Gesundheitssystem und mit sozialen Dienstleistungen
gegenzusteuern =
Wien (OTS) - "Dauerhafte Armut bei steigendem Reichtum ist kein
Naturgesetz", kommentiert die Armutskonferenz die Daten des aktuellen
Sozialberichts. "Armut und soziale Ungleichheit sind keine
Naturereignisse, die es mit jeder frischen Statistik neu zu bestaunen
gilt. Es gibt genügend Instrumente und Möglichkeiten in der Schule,
beim Wohnen und mit sozialen Dienstleistungen gegenzusteuern.", so
das österreichische Netzwerk, das 500000 Menschen im Jahr begleitet,
unterstützt und mit ihnen für eine Verbesserung ihrer
Lebensbedingungen kämpft.
Grundsätzlich helfen Einkommensarmen Investitionen in
Dienstleistungen, die sie im Alltag unterstützen: von der
Kinderbetreuung, der Frühförderung, Beratungsangebote für Menschen in
sozialen Notlagen, oder auch Wohnangebote für Jugendliche, die es im
Leben schwerer haben, Schuldenberatung bis hin zu Pflegehilfen. Hier
entstehen Win-win-Situationen zwischen Einkommen, Arbeitsplätzen,
Frühförderung von Kindern und Pflegeentlastung Angehöriger. Auch ein
Bildungssystem, das den sozialen Aufstieg fördert und nicht sozial
aussondert, wirkt. Auf die neuen sozialen Risken wie prekäre Jobs
oder psychischen Erkrankungen muss angemessen sozialpolitisch
reagiert werden.
Und nicht zuletzt helfen Jobs, von denen man leben kann", so die
Armutskonferenz. Auch im Gesundheitsbereich gibt es eine Reihe von
Baustellen: Die bessere Versorgung mit psychosozialen Notdiensten -
gerade im ländlichen Bereich, leistbare Psychotherapie-Angebote,
uneingeschränkter Zugang zu Gesundheits- und Rehabilitationsmaßnahmen
für Menschen mit multiplen Beeinträchtigungen und die Schließung der
Krankenversicherungslücke", so die Armutskonferenz.
Die soziale Schere zwischen Arm und Reich schadet der ganzen
Gesellschaft. Auch der Internationale Währungsfonds, die Weltbank
oder die OECD weisen auf den Preis sozialer Polarisierung hin:
"Zunehmende Ungleichheit schwächt die Wirtschaftskraft eines Landes,
sie gefährdet den sozialen Zusammenhalt und schafft politische
Instabilität - aber sie ist nicht unausweichlich" (OECD).
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