• 20.11.2014, 11:43:26
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WWF setzt 50.000 Störe in der Donau aus

Achtung wegen illegalem Kaviar am Weihnachtstisch

Utl.:
Achtung wegen illegalem Kaviar am Weihnachtstisch =

Belene,Bulgarien/Wien (OTS) - Mit der Freilassung von 5.000 Sterlets
in der Donau in Bulgarien startete der WWF diese Woche das bisher
größte Rettungsprojekt für Störe. Der Sterlet ist eine gefährdete
Fischart und kann mehr als einen Meter lang werden. Die 5.000
Sterlets wurden nach ihrer genetischen Reinheit ausgewählt und an der
linken Vorderflosse mit einem Magnetchip versehen. Jedes Tier kann
dadurch erfasst werden und wichtige Informationen über dessen
Migrationsrouten und Laichgebiete liefern. Insgesamt will der WWF
zukünftig 50.000 Störe an der unteren Donau freilassen um die
Bestände zu stützen.

Störe waren früher an der gesamten Donau heimisch. Heute sind die
Fische - vor allem aufgrund der starken Nachfrage nach Kaviar - die
am stärksten vom Aussterben bedrohte Artengruppe der Welt. Vor der
Freilassung der Tiere waren jahrelange wissenschaftliche
Untersuchungen vorangegangen. "In Europa ist die Donau das einzige
größere Flusssystem, in dem die Rettung überlebender Stör-Bestände
noch möglich ist", erklärt WWF-Expertin Jutta Jahrl.

Die Donau ist die Heimat von einigen der wichtigsten
Stör-Populationen. Weltweit gibt es noch 25 Störarten. Sechs davon
lebten ursprünglich in der Donau. Der Europäische Stör ist dort
bereits ausgestorben. Nur der Sterlet verbringt sein ganzes Leben im
Süßwasser und wandert nicht ins Meer. Deshalb kann der Sterlet auch
in Österreich noch existieren. Er kommt hierzulande noch in einem
kleinen Bestand an einem 15 Kilometer langen Abschnitt der Donau bei
Aschach in Oberösterreich vor. 2014 wurde er auch bei uns zum "Fisch
des Jahres" gekürt.

Die übrigen Donaustöre, das sind Hausen (Beluga), Sternhausen,
Glattdick und Waxdick leben als erwachsene Tiere im Schwarzen Meer
und kehren zum Ablaichen wieder ins Süßwasser zurück. Diese
Donaustör-Arten stehen direkt an der Kippe zum Aussterben. Obwohl
Stör-Fang und Handel mit Wildkaviar bis Ende 2015 in Rumänien und
Bulgarien verboten sind, werden nach wie vor Störe gefangen und
Kaviar wird illegal gehandelt. Der WWF belegte 2013 im Rahmen von
Untersuchungen in Restaurants und bei Kaviarhändlern, dass von 30
Proben zumindest fünf von gewilderten Stören stammten und weitere
Proben falsch gekennzeichnet waren oder gefälschten Kaviar
enthielten. Zwei illegale Proben wurden vom WWF auch in Österreich
entdeckt.

Gerade vor Weihnachten und Silvester wird besonders viel Kaviar
gekauft. "Wer auf Kaviar nicht verzichten will, sollte unbedingt auf
das CITES-Etikett auf dem Glas achten. Nur so können Konsumenten
sicher gehen, dass der Stör-Kaviar aus legalen Quellen und damit
meist aus ökologisch weitgehend unbedenklicher Aquakultur stammt",
empfiehlt Jutta Jahrl vom WWF. Eine andere Möglichkeit für
Weihnachten ist MSC-zertifizierter Rogen von Lachs oder Hering oder
Fischeier ganz von der Weihnachtstafel zu verbannen.

Um die dramatische Situation der 200 Millionen Jahre alten Störe zu
verbessern, muss der Kampf gegen die Wilderei gewonnen werden und
Gesetze zu ihrem Schutz auch tatsächlich vollzogen werden, fordert
der WWF. "In einem großen EU-Projekt arbeiten wir mit Fischern,
Behörden und der Kaviarindustrie zusammen um die Wildbestände an Stör
in der Donau dauerhaft zu schützen", so die WWF-Projektleiterin Jutta
Jahrl (www.danube-sturgeons.org).

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