- 14.01.2015, 12:06:42
- /
- OTS0105 OTW0105
HCB im Görtschitztal: Land Kärnten setzt neue Maßstäbe für bessere Lebensmittelstandards
LH Kaiser: Honig, Obst und Gemüse sind unbedenklich - Keine Freigabe für Lebensmittel, die nicht neuen, strengsten Kriterien entsprechen
Utl.: LH Kaiser: Honig, Obst und Gemüse sind unbedenklich - Keine
Freigabe für Lebensmittel, die nicht neuen, strengsten
Kriterien entsprechen =
Klagenfurt (OTS/LPD) - Vorweg die erfreuliche Meldung: Honig, Obst
und Gemüse aus dem Görtschitztal sind freigegeben, die Warnung vor
dem Verzehr dieser Produkte kann aufgehoben werden. Das stellten
heute, Mittwoch, in einer Pressekonferenz Professor Hans-Peter Hutter
von der Medizin-Uni Wien sowie Dr. Clemens Fuchs von der Agentur für
Ernährungssicherheit (AGES) einhellig fest. Der Pressekonferenz
vorangegangen war ein von Landeshauptmann Peter Kaiser initiiertes
HCB-Koordinationsgespräch betreffend die weitere Vorgangsweise, was
die Bewertung von Probenergebnissen und die Freigabe von Produkten
aus dem Görtschitztal betrifft. An diesem nahmen neben Hutter und
Fuchs auch LHStv.in Beate Prettner, LR Rolf Holub, Krisenkoordinator
Albert Kreiner, Dr. Gunther Vogl vom ILV, Landessanitätsdirektorin
Dr. Elisabeth Oberleitner, Landesamtsdirektor Dieter Platzer und in
Vertretung vom krankheitshalber entschuldigten LR Christian Benger
sein Büroleiter Thomas Goritschnig teil.
Wie Landeshauptmann Peter Kaiser in der Pressekonferenz
informierte, habe man sich auf ein klares Procedere geeinigt, wie es
zu einer koordinierten Freigabe von Lebensmitteln kommen soll.
Demnach werden Probenergebnisse von der AGES einer Risikobewertung
unterzogen, diese danach zu einer abschließenden Bewertung den
Experten der Medizin-Uni Wien vorgelegt. Kaiser betonte, dass Kärnten
darüber hinaus noch einen Schritt weitergehen werde. Man wolle
strengere Maßstäbe als die vorhandenen Grenzwerte anlegen. Wie
Hans-Peter Hutter erklärte werde unter anderem auf Basis von derzeit
erhobenen Blutwerten genau berechnet, wann eine Freigabe von
Produkten, bei denen HCB nur in Spuren und unter dem Grenzwert
festgestellt wurde, freigegeben werden können, ohne, dass es zu einer
zusätzlichen Belastung für die Gesundheit der Menschen kommt.
"Wir wollen sicher gehen, dass keine Gefahr für die Bevölkerung
besteht. Die Kontrollen und das Monitoring auf Basis eines
engmaschigen Systems gehen auch nach Freigaben von Lebensmittel
weiter", so Kaiser. Alle Maßnahmen zielen dahin, die HCB-Belastung zu
reduzieren sowie jegliche Aufnahme von HCB über belastete Produkte zu
stoppen. Politiker und Experten betonten, dass der Schutz der
Gesundheit der Bevölkerung im Mittelpunkt stehen müsse und weiterhin
alle Maßnahmen für einen Neustart im Görtschitztal gesetzt werden.
Laut Kaiser werde man auch Messraster zum Schutz der Bevölkerung
erstellen, und alle Informationen im Rahmen einer Präsentation sowie
in Informationsveranstaltungen mit Experten der Bevölkerung,
Entscheidungsträgern und kommunalen Politvertretern zugänglich
machen. Kärnten möchte neue Wege gehen. Sobald man ein Gesamtbild
habe, könne dies auch vorbildhaft für Österreich sein und dann
entsprechende Werte nachjustiert werden.
Gunther Vogl (ILV Kärnten) teilte mit, dass 1.087
Lebensmittelproben genommen worden seien und rund zwei Drittel
bereits untersucht seien. HCB sei demnach zu 39 Prozent bei Fleisch
nachweisbar, in Milch und Milchprodukten zu 27 Prozent. Bei
pflanzlichen Lebensmitteln seien nur 6 Prozent nachweisbar. Das
engmaschige Monitoring laufe generell weiter, so Vogl.Die erhobenen
Daten würden an die AGES weitergegeben und dann zusätzlich auch von
der Medizinischen Universität Wien geprüft werden.
Univ. Dozent Klemens Fuchs (AGES) berichtete von 171 Proben (Obst
und Gemüse), deren Risiko bewertet werden. Dabei konnte er die
positive Mitteilung machen, dass Honig, Obst und Gemüse unbedenklich
seien.
Umwelthygieniker Privatdozent Hans-Peter Hutter (Medizinische Uni
Wien) sagte, dass bei Milch, Fleisch und Öl noch keine Entwarnung
gegeben werden könne. Man wolle striktere Regeln anwenden und
vorsichtiger vorgehen. Es handle sich um komplexe Dinge und
schwierige Analysen, die ihre Zeit erfordern. Schnellschüsse sollen
vermieden werden, so Hutter. Ziel sei eine offene, transparente und
verständliche Vermittlung eines Gesamtbildes.
Agrarlandesrat Christian Benger ließ heute mitteilen, dass auf
Grund des Futtermittelaustausches nur noch ein Milchbetrieb in der
Region gesperrt ist. Diese Milch werde gesondert abgeholt und
fachgerecht entsorgt. Auch von vier weiteren Milchbetrieben im
Görtschitztal, wo die Messwerte unter dem Grenzwert liegen, werde die
Milch fachgerecht entsorgt. "Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, um dem
Konsumenten Sicherheit zu geben", erklärte Benger. Von den anderen
rund 60 Betrieben werde die Milch wieder entsprechend abgeholt und zu
den jeweiligen Molkereien geliefert, weil sie auf Grund der guten
Messdaten von den Experten als unbedenklich eingestuft werden konnte.
Auch das Schlachtvieh wird weiterhin beprobt, erst wenn Ergebnisse
am Tisch liegen, wird entschieden, ob ein Fleisch für den Konsum
freigegeben werden darf, oder nicht. "Auch hier entsorgt man nicht
nur Fleisch mit Ergebnissen über dem Grenzwert, sondern auch jenes,
das im Schwellenwert-Bereich liegt", so Benger. In den Handel komme
nur unbedenkliches Fleisch.
Angelaufen ist der rigorose Futtermittelaustausch im
Görtschitztal. Futter, das über dem Grenzwert liegt, wird gesammelt
und deponiert, ebenso wie Futter, das unter dem Grenzwert liegt.
"Gesundes Futter, gesunde Lebensmittel. Dass wir auch Futter unter
dem Grenzwert entsorgen, ist ebenso eine Maßnahme, um dem Konsumenten
Sicherheit zu geben", betonte Benger.
(Schluss)
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NKL






