- 05.12.2014, 09:43:57
- /
- OTS0041 OTW0041
10 Jahre Tsunami - Bilanz der Hilfe und Learnings aus der Katastrophe
Caritas Präsident Michael Landau: "Dank der Spenden aus Österreich wurde 300.000 Menschen geholfen. Aufstockung des Auslandshilfekatastrophenfonds ist dringend notwendig!"
Utl.: Caritas Präsident Michael Landau: "Dank der Spenden aus
Österreich wurde 300.000 Menschen geholfen. Aufstockung des
Auslandshilfekatastrophenfonds ist dringend notwendig!" =
Wien (OTS) - Am 26. Dezember 2004 löste ein Seebeben vor der
Nordwestküste der indonesischen Insel Sumatra eine Reihe von
verheerenden Tsunamis an den Küsten des Indischen Ozeans aus.
Insgesamt starben durch das Beben und seine Folgen etwa 230.000
Menschen, davon allein in Indonesien rund 165.000. Über 110.000
Menschen wurden verletzt, über 1,7 Millionen KüstenbewohnerInnen rund
um den Indischen Ozean wurden obdachlos.
Fotos zum Download: http://bit.ly/1tPbhPX Credit: Caritas
Michael Landau: "Eine unfassbare Katastrophe, die für 100.000e
Menschen traumatisch war und weltweites Entsetzen ausgelöst hat.
Diese Betroffenheit der Menschen wurde durch eine enorme
Spendenbereitschaft, gerade auch in Österreich, nach der Katastrophe
sichtbar. Die Hilfsbereitschaft war und ist beeindruckend!"
Nothilfe und Wiederaufbau durch die Caritas
"In den Monaten nach der Katastrophe war Nothilfe der erste wichtige
Schritt: durch die großzügige Unterstützung der Österreicherinnen und
Österreicher erhielten 300.000 Menschen in Indien, Sri Lanka,
Thailand und Indonesien Essen, Kleidung, Hausrat und medizinische
Betreuung," beschreibt Caritas Auslandshilfegeneralsekretär Christoph
Schweifer die Hilfe für die Tsunami-Opfer: "Im zweiten Schritt der
Hilfe, in der Phase des Wiederaufbaus, mussten wir besonders darauf
achten, dass die Bevölkerung in der Tsunami-Region in Zukunft
gegenüber derartiger Naturkatastrophen gut gewappnet ist."
14.000 Familien erhielten zunächst einfache Bambus- oder Holz-Hütten.
Langfristig entstanden im Katastrophengebiet zehn Dörfer mit 2.341
festen Häusern und 18 halböffentlichen Gebäuden, 7 Schulen, 5
Waisenhäuser, 2 Kindergarten, 2 Kliniken sowie 1 Reha-Center und ein
Altenheim.
Lessons learned
"Vieles, was wir heute in der Katastrophenhilfe selbstverständlich
anwenden, haben wir bei der Tsunami-Hilfe vor 10 Jahren gelernt - es
waren tatsächlich vier Großkatastrophen in vier Ländern gleichzeitig
und alle Hilfsorganisationen waren gefordert wie nie zuvor", erinnert
sich Christoph Schweifer an seinen damaligen Auslandshilfeeinsatz in
Indonesien.
"Es war und ist wichtig, auf lokale Traditionen und Kulturen
Rücksicht zu nehmen, auch wenn Nothilfe und Wiederaufbau extrem
schnell und unter großem Druck durchgeführt werden müssen. Und auch
wenn in der Anfangsphase nach einer Katastrophe alles in Richtung
Notunterkünfte und Wiederaufbau drängt, darf schon da die
Wiederherstellung der Lebensgrundlage der Menschen nicht außer Acht
gelassen werden", analysiert Schweifer die Konsequenzen des
verheerenden Seebebens für folgende Katastrophenhilfe.
"Ein Programm zur Wiederherstellung der erwerbsmäßigen Grundlagen der
Fischer war beispielsweise neben einem Dach über dem Kopf der
wichtigste Schritt zurück in die Normalität. Minikooperationen von
fünfzehn Familien, wurden drei Boote und zwölf Netze zur Verfügung
gestellt. Damit konnte eine ausgeglichene Verteilung des Einkommens
und der Besitzanteile gesichert werden", beschreibt Michael Landau
den Übergang zu "Lifelihood-Hilfe" in den drei großen Tsunami
Ländern.
Koordination vor Ort - UN CLUSTER
Auch auf internationaler Ebene wurde während und nach der Tsunami
Katastrophe von vor 10 Jahren viel gelernt: In akuten Katastrophen,
besonders nach Großkatastrophen, in denen die lokalen Behörden dieser
Aufgabe nicht nachgehen können, wird die internationale Hilfe von den
Vereinten Nationen koordiniert. Seit 2005 gibt es elf sogenannte
UN-Cluster (Sektoren, wie z.B. Emergency Shelter, Camp Management,
Water/Hygiene, Nutrition, etc.) in denen die UN-Organisationen,
andere internationale oder lokale Organisationen, NGOs, lokale
Regierungsvertreter und Militär teilnehmen sollen. Die Teilnahme ist
nicht verpflichtend, sollte aber als Vermeidung von
Doppelgleisigkeiten und zur Verbesserung einer schnellen, effektiven
Hilfe von jedem Akteur wahrgenommen werden.
Tsunami-Konsequenz: Katastrophenfonds für Auslandshilfe
Eine weitere Konsequenz der Tsunami-Katastrophe war im Jänner 2005
die Einrichtung eines internationalen Katastrophenfonds der damaligen
österreichischen Regierung. Der Fonds sollte mit bis zu 100 Millionen
Euro dotiert und im Außenministerium, als Pendant zum nationalen
Katastrophenfonds im Innenministerium eingerichtet werden und wurde
bis heute mit nur 5 Mio ausgestattet.
"Die Mittel aus dem Katastrophenhilfefonds sollten für künftige
Hilfsaktionen herangezogen werden können, um rasch und effizient auf
Krisen und Katastrophen reagieren zu können", erläutert Michael
Landau, "Leider gibt es aktuell so viele Krisenherde wie schon lange
nicht, und Menschen in Not kann nicht geholfen werden, weil der
Katastrophenfonds für Auslandshilfe leider noch immer nicht, wie im
Regierungsübereinkommen vorgesehen, auf 20 Millionen Euro aufgestockt
wurde. Offenbar haben die Horrorbilder von der Tsunami-Katastrophe
ihre Wirkung auf die zuständigen Politiker verloren. Ich halte die
Aufstockung des Auslandshilfekatastrophenfonds für dringend
notwendig, damit Österreich im Katastrophenfall seine internationale
Solidarität wirkungsvoll unter Beweis stellen und Menschen in Not
kann wirksam geholfen werden."
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OCZ






