- 22.12.2014, 11:33:44
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Ärztegehälter: Ärztekammer wird Verhandlungen genau verfolgen
ÖÄK-Vize Mayer: Ärzteschaft und Patienten informieren - Politik hat Entwicklungen verschlafen
Utl.: ÖÄK-Vize Mayer: Ärzteschaft und Patienten informieren -
Politik hat Entwicklungen verschlafen =
Wien (OTS) - Die Bundeskurie Angestellte Ärzte der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK) wird die Verhandlungen um Gehälter und
Arbeitsbedingungen der Spitalsärztinnen und -ärzte in den einzelnen
Bundesländern weiterhin genau im Auge behalten. In der Steiermark und
nun auch in Salzburg habe man sich bereits auf marktkonforme Gehälter
geeinigt. In anderen Bundesländern müsse aber noch intensiv
verhandelt werden, um dieses Niveau zu erreichen, so
ÖÄK-Vizepräsident und Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte Harald
Mayer. "Wir bereiten uns auf koordinierte Aktivitäten vor, um die
Versäumnisse der Politik in den noch ausständigen Bundesländern
aufzuzeigen, in erster Linie geht es um Informationsschwerpunkte in-
und außerhalb der Spitäler." Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeits-
und Einkommensbedingungen der Spitalsärzte seien nicht nur in
ausgewählten, sondern in allen Bundesländern Österreichs "überfällig
und unerlässlich und nicht zuletzt im Interesse der
Patientensicherheit", so Mayer am Montag in einer Aussendung.
Bekanntlich ist die Situation in manchen Bundesländern noch immer
nicht geklärt, obwohl seit Wochen verhandelt wird. Mayer: "Die
Politik will dort diese für die österreichische Gesundheitsversorgung
so wichtige Frage ganz offensichtlich weiter verschlampen und
verwurschteln. Das ist unfassbar. Seit mehr als zehn Jahren wurde die
Entwicklung verschlafen, die Politik hat auf die
EU-Arbeitszeitrichtlinie mit Vogel-Strauß-Taktik reagiert anstatt
langfristig zu planen. Es kann nicht sein, dass manche Politiker
allen Ernstes die systematische Ausbeutung der Ärzte als
Problemlösung sehen."
Die mit den neuen gesetzlichen Arbeitszeitregelungen verbundene
Verkürzung der Arbeitszeit auf eine maximale Wochenarbeitszeit von
40 Stunden plus höchstens acht Überstunden soll nicht dazu führen,
dass Ärzte weniger verdienen. Spitalsärzte fordern daher eine
marktkonforme, international wettbewerbsfähige Bezahlung, indem die
Grundgehälter erhöht werden.
Rasche, vernünftige Lösungen seien auch im Interesse der Patientinnen
und Patienten, so Mayer weiter: "Wenn in einem Spital ab 1. Jänner
nur noch Dienst nach Vorschrift gemacht wird, dann wird sich das auf
die medizinische Versorgung auswirken." Dienst nach Vorschrift
bedeute, dass die Ärzte vorgeschriebene Ruhepausen endlich einhalten
und nur noch 40 + 8 Stunden wöchentlich zur Verfügung stehen würden.
Not- und Akutfälle würden selbstverständlich weiterhin behandelt,
allerdings würden Spitalsambulanzen leiden oder auch bereits geplante
Operationen verschoben werden. Hier bedürfe es umfassender
Information auch der Patientinnen und Patienten; diese hätten ein
Recht zu erfahren, warum sich die Wartezeit auf eine Operation
dramatisch verlängere.
Der Spielball liege nun bei der Politik. "Die Steiermark und auch
Salzburg haben uns gezeigt, dass es auch anders geht. Vielleicht
erleben wir ja doch noch ein Weihnachtswunder", so Mayer
abschließend. (slv/ms)
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