• 04.12.2014, 11:46:41
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Geflügelbauern fürchten Aus von österreichischem Putenfleisch

Produktion unter gesetzlichen Bestimmungen nicht wettbewerbsfähig - bereits 60% Import

Utl.: Produktion unter gesetzlichen Bestimmungen nicht
wettbewerbsfähig - bereits 60% Import =

Wien (OTS/aiz) - "Österreichische Geflügelbauern stehen unter enormem
Druck und können unter den derzeit geltenden gesetzlichen
Bestimmungen nicht mehr wettbewerbsfähig produzieren", so die
Dachorganisation der österreichischen Geflügelwirtschaft, ZAG, in
einer Aussendung. Fakt sei: Schon heute kämen über 60% des
Putenfleisches aus Ländern wie Italien, Ungarn und Polen. Dies gehe
hauptsächlich in die Verarbeitung, wie Putenschinken, Putensalami
etc. und in die Gastronomie. Anders formuliert: Putenschnitzel und
Puten-Cordon beim Wirt seien höchstwahrscheinlich nicht aus
Österreich.

Aber auch der Lebensmitteleinzelhandel biete Putenfleisch aus dem
Ausland an. Während bei den Diskontern gar keine heimische Pute zu
finden sei, liege sie bei den anderen Handelsketten - je nach
Verfügbarkeit - im Kühlregal. Lediglich eine rot-weiß-rote
Handelskette biete - außer bei der Eigenmarke - ausschließlich
österreichische Pute an.

Das Problem sei vielschichtig und seit Jahren bekannt:
Regionalität sei ein gern verwendetes Schlagwort, bei der Pute aber
bald nur noch eine Worthülse. Schon heute sei es nicht mehr möglich,
der Gastronomie und den Betrieben der Lebensmittelverarbeitung
Putenfleisch mit österreichischer Herkunft anzubieten. Meist sei der
wettbewerbsfähige Preis das Problem. Und in den seltenen Fällen, bei
denen der niedrigere Preis der internationalen Importware nicht den
Ausschlag gebe, könne nicht geliefert werden, da nicht mehr genügend
österreichische Ware vorhanden sei.

Freiwilliges Programm für Tierwohl und Tiergesundheit zur
Anpassung von Tierzahlen

Die Interessenvertretung der Geflügelbauern, ZAG und GGÖ, sowie
der Geflügelgesundheitsdienst QGV haben ein umfangreiches und
einzigartiges Programm (All In One) ausgearbeitet: "Erstmalig gibt es
ein managementabhängiges Bonussystem bei Puten in Europa", sagt
Tierärztin und Obfrau des Tiergesundheitsdienstes Martina Glatzl.
"Erfüllen Geflügelbauern alle definierten Richtwerte des freiwilligen
Programmes, und erzielen somit eine kontinuierliche Verbesserung im
Sinne der Tiergesundheit und des Tierwohles, dürfen sie eine moderate
und zeitlich sehr begrenzte Anpassung der Tierzahlen vornehmen, die
immer noch deutlich unter den Werten der anderen EU-Mitgliedstaaten
liegt. Nicht Zentimeter, sondern definierte und kontrollierte
Tierwohlindikatoren sind die Kriterien für Tierschutz in der Zukunft.
Mit der Umsetzung des Programmes und einer flächendeckenden Teilnahme
unserer Bauern wäre Österreich auch weiterhin beim Tierschutz in
Europa ganz vorne dabei."

Robert Wieser, ZAG-Obmann: "Unter den aktuellen Bedingungen ist es
nicht mehr möglich, längerfristig Putenfleisch zu erzeugen.
Österreich ist dann leider in bester Gesellschaft mit der Schweiz.
Auch dort wurde die 'Truttenerzeugung' (Trutte bedeutet Pute,
Truthahn) aus dem eigenen Land vertrieben. Jetzt produziert man
hauptsächlich in Ungarn."

Weder für den Konsumenten noch für die Bauern, und schon gar nicht
für die Tiere, habe diese Vorgehensweise Vorteile. Auch den NGOs sei
klar: Tierschutz kann man nur im eigenen Land beeinflussen.
(Schluss)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIZ

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