Verhandlungen zur Absicherung heimischer Geflügelmast gescheitert

Branche kämpft mit extremen Kostennachteilen

Wien (OTS/aiz) - Wien, 4. Dezember 2014 (aiz.info). - Die langjährigen Bemühungen der heimischen Geflügelhalter zur Schaffung von wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen, die ein langfristiges Bestehen vor allem der heimischen Putenhalter zum Ziel hatten, sind heute im Gespräch mit dem zuständigen Gesundheitsministerium gescheitert. Das von der Branchenvertretung vorgelegte "All In One"-Programm zur kontinuierlichen Verbesserung in den Bereichen Tiergesundheit, Lebensmittelsicherheit und Tierwohl wird von den Spitzenpolitikern und Handelsvertretern zwar als innovativ und zukunftsorientiert anerkannt. Das darin enthaltende Modell zur Belohnung für Tierhalter, die sich nachweislich besser um das Tierwohl kümmern und für die besten Betriebe mehr Tiere im Stall erlaubt, wurde allerdings klar abgelehnt.

Robert Wieser, Obmann der Dachorganisation der österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG), zeigt sich nach dieser Entscheidung des Gesundheitsressorts sehr enttäuscht, er nimmt aber zur Kenntnis, dass zumindest eine Entscheidung gefallen ist. "Vertreter des Lebensmittelhandels versichern uns, dass notwendige Mehrpreise aufgrund der hohen Auflagen in der Geflügelhaltung auch bezahlt werden. Wir müssen nun abwarten, wie sich der Markt und die Kunden verhalten. Wir werden jedenfalls versuchen, unter diesen extrem schwierigen Rahmenbedingungen die österreichischen Konsumenten mit heimischem Geflügelfleisch zu versorgen", so Wieser. Er gibt zu bedenken, dass ausländische Mitbewerber deutlich niedrigere Auflagen in der Geflügelmast einhalten müssen und dadurch einen großen Kostenvorteil gegenüber den Betrieben in der Alpenrepublik haben.

"Das 'All In One'-Programm hätte nachweislich zu einer Verbesserung der Tierhaltungsbedingungen geführt. Wenn jetzt heimische Betriebe zusperren müssen und in der Folge die Inlandsversorgung sinkt, dann wird mit den zunehmenden Einfuhren von ausländischem Geflügelfleisch auch Tierleid importiert", warnt Franz Stefan Hautzinger, der als Vertreter der Landwirtschaftskammer an dem Gespräch teilnahm. Diskonter würden jetzt bereits fast nur ausländisches Putenfleisch kaufen, so Hautzinger. Er fordert daher eine klare Herkunftskennzeichnung, und zwar auch bei Verarbeitungsprodukten, denn laut Umfragen legt ein Großteil der heimischen Konsumenten Wert auf kontrollierte heimische Produkte. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

DI Michael Wurzer
ZAG - Zentrale Arbeitsgemeinschaft
der Österreichischen Geflügelwirtschaft
Dresdner Strasse 89/19
1200 Wien
t: +43-1-334 17 21 -60
f: +43-1-334 17 13
m: +43-664-84 53 023
e: wurzer@zag-online.at
www.zag-online.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIZ0004