Rupprechter, Auer und Schultes: Hohe Standards der österreichischen Agrarprodukte konsequent absichern

Spitzenvertreter der österreichischen Agrarpolitik legen Maßnahmenpaket in Berlin vor

Berlin (OTS/aiz) - Die hohen Standards in der österreichischen Agrar-und Lebensmittelproduktion müssen konsequent abgesichert werden, um die Marktchancen der Produkte weiter zu verbessern. Dies forderten heute die Spitzenvertreter der österreichischen Agrarpolitik -Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter, Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes und Bauernbund-Präsident Jakob Auer - bei der Grünen Woche in Berlin. Sie präsentierten dazu mehrere Initiativen.

Rupprechter: Gentechnik-Anbau soll per Gesetz verboten werden

"Auf Österreichs Feldern werden auch in Zukunft keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut. Ich möchte das von der EU beschlossene Selbstbestimmungsrecht in Österreich noch gesetzlich untermauern", kündigte Bundesminister Rupprechter an.

Die EU-Regelung sieht vor, dass einzelne Mitgliedsstaaten im Rahmen des Zulassungsverfahrens den Anbau von Gen-Pflanzen im eigenen Land ablehnen können. Dieses Selbstbestimmungsrecht muss national umgesetzt werden. Rupprechter will darüber hinaus einen rechtlichen Rahmen schaffen, um den Anbau von Gentech-Pflanzen in Österreich grundsätzlich zu verbieten. Ein entsprechender Vorschlag wird in Abstimmung mit dem Koalitionspartner, den Interessenvertretern und den Ländern diskutiert.

"Mit einem Gesetz, das den Anbau von GVO-Pflanzen verbietet, gehen wir noch einen Schritt weiter und garantieren, dass die österreichischen Felder gentechnikfrei bleiben. Damit schaffen wir Sicherheit für die Konsumenten und die Bauern", betonte der Minister.

Schultes: Kopierschutz für Spezialitäten

Für LK-Präsident Schultes ist die rechtliche Absicherung der Gentechnik-Freiheit ein Gebot der Stunde. "Neben Frische, Natürlichkeit und Regionalität ist es vor allem die Gentechnikfreiheit beim Anbau, mit der Österreich auf ausländischen Märkten erfolgreich ist. Auch am internationalen Saatgutmarkt hat sich unser Land mit seinem gentechnikfreien Angebot einen fixen Kundenstamm erobert. Damit wir beim Anbau garantiert GVO-frei bleiben können, ist es daher notwendig, umgehend eine rechtliche Absicherung vorzunehmen", erklärte Schultes.

Besonders wichtig ist für ihn der Schutz der geografischen Herkunftsbezeichnungen. "Die EU-weiten geografischen Herkunftsangaben - 'Geschützte geographische Angabe' (ggA) und 'Geschützte Ursprungsbezeichnung' (gU) - sind nicht nur ein klares Erkennungszeichen für regionale Nahrungsmittel. Sie fungieren in internationalen Handelsabkommen auch als Kopierschutz und sichern so Absatz und Wertschöpfung. Daher ist es für unsere Lebensmittelspezialitäten dringend nötig, den Zugang zu diesen beiden EU-Zeichen deutlich zu vereinfachen. Derzeit ist das EU-Qualitätsangaben-Durchführungsgesetz in Diskussion. Wir wollen hier ganz klare Kompetenzen sowohl für die Kontrolle als auch für komplikationsfreie Anträge, die dann auch rasch bewilligt werden. Nur so sind wirkliche Verbesserungen möglich", verlangte Schultes.

Auer: Exportaktivitäten mit Exportagentur bündeln

Bauernbund-Präsident Auer will die Exportchancen verstärkt nützen:
"Im Jahr 2014 kratzen die Agrarexporte an der 10-Milliarden-Euro-Marke - und dies trotz des Dämpfers, den uns das russische Embargo verpasst hat. Um die neuen Marktchancen noch effizienter aufzubauen und auszuarbeiten, möchte ich die Einrichtung einer Exportagentur forcieren. Hoffnungsmärkte wie Asien, USA oder unsere südlichen Nachbarn sollten mit konzertierter Aufbereitung und Vermarktungsaktivitäten von einer Stelle koordiniert bearbeitet werden", so Auer.

Nicht nur die Exporte, sondern auch die Versorgungsfrage steht Auer zufolge im Fokus des Agrarjahres 2015: Jeder Hektar Ackerverlust - in Österreich täglich rund 20 ha - bringe ein Minus für die Inlandsproduktion, womit auch standort- und regionalpolitische Folgen verbunden seien. Das gesellschaftliche Bewusstsein für Qualitätslebensmittel, Regionalität, Wertschöpfung in der Region und Ressourcenschonung durch kürzere Versorgungswege werde im "Internationalen Jahr des Bodens" durch das Thema Flächenversiegelung ergänzt, so Auer. "Umso mehr soll klargestellt werden, dass Böden eine begrenzte Ressource sind, die nachhaltig genutzt werden muss und nicht zügellos zubetoniert werden darf. Ohne landwirtschaftliche Nutzung der Äcker und Felder bleiben unsere Teller leer", warnte der Präsident.
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