• 19.01.2015, 12:50:33
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Gesundheitsberufe: Gesundheitssystem in der Krise? (2)

Fundierte Ausbildung - Qualität der Versorgung

Utl.: Fundierte Ausbildung - Qualität der Versorgung =

Wien (OTS) - Eine fundierte Ausbildung stehe in direktem Zusammenhang
mit der Qualität der Versorgung der Patienten, ergänzte Ursula
Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und
Krankenpflegeverbandes (ÖGKV). "Um eine kompetente Krankenbeobachtung
durch die Pflegeberufe zu gewährleisten, ist eine entsprechende
Ausbildung unabdingbar", so Frohner. Zwar sei die Ausbildung für
Pflegeberufe auf neue Beine gestellt worden, allerdings habe die
Einigung zwischen Bund und Ländern ihre Tücken. "Bei den
Pflegeassistenzberufen wurde die Ausbildung auf ein Jahr verkürzt -
das ist Sparen am falschen Fleck", kritisierte Frohner. In
Krisenzeiten werde versucht, die Ausgaben zu dämpfen, allerdings gehe
dies im Gesundheitswesen letztlich zu Lasten der Patienten. "Alle
Gesundheitsberufe leiden unter mangelnder Attraktivität der
Arbeitsbedingungen. Das wird über kurz oder lang zu Personalmangel
führen", so Frohner.

Gesundheitsberufe einbinden

Ein möglicher Lösungsansatz, um den Patientenansturm bewältigen zu
können, sei das Modell "Primary Health Care" (PHC), das im Vorjahr
vorgestellt worden war, betonte Gabriele Jaksch, Präsidentin des
Dachverbandes der gehobenen medizinisch-technischen Dienste
Österreichs. "Ohne die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen
und faire, den Leistungsangeboten angemessene
Abrechnungsmöglichkeiten wird die extramurale Versorgung langfristig
nicht funktionieren", warnte Jaksch. Sie forderte auch, die
Gesundheitsberufe in politische Entscheidungsprozesse einzubinden.
Schließlich seien es die gesetzlich geregelten Gesundheitsberufe, die
tagtäglich im Gesundheitssystem arbeiten und etwaige Entscheidungen
umsetzen müssten.

Qualität hat Vorrang

Seitens der Medizinisch-technischen Fachberufe unterstrich Günter
Flemmich, dass die Antwort auf Versorgungssicherheit,
Patientensicherheit und integrative Zusammenarbeit immer Qualität
sein müsse. Die derzeitige Entwicklung zeige aber in eine andere
Richtung: "Privates Spezialistentum und staatliche Dequalifikation
sind Folge des Diktats der leeren Kassen", führte Flemmich aus. Vor
allem im Ausbildungssektor werde unreflektiert gespart, etwa durch
Reduktion von Ausbildungsinhalten. Das wiederum vermindere die
Qualität der Versorgung und die Qualifikation der Berufstätigen.
"Überwiegend werden medizinisch-technische Berufe von Frauen
ausgeübt, die durch das unreflektierte Sparen einer weiteren
Ungleichbehandlung ausgesetzt sind - bessere Qualifikationen werden
ihnen einfach verweigert", kritisierte Flemmich. (slv) (Schluss)

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