- 04.12.2014, 17:05:50
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Verhandlungen zur Absicherung heimischer Geflügelmast gescheitert
Branche kämpft mit extremen Kostennachteilen
Utl.: Branche kämpft mit extremen Kostennachteilen =
Wien (OTS/aiz) - Wien, 4. Dezember 2014 (aiz.info). - Die
langjährigen Bemühungen der heimischen Geflügelhalter zur Schaffung
von wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen, die ein langfristiges
Bestehen vor allem der heimischen Putenhalter zum Ziel hatten, sind
heute im Gespräch mit dem zuständigen Gesundheitsministerium
gescheitert. Das von der Branchenvertretung vorgelegte "All In
One"-Programm zur kontinuierlichen Verbesserung in den Bereichen
Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit und Tierwohl wird von den
Spitzenpolitikern und Handelsvertretern zwar als innovativ und
zukunftsorientiert anerkannt. Das darin enthaltende Modell zur
Belohnung für Tierhalter, die sich nachweislich besser um das
Tierwohl kümmern und für die besten Betriebe mehr Tiere im Stall
erlaubt, wurde allerdings klar abgelehnt.
Robert Wieser, Obmann der Dachorganisation der österreichischen
Geflügelwirtschaft (ZAG), zeigt sich nach dieser Entscheidung des
Gesundheitsressorts sehr enttäuscht, er nimmt aber zur Kenntnis, dass
zumindest eine Entscheidung gefallen ist. "Vertreter des
Lebensmittelhandels versichern uns, dass notwendige Mehrpreise
aufgrund der hohen Auflagen in der Geflügelhaltung auch bezahlt
werden. Wir müssen nun abwarten, wie sich der Markt und die Kunden
verhalten. Wir werden jedenfalls versuchen, unter diesen extrem
schwierigen Rahmenbedingungen die österreichischen Konsumenten mit
heimischem Geflügelfleisch zu versorgen", so Wieser. Er gibt zu
bedenken, dass ausländische Mitbewerber deutlich niedrigere Auflagen
in der Geflügelmast einhalten müssen und dadurch einen großen
Kostenvorteil gegenüber den Betrieben in der Alpenrepublik haben.
"Das 'All In One'-Programm hätte nachweislich zu einer
Verbesserung der Tierhaltungsbedingungen geführt. Wenn jetzt
heimische Betriebe zusperren müssen und in der Folge die
Inlandsversorgung sinkt, dann wird mit den zunehmenden Einfuhren von
ausländischem Geflügelfleisch auch Tierleid importiert", warnt Franz
Stefan Hautzinger, der als Vertreter der Landwirtschaftskammer an dem
Gespräch teilnahm. Diskonter würden jetzt bereits fast nur
ausländisches Putenfleisch kaufen, so Hautzinger. Er fordert daher
eine klare Herkunftskennzeichnung, und zwar auch bei
Verarbeitungsprodukten, denn laut Umfragen legt ein Großteil der
heimischen Konsumenten Wert auf kontrollierte heimische Produkte.
(Schluss)
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