• 27.11.2014, 12:02:10
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"SCHMUCK 1970-2015: SAMMLUNG BOLLMANN. FRITZ MAIERHOFER - Retrospektive" im MAK

Ramon Puig Cuyas, Brosche, 1990er Jahre, Silber,
geschwärzt, Plexiglas

Wien (OTS) - Einen Überblick über den formalästhetischen und
materialspezifischen Reichtum des internationalen zeitgenössischen
Schmucks präsentiert die Ausstellung "SCHMUCK 1970-2015: SAMMLUNG
BOLLMANN. FRITZ MAIERHOFER - Retrospektive", die ab 14. Januar 2015
im MAK zu sehen ist. Die Schau gewährt erstmals einen tiefen Einblick
in die exquisite, mehr als 1.000 Objekte zählende Schmucksammlung des
österreichischen Ehepaars Bollmann. Stilbildende Unikate und
experimentelle Formen prägen die Ausstellung, die neben den Exponaten
aus der Sammlung Bollmann auch das Oeuvre des international
anerkannten österreichischen Schmuckkünstlers Fritz Maierhofer zeigt.

Insgesamt 454 Exponate aus der Sammlung Bollmann werden im MAK der
Öffentlichkeit präsentiert. Heidi und Karl Bollmann wählten Arbeiten
von 206 KünstlerInnen, die einen Bogen über unterschiedlichste
kulturelle Regionen spannen. Schmuckstücke aus den USA, Mexiko,
Israel, Japan, Australien, Neuseeland, Südafrika, Korea, Vietnam und
China sind ebenso zu sehen wie Exponate aus Österreich und nahezu
allen europäischen Ländern.

"Schmuck wird auch heute noch überwiegend als ein nach der
Konvention zu lesendes Zeichen der gesellschaftlichen Position
gesehen. Etwa Mitte der 1960er Jahre kam es jedoch in Europa, auch
nahezu gleichzeitig in Japan und in den USA, zu einem radikalen
Neubeginn. Die Freiheit der Kunst sollte auch für den Schmuck gelten.
Wir sehen den Sinn der Ausstellung darin, jede Besucherin und jeden
Besucher mit der Vielfalt der Objekte zu einer freien und lustvollen
Bestimmung der eigenen Position einzuladen. Deswegen soll auch die
grundlegende Einheit der Schmuckstücke gezeigt werden", so Karl
Bollmann.

Zu den herausragenden gezeigten KünstlerInnenpositionen zählen
etwa Manfred Bischoff (geb. 1947 in Deutschland, lebt und arbeitet in
Italien und Deutschland), Yasuki Hiramatsu (1926-2012, Japan), Bruno
Martinazzi (geb. 1923, Italien), Philip Sajet (geb. 1953,
Niederlande, lebt und arbeitet in Deutschland), Annamaria Zanella
(geb. 1966, Italien) sowie die Österreicher Helfried Kodré (geb.
1940, Österreich), Manfred Nisslmüller (geb. 1940, Österreich) und
Peter Skubic (geb. 1935 in Serbien, lebt und arbeitet in Österreich).

Seit mehr als 40 Jahren verfolgt das Ehepaar Bollmann die
Entwicklung der zeitgenössischen Schmuckkunst. "Von Anbeginn an waren
meine Frau und ich von der ungemeinen Vielfalt und dem
Abwechslungsreichtum des neuen Schmucks fasziniert. Peter Skubic war
da ein selbstloser Mentor. Auch die immer mit Zweifeln verbundene
Frage, was Schmuck eigentlich ist, und das Suchen nach der allgemein
gültigen Qualität haben zu einem enzyklopädischen und geografisch
weltweiten Ansatz geführt", kommentiert Karl Bollmann sein
Sammlerinteresse.

Im Rahmen des Projekts "Schmuck zur Jahrtausendwende - die
Möglichkeit, die Wirklichkeit, der Mensch" lud Karl Bollmann
prominente internationale SchmuckkünstlerInnen ein, ein Schmuckstück
für seine Ehefrau Heidi Bollmann zu fertigen. Alle 61 Arbeiten,
darunter 16 österreichische, werden in einem eigenen Bereich der in
drei Zeitabschnitte gegliederten Ausstellung (1970 bis 1999, 2000 und
2001 bis 2015) erstmals gemeinsam ausgestellt.

