• 18.01.2015, 11:34:40
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Österreichischer Impftag 2015: Ausgebucht - Über 400 Ärzte nahmen teil

ÖÄK-Impfexperten: Solidarischen Aspekt des Impfens fördern - Zugang zu HPV-Impfung vereinheitlichen

Utl.: ÖÄK-Impfexperten: Solidarischen Aspekt des Impfens fördern -
Zugang zu HPV-Impfung vereinheitlichen =

Wien (OTS) - Während viele Vorsorgeprogramme mit der Akzeptanz
bildungsferner sozialer Gruppen kämpften, fänden sich unter den
Impfskeptikern in Österreich vorrangig Menschen höheren
Bildungsgrades. Den Ärztinnen und Ärzten komme bei der detaillierten
Aufklärung über Nutzen und Risiken von Impfungen eine immer
wichtigere Rolle zu, so der Tenor der Expertinnen und Experten beim
Österreichischen Impftag 2015. Der von der Akademie der Ärzte
veranstaltete Kongress fand Samstag erstmals in Wien vor 600
registrierten Teilnehmern statt.

Solidarischer Aspekt
Die Ärztinnen und Ärzte seien auch deshalb umso mehr gefordert, als
die Durchimpfungsraten bei vielen von Mensch zu Mensch übertragbaren
Erkrankungen in Österreich im internationalen Vergleich niedrig
seien. Es sei daher absolut zu begrüßen, dass Gesundheitsministerin
Sabine Oberhauser bei Informationsaktivitäten rund ums Impfen den
Fokus auch darauf legen wolle, dass Impfen nicht nur den Einzelnen
schütze, sondern zudem ein solidarischer Akt sei, erklärte der
Impfreferent der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Rudolf
Schmitzberger.

Zugang zu HPV-Impfung vereinheitlichen
Auch die HPV-Impfung war Thema des Impftags. Der Leiter des
ÖÄK-Impfreferats, Jörg Pruckner, verwies auf die steirische
Impfdatenbank, derzufolge die HPV-Durchimpfungsrate bei den Neun- bis
Zehnjährigen derzeit bei etwas über 18 Prozent liege. Er zeigte sich
skeptisch gegenüber den Schätzungen des Gesundheitsministeriums, das
auf Basis der verkauften Impfchargen von einer mehr als doppelt so
hohen Durchimpfungsrate ausgehe und forderte den Aufbau einer
bundesweiten Impfdatenbank.

Die Aufnahme der HPV-Impfung ins Kinderimpfprogramm wurde von allen
Vortragenden als wichtiger medizinischer Fortschritt begrüßt. Was
aber jedenfalls noch fehle, seien einheitliche Impfmöglichkeiten in
allen Bundesländern. Die Experten sprachen sich dafür aus, sowohl den
ersten Teil der Impfung für die Neun- bis Zwölfjährigen als auch den
zweiten Teil für die Zwölf- bis 15-Jährigen in ganz Österreich auch
bei niedergelassenen Ärzten zu ermöglichen. Derzeit könnten nur in
Wien, Niederösterreich und der Steiermark alle niedergelassenen
Allgemeinmediziner, Kinderärzte und Gynäkologen den ersten Teil der
Immunisierung im Rahmen des Programms durchführen. Alle bisherigen
Erfahrungen des Gratis-Kinderimpfprogramms hätten gezeigt, so der
Leiter des ÖÄK-Impfreferats, Jörg Pruckner, dass die
Durchimpfungsraten dort am höchsten seien, wo ein möglichst breiter
und niederschwelliger Zugang gewährleistet sei.(ar)

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