- 09.01.2015, 12:06:54
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Neues SOS-Kinderdorf für Haiti
Bilanz der Hilfe fünf Jahre nach dem Beben: Notaufnahme von 400 Kindern, Sozialzentren für 3.000 Kinder und ihre Familien, Wiederaufbau von sieben Schulen und ein neues SOS-Kinderdorf.

Utl.: Bilanz der Hilfe fünf Jahre nach dem Beben: Notaufnahme von
400 Kindern, Sozialzentren für 3.000 Kinder und ihre Familien,
Wiederaufbau von sieben Schulen und ein neues SOS-Kinderdorf. =
Innsbruck/Wien/Port-au-Prince (OTS) - Am 10. Jänner 2015 wird in Le
Cayes im Südwesten Haitis das dritte SOS-Kinderdorf des Landes
feierlich seiner Bestimmung übergeben - fast auf den Tag genau fünf
Jahre nach dem Erdbeben (12.1.2010). Es war mit 220.000 Toten und 1,5
Millionen Obdachlosen eine schreckliche Katastrophe und immense
Belastung für die Menschen in einem der ärmsten Länder der Welt. Die
Eröffnung des neuen SOS-Kinderdorfes steht für die Philosophie der
Nothilfeprogramme von SOS-Kinderdorf, die nach rascher Soforthilfe in
mittelfristige und dauerhafte Projekte übergehen.
Unmittelbar nach dem Beben wurden 400 alleinstehende Kinder ins -
dank stabiler Bauweise nur leicht beschädigte - SOS-Kinderdorf Santo
nahe der Hauptstadt Port-au-Prince gebracht, darunter auch die 33 von
amerikanischen Missionaren "entführten" Kinder, deren Geschichte für
internationales Aufsehen sorgte. Diese und viele andere Kinder
konnten wieder mit ihren Familien vereint werden. Von den 106
verbliebenen Kindern wurden 43 auf die zwei bestehenden
SOS-Kinderdörfer Santo und Cap Haitien aufgeteilt, während für die
restlichen ein neues SOS-Kinderdorf im Süden des Landes gebaut wurde.
Neues SOS-Kinderdorf in Les Cayes: Zuhause und Familiäre
Geborgenheit für 135 Kinder
Sieben SOS-Kinderdorf-Familien mit 63 Kindern lebten vorerst in
angemieteten Häusern in Santo, später in Les Cayes. Im Oktober
letzten Jahres zogen dann die ersten SOS-Kinderdorf-Mütter mit ihren
Kindern, alle zwischen 9 und 17 Jahren alt, in ihr neues Zuhause ein.
Eine von ihnen war Nicole: "Wir freuten uns so sehr darauf, in der
Dorfgemeinschaft mit all den anderen SOS-Familien zu leben", erzählt
Nicole.
Charles (9) gehört zu Nicoles Familie. Als er vor vier Jahren als
Erdbebenwaise ins SOS-Kinderdorf kam, brauchte er lange, um sich an
die neue Situation zu gewöhnen. Aufgrund seines Traumas war er in der
Schule unkonzentriert und hatte große Probleme. Es war Nicole, die
ihm geduldig zur Seite stand, mit ihm übte und sein Selbstbewusstsein
stärkte. "Immer und immer wieder sagte ich ihm: ´Dein Leben ist nicht
zu Ende, auch wenn deine Eltern tot sind, du musst weitermachen!`".
Heute ist sie sehr stolz auf das, was sie zusammen erreicht haben:
Charles ist ein guter Schüler, sein Lieblingsfach ist Geografie.
Zahlen und Fakten
- Sofort nach dem Beben wurde von den bestehenden SOS-Kinderdörfern in Santo und Cap Haitien rasche Nothilfe gestartet. 400 unbegleitete, traumatisierte Kinder wurden zusätzlich aufgenommen. - In den ersten Monaten nach dem Beben versorgte SOS-Kinderdorf täglich 24.000 Kinder mit Essen. - In der Hauptstadt Port-au-Prince unterstützen heute 26 SOS-Gemeindezentren bis zu 3.000 Kinder und deren Familien. In Cap Haitien sind es 16 SOS- Gemeindezentren für 800 Kinder und ihre Familien. - Heute gibt es in Haiti drei SOS-Kinderdörfer, die für mehr als 500 Kinder ein neues Zuhause sind. - Mit dem Neu- bzw. Wiederaufbau von acht Schulen hat SOS-Kinderdorf auch einen wichtigen Beitrag für Haitis Bildungssystem geleistet.
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