• 16.01.2015, 12:00:34
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Rupprechter, Auer und Schultes: Hohe Standards der österreichischen Agrarprodukte konsequent absichern

Spitzenvertreter der österreichischen Agrarpolitik legen Maßnahmenpaket in Berlin vor

Utl.: Spitzenvertreter der österreichischen Agrarpolitik legen
Maßnahmenpaket in Berlin vor =

Berlin (OTS/aiz) - Die hohen Standards in der österreichischen Agrar-
und Lebensmittelproduktion müssen konsequent abgesichert werden, um
die Marktchancen der Produkte weiter zu verbessern. Dies forderten
heute die Spitzenvertreter der österreichischen Agrarpolitik -
Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter,
Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes und
Bauernbund-Präsident Jakob Auer - bei der Grünen Woche in Berlin. Sie
präsentierten dazu mehrere Initiativen.

Rupprechter: Gentechnik-Anbau soll per Gesetz verboten werden

"Auf Österreichs Feldern werden auch in Zukunft keine gentechnisch
veränderten Pflanzen angebaut. Ich möchte das von der EU beschlossene
Selbstbestimmungsrecht in Österreich noch gesetzlich untermauern",
kündigte Bundesminister Rupprechter an.

Die EU-Regelung sieht vor, dass einzelne Mitgliedsstaaten im
Rahmen des Zulassungsverfahrens den Anbau von Gen-Pflanzen im eigenen
Land ablehnen können. Dieses Selbstbestimmungsrecht muss national
umgesetzt werden. Rupprechter will darüber hinaus einen rechtlichen
Rahmen schaffen, um den Anbau von Gentech-Pflanzen in Österreich
grundsätzlich zu verbieten. Ein entsprechender Vorschlag wird in
Abstimmung mit dem Koalitionspartner, den Interessenvertretern und
den Ländern diskutiert.

"Mit einem Gesetz, das den Anbau von GVO-Pflanzen verbietet, gehen
wir noch einen Schritt weiter und garantieren, dass die
österreichischen Felder gentechnikfrei bleiben. Damit schaffen wir
Sicherheit für die Konsumenten und die Bauern", betonte der Minister.

Schultes: Kopierschutz für Spezialitäten

Für LK-Präsident Schultes ist die rechtliche Absicherung der
Gentechnik-Freiheit ein Gebot der Stunde. "Neben Frische,
Natürlichkeit und Regionalität ist es vor allem die
Gentechnikfreiheit beim Anbau, mit der Österreich auf ausländischen
Märkten erfolgreich ist. Auch am internationalen Saatgutmarkt hat
sich unser Land mit seinem gentechnikfreien Angebot einen fixen
Kundenstamm erobert. Damit wir beim Anbau garantiert GVO-frei bleiben
können, ist es daher notwendig, umgehend eine rechtliche Absicherung
vorzunehmen", erklärte Schultes.

Besonders wichtig ist für ihn der Schutz der geografischen
Herkunftsbezeichnungen. "Die EU-weiten geografischen Herkunftsangaben
- 'Geschützte geographische Angabe' (ggA) und 'Geschützte
Ursprungsbezeichnung' (gU) - sind nicht nur ein klares
Erkennungszeichen für regionale Nahrungsmittel. Sie fungieren in
internationalen Handelsabkommen auch als Kopierschutz und sichern so
Absatz und Wertschöpfung. Daher ist es für unsere
Lebensmittelspezialitäten dringend nötig, den Zugang zu diesen beiden
EU-Zeichen deutlich zu vereinfachen. Derzeit ist das
EU-Qualitätsangaben-Durchführungsgesetz in Diskussion. Wir wollen
hier ganz klare Kompetenzen sowohl für die Kontrolle als auch für
komplikationsfreie Anträge, die dann auch rasch bewilligt werden. Nur
so sind wirkliche Verbesserungen möglich", verlangte Schultes.

Auer: Exportaktivitäten mit Exportagentur bündeln

Bauernbund-Präsident Auer will die Exportchancen verstärkt nützen:
"Im Jahr 2014 kratzen die Agrarexporte an der
10-Milliarden-Euro-Marke - und dies trotz des Dämpfers, den uns das
russische Embargo verpasst hat. Um die neuen Marktchancen noch
effizienter aufzubauen und auszuarbeiten, möchte ich die Einrichtung
einer Exportagentur forcieren. Hoffnungsmärkte wie Asien, USA oder
unsere südlichen Nachbarn sollten mit konzertierter Aufbereitung und
Vermarktungsaktivitäten von einer Stelle koordiniert bearbeitet
werden", so Auer.

Nicht nur die Exporte, sondern auch die Versorgungsfrage steht
Auer zufolge im Fokus des Agrarjahres 2015: Jeder Hektar Ackerverlust
- in Österreich täglich rund 20 ha - bringe ein Minus für die
Inlandsproduktion, womit auch standort- und regionalpolitische Folgen
verbunden seien. Das gesellschaftliche Bewusstsein für
Qualitätslebensmittel, Regionalität, Wertschöpfung in der Region und
Ressourcenschonung durch kürzere Versorgungswege werde im
"Internationalen Jahr des Bodens" durch das Thema Flächenversiegelung
ergänzt, so Auer. "Umso mehr soll klargestellt werden, dass Böden
eine begrenzte Ressource sind, die nachhaltig genutzt werden muss und
nicht zügellos zubetoniert werden darf. Ohne landwirtschaftliche
Nutzung der Äcker und Felder bleiben unsere Teller leer", warnte der
Präsident.
(Schluss)

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