FRITZ MAIERHOFER. Retrospektive

Die Präsentation des Oeuvres von Fritz Maierhofer, einem der
führenden österreichischen Schmuck- und Objektkünstler, bildet den
zweiten Bereich der MAK-Ausstellung "SCHMUCK 1970-2015". Seine
Werkschau umfasst Schmuck und Skulpturen von den 1960er Jahren bis
heute. Ausgestellt werden insgesamt an die 200 Objekte, die durch
ungewöhnliche Materialkombinationen und eine avantgardistische
Auffassung von Schmuck gekennzeichnet sind.

Maierhofer, der seine Ausbildung bei Juwelier Heldwein in Wien
erhielt, erzeugt aus Acrylglas, Stahl, Zinn, Aluminium und dem
synthetischen Material Corian einzigartige Objekte. Der Künstler, der
schon früh eine Neigung zur Bildhauerei erkennen ließ, war in den
1960er und 1970er Jahren von der revolutionären Popkultur Englands
geprägt. "Die folgenden Jahrzehnte sahen vielfältige Veränderungen im
Schaffen Maierhofers, vor allem durch sein Experimentieren mit den
unterschiedlichsten Materialien. Trotz der formalen Vielfalt bleiben
die strukturellen Anhaltspunkte konstant: Es sind die Struktur, die
Regeln des extremen Minimalismus und die aufwendigen abstrakten
geometrischen Kombinationen aus Balken, Achsen und Traversen, alles
Formen, die scheinbar aus architektonischen Installationen
extrapoliert sind", analysiert Graziella Folchini Grassetto einen
Teil seiner künstlerischen Entwicklung im Katalog zur Ausstellung.

Maierhofers erste Arbeiten aus den 1960er und 1970er Jahren
bestechen durch die ungewöhnliche Verbindung der Materialien Acryl
und Metall. Broschen und Ringe seiner Anfangsphase ruhen auf
quadratischen Sockeln und Rahmen, die von Stahldrähten gehalten
werden. Diese dreidimensionalen Werke finden ihre Fortsetzung in den
Arbeiten der nächsten Jahrzehnte, in denen der Künstler Skulpturen
für Plätze, Gärten und Parks realisierte. In seinen jüngst
entstandenen skulpturalen Arbeiten erstellt er zunächst rechteckige
Modelle aus gefaltetem Papier, die er dann in farbige Metallflächen
übersetzt und damit dreidimensionale Effekte erzielt.

Zur Ausstellung erscheint in der Arnoldschen Verlagsanstalt ein
reich illustrierter Katalog in deutscher und englischer Sprache mit
einem Vorwort von Christoph Thun-Hohenstein sowie Beiträgen von Karl
Bollmann und Graziella Folchini Grassetto.

Bildmaterial zur Ausstellung steht unter MAK.at/presse zum
Download bereit.

PRESSEDATEN:

Pressekonferenz: Dienstag, 13. Januar 2015, 10:30 Uhr
Eröffnung: Dienstag, 13. Januar 2015, 19:00 Uhr
Ausstellungsort: MAK-Ausstellungshalle, MAK, Stubenring 5, 1010 Wien
Ausstellungsdauer: 14. Januar - 29. März 2015
Öffnungszeiten: Di 10:00-22:00 Uhr, Mi-So 10:00-18:00 Uhr, Jeden
Dienstag 18:00-22:00 Uhr Eintritt frei

GastkuratorInnen: Heidi und Karl Bollmann sowie Fritz Maierhofer
MAK-Kuratorin: Elisabeth Schmuttermeier, Kustodin MAK-Sammlung
Metall und Wiener-Werkstätte-Archiv

Publikation: Christoph Thun-Hohenstein/Elisabeth Schmuttermeier
(Hg.), "SCHMUCK 1970-2015: SAMMLUNG BOLLMANN.", Mit einem Vorwort von
Christoph Thun-Hohenstein sowie Beiträgen von Karl Bollmann und
Graziella Folchini Grassetto, 144 Seiten, 21 x 27 cm, ca. 120
Abbildungen in Farbe, Hardcover, Deutsch und Englisch, Arnoldsche
Verlagsanstalt, Stuttgart 2015. Erhältlich im MAK Design Shop und
unter MAKdesignshop.at um Euro 29,80.

MAK-Eintritt: Euro 7,90/ermäßigt Euro 5,50/Familienkarte Euro 11,
Eintritt frei für Kinder und Jugendliche bis 19

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MAK

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