Österreichischer Impftag 2015: Ausgebucht - Über 400 Ärzte nahmen teil

ÖÄK-Impfexperten: Solidarischen Aspekt des Impfens fördern - Zugang zu HPV-Impfung vereinheitlichen

Wien (OTS) - Während viele Vorsorgeprogramme mit der Akzeptanz bildungsferner sozialer Gruppen kämpften, fänden sich unter den Impfskeptikern in Österreich vorrangig Menschen höheren Bildungsgrades. Den Ärztinnen und Ärzten komme bei der detaillierten Aufklärung über Nutzen und Risiken von Impfungen eine immer wichtigere Rolle zu, so der Tenor der Expertinnen und Experten beim Österreichischen Impftag 2015. Der von der Akademie der Ärzte veranstaltete Kongress fand Samstag erstmals in Wien vor 600 registrierten Teilnehmern statt.

Solidarischer Aspekt Die Ärztinnen und Ärzte seien auch deshalb umso mehr gefordert, als die Durchimpfungsraten bei vielen von Mensch zu Mensch übertragbaren Erkrankungen in Österreich im internationalen Vergleich niedrig seien. Es sei daher absolut zu begrüßen, dass Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser bei Informationsaktivitäten rund ums Impfen den Fokus auch darauf legen wolle, dass Impfen nicht nur den Einzelnen schütze, sondern zudem ein solidarischer Akt sei, erklärte der Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Rudolf Schmitzberger.

Zugang zu HPV-Impfung vereinheitlichen Auch die HPV-Impfung war Thema des Impftags. Der Leiter des ÖÄK-Impfreferats, Jörg Pruckner, verwies auf die steirische Impfdatenbank, derzufolge die HPV-Durchimpfungsrate bei den Neun- bis Zehnjährigen derzeit bei etwas über 18 Prozent liege. Er zeigte sich skeptisch gegenüber den Schätzungen des Gesundheitsministeriums, das auf Basis der verkauften Impfchargen von einer mehr als doppelt so hohen Durchimpfungsrate ausgehe und forderte den Aufbau einer bundesweiten Impfdatenbank.

Die Aufnahme der HPV-Impfung ins Kinderimpfprogramm wurde von allen Vortragenden als wichtiger medizinischer Fortschritt begrüßt. Was aber jedenfalls noch fehle, seien einheitliche Impfmöglichkeiten in allen Bundesländern. Die Experten sprachen sich dafür aus, sowohl den ersten Teil der Impfung für die Neun- bis Zwölfjährigen als auch den zweiten Teil für die Zwölf- bis 15-Jährigen in ganz Österreich auch bei niedergelassenen Ärzten zu ermöglichen. Derzeit könnten nur in Wien, Niederösterreich und der Steiermark alle niedergelassenen Allgemeinmediziner, Kinderärzte und Gynäkologen den ersten Teil der Immunisierung im Rahmen des Programms durchführen. Alle bisherigen Erfahrungen des Gratis-Kinderimpfprogramms hätten gezeigt, so der Leiter des ÖÄK-Impfreferats, Jörg Pruckner, dass die Durchimpfungsraten dort am höchsten seien, wo ein möglichst breiter und niederschwelliger Zugang gewährleistet sei.(ar)

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