Erfindung eines nicht-invasiven Diagnoseverfahrens für Lungenhochdruck vom Patentamt ausgezeichnet

Wien (OTS) - Das Österreichische Patentamt hat gestern Abend, am 18. November 2014, das Team des Grazer Ludwig Boltzmann Instituts für Lungengefäßforschung (LBI LVR) rund um DI Michael Pienn für seine Erfindung ausgezeichnet. Die Erfindung wurde von der inventum-Jury in den Kreis der Top-10 Patente des Jahres 2013 gewählt. Pienn und seinem Team ist es gelungen ein Verfahren zur nicht-invasiven Diagnose von Bluthochdruck im Lungengefäßsystem zu entwickeln. Bisher musste zur Diagnose von Lungenhochdruck ein Katheter durch die rechte Herzkammer in die Lungenarterie eingeführt werden. Dies stellt für die Patienten eine hohe Belastung dar und ist für Routineuntersuchungen an der breiten Bevölkerung ungeeignet.

"Lungenhochdruck ist eine komplexe Erkrankung mit schleichendem Krankheitsverlauf, die unerkannt oft tödlich endet. Unsere Methode erkennt diese Krankheit bei nicht-invasiven Computertomographie-Untersuchungen und kann daher invasive Eingriffe zur Bestimmung des Druckes ersetzen. Dies ermöglicht frühere Diagnosen mit weniger Risiko", so Pienn zu seiner Erfindung. "Ich freue mich sehr über unsere Auszeichnung, die ein Ergebnis der gemeinsamen, interdisziplinären Zusammenarbeit in unserem Team zwischen Klinikern, Forschern und Technikern der Meduni Graz, TU Graz und des LBI LVR ist."

Lungenhochdruck - eine gefährliche Erkrankung mit schleichendem Verlauf

Lungenhochdruck ist eine seltene und komplexe Erkrankung, deren Diagnostik und Therapie hoch spezialisierte Untersuchungen und individuelle Behandlungsformen erfordern. Unerkannt kann ein schwerer Lungenhochdruck schon nach wenigen Jahren tödlich enden. Die Betroffenen kämpfen nicht nur mit starker funktioneller Einschränkung, auch ihre Psyche und das soziale Leben sind stark beeinträchtigt. Da als häufigstes Symptom Atemnot bei körperlicher Belastung genannt wird, geschieht die Diagnose von Lungenhochdruck meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung. Die neu entwickelte Methode des LBI LVR ermöglicht eine raschere Erkennung von Patienten mit Lungenhochdruck sowie die Überprüfung eines größeren Personenkreises. Da die Methode leicht in die bestehenden Untersuchungsalgorithmen integriert werden kann, ermöglicht sie außerdem eine Verdachtsdiagnose ohne zusätzlichen Aufwand für den Befunder.

Über die inventum Auszeichnung:

Das Österreichische Patentamt prämiert zum dritten Mal den Ideenreichtum der heimischen Innovationstätigkeit mit der Auszeichnung inventum. Dieser Preis für die "Erfindung des Jahres" soll jene Menschen vor den Vorhang holen, deren Ideen es ermöglichen, neue Wege in der technischen Forschung und Entwicklung zu beschreiten. Unternehmen und Erfinder/innen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die Anteil am ökonomischen und wissenschaftlichen Fortschritt in Österreich haben, waren aufgefordert mitzumachen. Aus den erfolgten Einsendungen wurden die Gewinner/innen durch eine Jury ermittelt und im Rahmen der Preisverleihung am 18. November 2014 im Haus der Ingenieure in Wien feierlich ausgezeichnet.

Über das Ludwig Boltzmann Institut für Lungengefäßforschung (LBI LVR):

Das Ludwig Boltzmann Institut für Lungengefäßforschung (Leitung:
Prof. DDr. Andrea Olschewski) verbindet präklinische Spitzenforschung und klinische Medizin unter einem Dach. Das LBI LVR befindet sich an der Meduni Graz und beschäftigt ein Team aus Grundlagenforschern und klinischen Ärzten, welches sich mit der Erforschung der Funktion und Erkrankungen der Lungengefäße befasst. Das LBI LVR, ein Institut der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG), wurde 2010 durch die LBG gegründet und arbeitet gemeinsam mit seinen Partnern, der Medizinischen Universität Graz (AT) und Bayer HealthCare (DE) an Methoden zur früheren Erkennung dieser Krankheit und der Erforschung neuer Signalwege, die zu innovativen Medikamenten führen können.

Über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG):

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist der Forschungsinkubator im Bereich Health Sciences und betreibt 20 Forschungseinrichtungen (Ludwig Boltzmann Institute/LBI) mit rund 550 Mitarbeiter/innen. Die LBG steht mit ihrem Motto "Nahe am Menschen" für die Behandlung gesellschaftsrelevanter Forschungsfragen.

Rückfragen & Kontakt:

Ludwig Boltzmann Institut für Lungengefäßforschung
Univ.-Prof. Dr. Andrea Olschewski
Tel.: 0316/385-72057
andrea.olschewski@lvr.lbg.ac.at
http://lvr.lbg.ac.at

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