• 17.12.2014, 09:25:02
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Möglicher Therapieansatz bei Rippenfellkrebs gefunden

Wien (OTS) - Ein Forschungsteam der MedUni Wien konnte erstmals
zeigen, dass die Hemmung eines bestimmten Wachstumsfaktors (FGF) bei
Rippenfellkrebs die Aggressivität des Tumors bremst und gleichzeitig
auch die Wirkung der begleitenden Chemo- oder Strahlentherapie
verstärkt. Damit könnte ein neuer Therapieansatz gefunden sein.

Das maligne Pleuramesotheliom ist eine aggressive Krebserkrankung des
Rippenfells, die in vielen Fällen durch den Kontakt mit Asbest
verursacht wird. Aufgrund der Zunahme der Neuerkrankungen,
limitierter Therapieoptionen und häufiger Chemo- und
Strahlenresistenz dieses Tumors, ist die Suche nach neuen
Therapieansätzen dringend notwendig.

Die Entstehung und die Weiterentwicklung von Tumoren wird durch die
Zellteilung (Zellproliferation), die Abwanderung in andere
Körperregionen (Migration) und den Zelltod bestimmt. Fibroblasten
Wachstumsfaktoren (FGFs) und ihre Rezeptoren sind Teil eines
Signalsystems, welches diese Funktionen reguliert. Ist die Kontrolle
dieser Signale gestört, kann es zur Krebsentstehung kommen.
FGF-Rezeptoren gelten daher als wichtige Schnittstellen für die
Entstehung und das Voranschreiten von Krebserkrankungen, aber auch
als mögliche Angriffspunkte für neue Therapien.

Alireza Hoda von der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie der
Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien und des AKH Wien
sowie Mitglied des Comprehensive Cancer Center (CCC) Vienna, und
Karin Schelch vom Institut für Krebsforschung (IKF) der MedUni Wien
und ebenfalls Mitglied des CCC, konnten in ihrer jüngsten Arbeit zum
ersten Mal weltweit die entscheidende Rolle von FGF-Rezeptoren beim
Pleuramesotheliom nachweisen.

Neuer Therapieansatz ermittelt

Das interdisziplinäre ForscherInnenteam konnte im Tumorgewebe eine
Überexpression, also ein stark vermehrtes Vorkommen des FGF-Rezeptors
FGFR1 und der Wachstumsfaktoren (Liganden) FGF2 und FGF18,
nachweisen. Zusätzlich konnte belegt werden, dass die Stimulierung
mit FGF2 zu erhöhtem Zellwachstum sowie einer Steigerung der
Zellmigration und -Invasion führt. Im Gegensatz dazu kommt es bei
Blockierung von FGFR1 zu einer deutlichen Reduktion der
Überlebensdauer und Migrationsfähigkeit der Tumorzellen.
Vergleichbare Ergebnisse wurden mit einer alternativen Strategie
erzielt: der Expression eines dominant-negativen FGFR1 in den
Tumorzellen.

Auch im Mausmodell wurde sowohl mit dem Inhibitor, als auch mit dem
dominant-negativen FGFR1 signifikant weniger Tumorwachstum
beobachtet. Wurde bei der Behandlung der Tumorzellen die Hemmung von
FGFR1 mit einer Chemotherapie (Wirkstoff Cisplatin) oder mit
Bestrahlung kombiniert, kam es sogar zu einer Verstärkung der
einzelnen Behandlungseffekte.

Das Projekt wurde von Michael Grusch, IKF, geleitet und am IKF sowie
am Anna Spiegel Center for Translational Research der Medizinischen
Universität Wien durchgeführt.

Service: American Journal of Respiratory and Critical Care
Medicine (AJRCCM)

"Fibroblast Growth Factor Receptor Inhibition Is Active against
Mesothelioma and Synergizes with Radio- and Chemotherapy". Karin
Schelch, Mir A. Hoda, Thomas Klikovits, Julia Münzker, Bahil Ghanim,
Christina Wagner,Tamas Garay, Viktoria Laszlo, Ulrike Setinek, Balazs
Dome, Martin Filipits, Christine Pirker, Petra Heffeter, Edgar
Selzer, Jozsef Tovari, Szilvia Torok, Istvan Kenessey, Klaus
Holzmann, Bettina Grasl-Kraupp, Brigitte Marian, Walter Klepetko,
Walter Berger, Balazs Hegedus, and Michael Grusch Am J Respir Crit
Care Med. 2014 Oct 1;190(7):763-72. doi: 10.1164/rccm.201404-0658OC.

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