- 19.11.2014, 10:15:56
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Erfindung eines nicht-invasiven Diagnoseverfahrens für Lungenhochdruck vom Patentamt ausgezeichnet
Wien (OTS) - Das Österreichische Patentamt hat gestern Abend, am 18.
November 2014, das Team des Grazer Ludwig Boltzmann Instituts für
Lungengefäßforschung (LBI LVR) rund um DI Michael Pienn für seine
Erfindung ausgezeichnet. Die Erfindung wurde von der inventum-Jury in
den Kreis der Top-10 Patente des Jahres 2013 gewählt. Pienn und
seinem Team ist es gelungen ein Verfahren zur nicht-invasiven
Diagnose von Bluthochdruck im Lungengefäßsystem zu entwickeln. Bisher
musste zur Diagnose von Lungenhochdruck ein Katheter durch die rechte
Herzkammer in die Lungenarterie eingeführt werden. Dies stellt für
die Patienten eine hohe Belastung dar und ist für
Routineuntersuchungen an der breiten Bevölkerung ungeeignet.
"Lungenhochdruck ist eine komplexe Erkrankung mit schleichendem
Krankheitsverlauf, die unerkannt oft tödlich endet. Unsere Methode
erkennt diese Krankheit bei nicht-invasiven
Computertomographie-Untersuchungen und kann daher invasive Eingriffe
zur Bestimmung des Druckes ersetzen. Dies ermöglicht frühere
Diagnosen mit weniger Risiko", so Pienn zu seiner Erfindung. "Ich
freue mich sehr über unsere Auszeichnung, die ein Ergebnis der
gemeinsamen, interdisziplinären Zusammenarbeit in unserem Team
zwischen Klinikern, Forschern und Technikern der Meduni Graz, TU Graz
und des LBI LVR ist."
Lungenhochdruck - eine gefährliche Erkrankung mit
schleichendem Verlauf
Lungenhochdruck ist eine seltene und komplexe Erkrankung, deren
Diagnostik und Therapie hoch spezialisierte Untersuchungen und
individuelle Behandlungsformen erfordern. Unerkannt kann ein schwerer
Lungenhochdruck schon nach wenigen Jahren tödlich enden. Die
Betroffenen kämpfen nicht nur mit starker funktioneller
Einschränkung, auch ihre Psyche und das soziale Leben sind stark
beeinträchtigt. Da als häufigstes Symptom Atemnot bei körperlicher
Belastung genannt wird, geschieht die Diagnose von Lungenhochdruck
meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung. Die neu
entwickelte Methode des LBI LVR ermöglicht eine raschere Erkennung
von Patienten mit Lungenhochdruck sowie die Überprüfung eines
größeren Personenkreises. Da die Methode leicht in die bestehenden
Untersuchungsalgorithmen integriert werden kann, ermöglicht sie
außerdem eine Verdachtsdiagnose ohne zusätzlichen Aufwand für den
Befunder.
Über die inventum Auszeichnung:
Das Österreichische Patentamt prämiert zum dritten Mal den
Ideenreichtum der heimischen Innovationstätigkeit mit der
Auszeichnung inventum. Dieser Preis für die "Erfindung des Jahres"
soll jene Menschen vor den Vorhang holen, deren Ideen es ermöglichen,
neue Wege in der technischen Forschung und Entwicklung zu
beschreiten. Unternehmen und Erfinder/innen, Hochschulen und
Forschungseinrichtungen, die Anteil am ökonomischen und
wissenschaftlichen Fortschritt in Österreich haben, waren
aufgefordert mitzumachen. Aus den erfolgten Einsendungen wurden die
Gewinner/innen durch eine Jury ermittelt und im Rahmen der
Preisverleihung am 18. November 2014 im Haus der Ingenieure in Wien
feierlich ausgezeichnet.
Über das Ludwig Boltzmann Institut für Lungengefäßforschung (LBI
LVR):
Das Ludwig Boltzmann Institut für Lungengefäßforschung (Leitung:
Prof. DDr. Andrea Olschewski) verbindet präklinische Spitzenforschung
und klinische Medizin unter einem Dach. Das LBI LVR befindet sich an
der Meduni Graz und beschäftigt ein Team aus Grundlagenforschern und
klinischen Ärzten, welches sich mit der Erforschung der Funktion und
Erkrankungen der Lungengefäße befasst. Das LBI LVR, ein Institut der
Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG), wurde 2010 durch die LBG
gegründet und arbeitet gemeinsam mit seinen Partnern, der
Medizinischen Universität Graz (AT) und Bayer HealthCare (DE) an
Methoden zur früheren Erkennung dieser Krankheit und der Erforschung
neuer Signalwege, die zu innovativen Medikamenten führen können.
Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG):
Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist der Forschungsinkubator
im Bereich Health Sciences und betreibt 20 Forschungseinrichtungen
(Ludwig Boltzmann Institute/LBI) mit rund 550 Mitarbeiter/innen. Die
LBG steht mit ihrem Motto "Nahe am Menschen" für die Behandlung
gesellschaftsrelevanter Forschungsfragen.
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