• 27.11.2014, 11:52:50
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  • OTS0135 OTW0135

Was Heizen wirklich kostet - 2014

Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur

Utl.: Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur =

Wien (OTS) - Die Heizsaison beginnt und zeitgleich stellt die
Österreichische Energieagentur ihren jährlichen Heizkostenvergleich
vor. "Der Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur
zeigt, welche Heizsysteme welche Kosten und auch CO2-Emissionen
verursachen. Die Verbindung dieser Daten gibt Aufschluss über jene
Heizsysteme, die sich sowohl positiv auf die eigene Haushaltskasse
als auch auf die Umwelt auswirken. Für die individuell richtige
Lösung sollte eine Energieberatung von ExpertInnen vor Ort
herangezogen werden", so Peter Traupmann, Geschäftsführer der
Österreichischen Energieagentur.

Der Heizkostenvergleich beinhaltet folgende Heizsysteme

Fernwärme
Erdgas-Brennwert
Öl-Brennwert
Scheitholz
Pellets
Wärmepumpe - Luft/Wasser
Wärmepumpe - Sole/Wasser mit Erdsonde

Orientierung für Konsumenten

Berücksichtigt werden nicht nur die Brennstoffkosten, sondern auch
die Investitions- und Instandhaltungskosten der verschiedenen
Heizungssysteme - es handelt sich also um einen Vollkostenvergleich.
Da sich die Investitionskosten im Einzelfall sehr stark voneinander
unterscheiden, wurden diese in einer Maximal- und einer
Minimalvariante berechnet.

Die Maximalvariante basiert auf einer kompletten Neuausstattung des
Gebäudes mit einem neuen Heizsystem: es wird davon ausgegangen, dass
das gesamte Heizungssystem (Heizkessel, Warmwasserspeicher,
Pufferspeicher, Wärmeabgabesystem, Gasanschluss, Öl-Tank etc.) neu
installiert wird und keine bereits vorhandenen Altkomponenten des
bisherigen Heizsystems weiter genutzt werden können.
In der Minimalvariante wird angenommen, dass bei der Erneuerung eines
bestehenden Heizungssystems häufig eine fortlaufende Verwendung von
Altkomponenten möglich ist, dass der gleiche Energieträger weiter
genutzt wird und funktionsfähige Komponenten, wie z.B.
Wärmeabgabesystem, Gasanschluss, Öl-Tank, weiter verwendet werden.

Als Referenzgebäude wurde ein charakteristisches Einfamilienhaus
(Wohnfläche 148 m2) herangezogen und die Vollkosten für die Beheizung
für folgende Fallbeispiele ermittelt:

unsaniert, mit einem Heizwärmebedarf von 175 kWh/m2a
thermisch saniert, mit einem Heizwärmebedarf 75 kWh/m2a
Neubau, mit einem Heizwärmebedarf von 50 kWh/m2a

Die Berechnungen erfolgten auf Basis der Energiepreise vom November
2014.

Vollkosten der Fernwärme am niedrigsten

Das Heizsystem mit den günstigsten Heizkosten auf Vollkostenbasis ist
Fernwärme. Das trifft auf alle untersuchten Varianten zu, also egal
ob das Gebäude unsaniert oder saniert ist, ob man die
Investitionskosten in der Maximal- oder Minimalvariante
berücksichtigt, oder es sich um einen Neubau handelt. Dies ist im
Wesentlichen auf die in Relation zu anderen Heizungssystemen geringen
Investitions- und Instandhaltungskosten von Fernwärme zurückzuführen.
Die jährlichen Vollkosten liegen bei sanierten Gebäuden und im Neubau
bei rund 2.600 Euro bzw. bei über 4.300 Euro im unsanierten Gebäude.
Betrachtet man die jeweils drei günstigsten Heizsysteme so schneiden
neben der Fernwärme bei allen Gebäudevarianten auch
Erdgas-Brennwert-Systeme gut ab. Im thermisch unsanierten oder
sanierten Einfamilienhaus zählen auch Scheitholzkessel dazu, sowie
Wärmepumpen auf Basis Luft/Wasser Systeme im Neubau.

Das teuerste Heizsystem ist im unsanierten Einfamilienhaus der
Öl-Brennwertkessel, im sanierten Einfamilienhaus und im Neubau der
Pelletskessel. Die jährlichen Mehrkosten gegenüber Fernwärme liegen
zwischen 1.600 und 1.900 Euro.

Die Möglichkeiten zum Anschluss eines Einfamilienhauses an ein
Fernwärmenetz sind allerdings nicht immer gegeben. Zudem sind die
Fernwärmepreise österreichweit sehr unterschiedlich; für diesen
Heizkostenvergleich wurde daher ein österreichischer
Durchschnittspreis angesetzt. Die Hinweise zur Realisierbarkeit eines
bestimmten Heizsystems und zu regional unterschiedlichen
Energiepreisen gelten aber - in unterschiedlichem Ausmaß - generell
für alle Heizungsarten und Energieträger. Daher ist zu empfehlen, im
Fall der Erneuerung oder der Neuinstallation eines Heizsystems immer
eine Energieberatung vor Ort in Anspruch zu nehmen, um die beste
Lösung für die spezifische Situation und die persönlichen Prioritäten
- zu denen nicht immer (nur) "geringe Heizungskosten" gehören, zu
erzielen. Auch allein durch die regelmäßige Wartung von Heizsystemen
und durch die Vermeidung der Übertemperierung von Wohnräumen kann
bares Geld gespart werden.

