• 21.11.2014, 13:00:37
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EFFAT-Kongress/Foglar: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort

Europäische Gewerkschaften gemeinsam gegen Lohn- und Sozialdumping

Utl.: Europäische Gewerkschaften gemeinsam gegen Lohn- und
Sozialdumping =

Wien (OTS/Wien) - "In Europa muss das Prinzip, gleicher Lohn für
gleiche Arbeit am gleichen Ort' gelten. Das österreichische Lohn- und
Sozialdumpingbekämpfungsgesetz ist daher ein Meilenstein in der
rechtlichen Handhabe gegen Unternehmen, die ArbeitnehmerInnen ihre
kollektivvertraglich geregelten Löhne und Gehälter vorenthalten und
damit ArbeitnehmerInnen, aber auch korrekt handelnde Unternehmen
vorsätzlich schädigen", sagte ÖGB-Präsident Erich Foglar im Rahmen
eines Pressegesprächs anlässlich des 4. Kongresses des Europäischen
Verbands der Landwirtschafts-, Lebensmittel- und
Tourismusgewerkschaften (EFFAT) heute in Wien.++++

Der ÖGB-Präsident begrüßte auch den gestrigen Beschluss im
Nationalrat, das österreichische Lohn- und Sozialdumpinggesetz weiter
zu verschärfen: "Einerseits wurden Strafen erhöht und auch andere
Lohnbestandteile, die im Kollektivvertrag geregelt sind mit
einbezogen. Die bisherige Erfahrung mit dem Gesetz zeigt deutlich,
dass ein Gesetz mit der Möglichkeiten der Kontrolle steht und fällt",
betonte Foglar. Neben der gesetzlichen Handhabe sei auch die
Beratungsarbeit der Gewerkschaften über die Grenzen hinweg
unerlässlich. Denn auch ausländische Firmen, die in Österreich
Aufträge abarbeiten, müssten ihre Beschäftigten für die Dauer der
Tätigkeit in Österreich nach dem österreichischen
Kollektivvertragsbestimmungen entlohnen. "Speziell in diesem Bereich
werden immer wieder Verstöße festgestellt", kritisiert Foglar.

Anti-Sozialdumping-Richtlinie auf europäischer Ebene einführen

"Wir haben nicht mehr nur nationale Arbeitsmärkte, sondern spätestens
seit der Wirtschafts- und Währungsunion auch einen europäischen
Arbeitsmarkt. Die zweite Entwicklung, die wir seit ungefähr 15 Jahren
beobachten, ist, dass es mehr und mehr prekäre
Beschäftigungsverhältnisse gibt: Teilzeitarbeit, befristete
Beschäftigung, entsandte ArbeitnehmerInnen, WerksarbeitnehmerInnen,
LeiharbeitnehmerInnen, SaisonarbeitnehmerInnen und so weiter. Das
Ergebnis dieser Entwicklung ist, dass heute zwei ArbeitnehmerInnen,
die am gleichen Arbeitsplatz die gleiche Arbeit machen,
unterschiedliche Löhne und Rechte haben, weil sie unterschiedliche
Beschäftigungsverhältnisse haben", sagte EFFAT-Generalsekretär Harald
Wiedenhofer.

"In Hinblick auf das Lohn- und Sozialdumpingbekämpfungsgesetz ist
Österreich ein Vorbild für ganz Europa", sagte die gestern gewählte
EFFAT-Präsidentin Therese Gouvelin. "Wir sollten das Beispiel
Österreich nehmen und eine Anti-Sozialdumping-Richtlinie auf
europäischer Ebene einführen", forderte die erste Frau an der Spitze
des EFFAT-Verbandes abschließend.

Ausbeutung von undokumentiert Arbeitender

"Besonders ArbeitnehmerInnen mit unsicherem Aufenthalt oder
eingeschränktem Zugang zum Arbeitsmarkt sind von Ausbeutung
betroffen. Sie arbeiten in allen Branchen, und in allen ist die
Situation gleich: Sie ist unsicher, schlecht bezahlt und gefährlich",
sagte Sandra Stern von der UNDOK-Anlaufstelle zur gewerkschaftlichen
Unterstützung undokumentiert Arbeitender. Aber unabhängig davon, ob
ArbeitnehmerInnen mit oder ohne Papiere arbeiten, gelten
Sozialversicherungsgesetze, Arbeitsrecht und kollektivvertragliche
Mindeststandards für alle ArbeitnehmerInnen. "Für einen fairen
Arbeitsmarkt braucht es die Unterstützung von undokumentiert
Arbeitenden, damit sie zu ihren Rechten kommen", forderte Stern
abschließend.

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