Zinggl zum Völkerkundemuseum: "Schließung wäre kulturpolitischer Wahnsinn"

Grüne: Ostermayer vergibt Chance auf ein Haus der Kulturen

Wien (OTS) - "Das Völkerkundemuseum soll ins Ausgedinge geschickt werden", warnt der Kultursprecher der Grünen, Wolfgang Zinggl, nachdem Bundesminister Ostermayer im heutigen Kulturausschuss lapidar angemerkt hat, die Auszahlung der bereits beschlossenen 27,5 Millionen Euro für die Neugestaltung des Hauses am Heldenplatz vorerst zu stoppen. "Die Schließung des Völkerkundemuseums wäre kulturpolitischer Wahnsinn. Minister Ostermayer vergibt dadurch die Riesenchance, ein zeitgemäßes 'Haus der Kulturen' zu realisieren. Dazu existieren bereits umfangreiche museale Konzepte, ein Architekturbüro ist bereits beauftragt, die Gelder waren zugesagt -es ist tatsächlich erschütternd, wie nun schon die dritte Generation von Kulturverantwortlichen mit dem traditionsreichen Haus umspringt", erklärt Zinggl. "Seit der Allianz des Schreckens Gehrer/Seipel im Jahr 2001 wird das Museum systematisch zerstört, und nun scheint auch der letzte Funken Hoffnung zu verglimmen."

Was der Minister bezwecke, sei unklar. Es sei aber bemerkenswert, mit welcher Leichtigkeit Ostermayer Budgetbeschlüsse seiner Amtsvorgängerin Claudia Schmied aufhebt, zur selben Zeit aber die umfangreichen Subventionen für das Festspielhaus Erl mit dem Argument verteidigt, diese Beschlüsse hätte seine Vorgängerin getroffen, weshalb er sich nicht darüber hinwegsetzen könne. "Die Wahrheit ist offenbar eine Tochter der Elastizität", vermutet Zinggl. "Ostermayer hat kein frisches Geld, der Finanzminister will lediglich für die Salzburger Festspiele eine Million drauflegen. Und der Kulturminister möchte den Dauerbrenner 'Haus der Geschichte' wieder ins Spiel bringen, an dem sich Rot und Schwarz seit über zehn Jahren die Zähne ausbeißen. Offenbar soll dem scheidenden Bundespräsidenten ein nettes Abschiedsgeschenk gemacht werden", mutmaßt Zinggl.

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