Wärmepumpen mit den geringsten Energiekosten

Werden nur die Energiekosten verglichen, d.h. Investitionskosten plus
Kosten für Wartung und Instandhaltung nicht berücksichtigt, so
erweisen sich Wärmepumpen am günstigsten. Systeme, die aufgrund der
Nutzung von Erdwärme (Sole/Wasser mit Erdsonde) sehr gute
Jahresarbeitszahlen erzielen, haben dabei Vorteile gegenüber
Luft/Wasser-Wärmepumpen. Die höchsten Energiekosten weist der
Öl-Brennwertkessel auf. Dessen Energiekosten liegen gegenüber der
Wärmepumpe auf Basis Sole/Wasser mit Erdsonde mehr als doppelt so
hoch. Diese Technologie erfordert allerdings relativ hohe
Investitionskosten. Im Maximalfall betragen sie bis zu viermal so
viel wie für ein Fernwärmesystem bzw. mehr als doppelt so viel wie
für ein Gasbrennwertsystem.

Stark wirkt sich naturgemäß die thermische Qualität des Gebäudes auf
die Heizkosten aus: Die jährlichen Energiekosten des thermisch
sanierten Einfamilienhauses sinken - im Vergleich zum thermisch
unsanierten Gebäude bei allen Heizsystemen im Durchschnitt um 44 %.
Im Neubau reduzieren sich die jährlichen Energiekosten im
Durchschnitt sogar um 58 %.

Scheitholz und Pellets punkten beim Klimaschutz

Eindeutig am emissionsärmsten sind die untersuchten Biomassesysteme
auf Basis von Scheitholz oder Pellets. Die höchsten
Treibhausgasemissionen weisen die auf fossilen Energieträgern
basierenden Öl- und Gas-Brennwertsysteme auf. Gegenüber Scheitholz
und Pellets liegen die CO2-Äqu- Emissionen des Öl-Brennwertsystems um
bis zu 37-fach höher (bis zu 10 t CO2-Äqu).

Ähnlich wie bei den Voll- und Energiekosten spielt auch hier die
thermische Qualität des Gebäudes eine wichtige Rolle. Im Vergleich
zum thermisch unsanierten Gebäude liegen die jährlichen
Treibhausgasemissionen des thermisch sanierten Einfamilienhauses im
Durchschnitt um 44 % niedriger, beim Neubau sogar um 56 %.

Scheitholz vereint niedrige Vollkosten mit geringen
Treibhausgasemissionen
Werden sowohl finanzielle Kriterien (Vollkosten) als auch
Klimaschutzaspekte (Treibhausgasemissionen) berücksichtigt, so
schneidet das Scheitholz-System bei den untersuchten Fallbeispielen
für den Einfamilienhaus-Bestand sehr gut ab. Im Vergleich zu
Fernwärme oder Gas-Brennwert-Systemen erfordert ein solches
Heizsystem aber immer einen erhöhten Betriebsaufwand. Unter den
genannten Bewertungskriterien am nächsten kommt dem Scheitholz-System
die Fernwärme.

Über den Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur
Die energetische Bewertung der Modellgebäude sowie der Heizsysteme
basiert auf den derzeit gültigen Normen bzw. Richtlinien. Für die
ökonomische Bewertung wurde die Annuitätenmethode nach ÖNORM M7140
bzw. VDI 2067 herangezogen. Grundlage dieser Methode ist die
Zinseszinsrechnung. Ausgehend von den auf einen bestimmten Zeitpunkt
bezogenen Kosten (Barwert), die auf drei Kostengruppen -
kapitalgebundene Kosten (Investitions- und Installationskosten),
verbrauchsgebundene Kosten (Brennstoffkosten) und betriebsgebundene
Kosten (Wartungs- und Instandhaltungskosten) - aufgeteilt sind,
werden die durchschnittlichen Jahreskosten (Annuitäten) berechnet.
Diese durchschnittlichen Jahreskosten (Annuitäten) der Investition
werden über den Betrachtungszeitraum (Nutzungsdauer der Investition)
unter Berücksichtigung des Kalkulationszinsfußes und der jeweiligen
Preissteigerungsrate berechnet. Methodik, Annahmen und Ergebnisse
wurden mit Vertretern der Heizungsbranche und den jeweiligen
Energieversorgern diskutiert.

Über die Österreichische Energieagentur - Austrian Energy
Agency

Die Österreichische Energieagentur ist das nationale Kompetenzzentrum
für Energie in Österreich. Sie berät auf Basis ihrer vorwiegend
wissenschaftlichen Tätigkeit Entscheidungsträger aus Politik,
Wissenschaft und Wirtschaft. Ihre Schwerpunkte liegen in der
Forcierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energieträgern im
Spannungsfeld zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Klima- und Umweltschutz
sowie Versorgungssicherheit. Dazu realisiert die Österreichische
Energieagentur nationale und internationale Projekte und Programme,
führt gezielte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit durch und
entwickelt Strategien für die nachhaltige und sichere
Energieversorgung. Die Österreichische Energieagentur setzt
klimaaktiv - die Klimaschutzinitiative des BMLFUW - operativ um und
koordiniert die verschiedenen Maßnahmen in den Themenbereichen
Mobilität, Energiesparen, Bauen & Sanieren und Erneuerbare Energie.
Weitere nationale und internationale Projektinformationen unter:
www.energyagency.at.

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