- 15.12.2014, 12:49:20
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Gewerkschaft PRO-GE zu Doralt: Lohnsteuerentlastung statt Sozialabbau
Beispiel Deutschland zeigt: Zusammenlegung der Krankenkassen bringt höhere Verwaltungskosten
Utl.: Beispiel Deutschland zeigt: Zusammenlegung der Krankenkassen
bringt höhere Verwaltungskosten =
Wien (OTS/ÖGB) - Werner Doralt, Steuerexperte der Universität Wien,
übte sich am 14. Dezember in der ORF-Sendung "Im Zentrum" in billigem
Populismus, kritisiert Manfred Anderle, Bundessekretär der PRO-GE und
stv. Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse. Doralt hatte behauptet,
dass bei den österreichischen Krankenkassen "Geld mit beiden Händen
rausgeworfen" werde und "die über 20 SV-Träger vereinheitlicht
gehören."++++
Eine Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger bringt aus Sicht
der Gewerkschaft keine Kostenersparnis, zumal die
Gebietskrankenkassen sehr effizient arbeiten. Von 100 Euro kommen
fast 98 Euro den Versicherten zugute. "Solche Zusammenlegungspläne
bringen keine Effizienzsteigerung und Kostenersparnisse könnten vor
allem nur durch weniger Leistungen für die Versicherten erzielt
werden. Die Fusionen in Deutschland zeigen, dass bei solchen
Maßnahmen auch mit höheren Verwaltungskosten zu rechnen ist", betont
Anderle. In Deutschland gab es in den vergangenen Jahren eine
Vielzahl von Krankenkassenzusammenlegungen und das Ergebnis des
deutschen Rechnungshofes dazu ist eindeutig. In den meisten Fällen
erhöhten sich die Verwaltungskosten nach der Fusion bis zu einem
Fünftel. Zum Vergleich: Die deutschen Krankenkassen geben mit 5,3
Prozent etwa doppelt so viel für Verwaltungsaufgaben aus wie die
Gebietskrankenkassen in Österreich.
Diese Fusionsforderungen gaukeln Effizienzsteigerungen vor, die nicht
erzielbar oder wünschenswert sind, kritisiert die PRO-GE. Selbst wenn
es nur noch eine Kasse geben würde, ließen sich die Standorte in den
Bundesländern und Bezirken nicht einfach einsparen. "Die
Sozialversicherungsträger sichern die Versorgung in allen Regionen.
Sie garantieren unabhängig von Alter, Einkommen und sozialer Herkunft
eine hochwertige Gesundheitsversorgung. Die ArbeitnehmerInnen
brauchen eine Lohnsteuerentlastung und keinen Sozialabbau", sagt
Anderle.
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