Gewerkschaft PRO-GE zu Doralt: Lohnsteuerentlastung statt Sozialabbau

Beispiel Deutschland zeigt: Zusammenlegung der Krankenkassen bringt höhere Verwaltungskosten

Wien (OTS/ÖGB) - Werner Doralt, Steuerexperte der Universität Wien, übte sich am 14. Dezember in der ORF-Sendung "Im Zentrum" in billigem Populismus, kritisiert Manfred Anderle, Bundessekretär der PRO-GE und stv. Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse. Doralt hatte behauptet, dass bei den österreichischen Krankenkassen "Geld mit beiden Händen rausgeworfen" werde und "die über 20 SV-Träger vereinheitlicht gehören."++++

Eine Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger bringt aus Sicht der Gewerkschaft keine Kostenersparnis, zumal die Gebietskrankenkassen sehr effizient arbeiten. Von 100 Euro kommen fast 98 Euro den Versicherten zugute. "Solche Zusammenlegungspläne bringen keine Effizienzsteigerung und Kostenersparnisse könnten vor allem nur durch weniger Leistungen für die Versicherten erzielt werden. Die Fusionen in Deutschland zeigen, dass bei solchen Maßnahmen auch mit höheren Verwaltungskosten zu rechnen ist", betont Anderle. In Deutschland gab es in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Krankenkassenzusammenlegungen und das Ergebnis des deutschen Rechnungshofes dazu ist eindeutig. In den meisten Fällen erhöhten sich die Verwaltungskosten nach der Fusion bis zu einem Fünftel. Zum Vergleich: Die deutschen Krankenkassen geben mit 5,3 Prozent etwa doppelt so viel für Verwaltungsaufgaben aus wie die Gebietskrankenkassen in Österreich.

Diese Fusionsforderungen gaukeln Effizienzsteigerungen vor, die nicht erzielbar oder wünschenswert sind, kritisiert die PRO-GE. Selbst wenn es nur noch eine Kasse geben würde, ließen sich die Standorte in den Bundesländern und Bezirken nicht einfach einsparen. "Die Sozialversicherungsträger sichern die Versorgung in allen Regionen. Sie garantieren unabhängig von Alter, Einkommen und sozialer Herkunft eine hochwertige Gesundheitsversorgung. Die ArbeitnehmerInnen brauchen eine Lohnsteuerentlastung und keinen Sozialabbau", sagt Anderle.

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