• 30.12.2014, 09:00:02
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ÖZIV zieht Bilanz: Kein gutes Jahr für Menschen mit Behinderungen

Vogets Wunsch für 2015: „Ein klares Bekenntnis zur Barrierefreiheit!“

Utl.: Vogets Wunsch für 2015: „Ein klares Bekenntnis zur
Barrierefreiheit!“ =

Wien (OTS) - Das Jahr 2014 war kein besonders gutes Jahr für Menschen
mit Behinderungen in Österreich. Die Arbeitslosigkeit behinderter
Menschen ist deutlich stärker gestiegen als die in anderen Gruppen.
Der Zugang zum Pflegegeld wurde trotz Protesten und klaren
Stellungnahmen erschwert. Auch bei der Barrierefreiheit gab es
Rückschritte, zum Beispiel in der NÖ Bauordnung. "Jetzt ist es hoch
an der Zeit: 2015 muss das Jahr der Barrierefreiheit werden!" fordert
ÖZIV Präsident Dr. Klaus Voget.

Am 1.1.2016 müssen laut Bundesbehindertengleichstellungsgesetz alle
öffentlichen Gebäude in Österreich barrierefrei zugänglich sein.
Öffentliche Hand und Unternehmen hatten dann zehn Jahre Zeit, um
dieses Gesetz umzusetzen. "Was ich mir wünsche", so ÖZIV Präsident
Voget, "ist, dass sich alle Betroffenen klar zur Barrierefreiheit
bekennen und endlich die erforderlichen Maßnahmen setzen." Das
beschränkt sich nicht auf den Einbau von Rampen oder Liften, auch
seh- und hörbehinderte Menschen brauchen spezielle
Unterstützungsmaßnahmen wie taktile Leitsysteme oder induktive
Höranlagen. Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung baulicher
Barrierefreiheit bietet der ÖZIV mit seinem Angebot ACCESS.

Was das Thema Arbeitslosigkeit betrifft, setzt Voget auf die Erhöhung
der Ausgleichstaxe für jene Betriebe, die ihrer Beschäftigungspflicht
nicht nachkommen: ab 25 Beschäftigten sind Betriebe verpflichtet,
eine begünstigt behinderte Person anzustellen. "Die Möglichkeit, sich
davon `freizukaufen´, muss deutlich erschwert werden", wiederholt
Voget seine bekannte Forderung. Dass die Lockerung des
Kündigungsschutzes nicht den erhofften Effekt gebracht hat, sei schon
angesichts der Arbeitsmarktdaten klar. Die oft von der Wirtschaft
geforderte Abschaffung dieses besonderen Kündigungsschutzes ist für
Voget nur im Gegenzug zur deutlichen Erhöhung der Ausgleichstaxe
denkbar.

In Sachen Pflegegeld hat die ÖAR, die Dachorganisation der
Behindertenorganisationen, deren Präsident auch Dr. Voget ist, eine
Bürgerinitiative gestartet. "Es darf keine weiteren
Verschlechterungen beim Pflegegeld geben", stellt Voget klart, der
sich persönlich vor über 20 Jahren für das Pflegegeld als Leistung
für Menschen mit Pflege- und Betreuungsbedarf stark gemacht hat.
Jährliche automatische Valorisierung und die Einbindung der
Behindertenorganisationen bei geplanten Änderungen stehen ebenfalls
auf Vogets Wunschliste ganz oben.

"Wenn alle diese Forderungen erfüllt sind, kann es ein gutes Jahr
2015 für Menschen mit Behinderungen werden", sagt Voget. "Ich wünsche
es jedenfalls uns allen!"

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