- 18.11.2014, 11:24:02
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GPA-djp-Gotthartsleitner: Nur 40 Prozent der Handelslehrlinge arbeiten in ihrem Wunschberuf
Neues Berufsbild und Vermittlung neuer Kompetenzen soll Abhilfe schaffen
Utl.: Neues Berufsbild und Vermittlung neuer Kompetenzen soll
Abhilfe schaffen =
Wien (OTS/ÖGB) - Jeder zweite Handelslehrling muss Überstunden
leisten, obwohl das unter 18-Jährigen verboten ist; ein klares Nein
zur Arbeit am Sonntag; und für 42 Prozent ist der Handel nicht ihr
Wunschberuf, was an der oft fehlenden Wissensvermittlung liegen
dürfte - das sind die zentralen Ergebnisse der heurigen Befragung der
Lehrlinge im Handel, wie sie die Jugend der GPA-djp (Gewerkschaft der
Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) jährlich durchführt.
Alle 16.332 Handelslehrlinge in Österreich bekamen heuer den
Fragebogen, mit 2.050 Retouren beträgt der Rücklauf exakt 12,5
Prozent, womit Helmut Gotthartsleitner sehr zufrieden ist: "Das ist
angesichts der Dimension der Umfrage ein sehr gutes Ergebnis".
Weniger zufrieden ist der GPA-djp-Bundesjugendsekretär naturgemäß mit
einigen Detailergebnissen: Dass auch heuer wieder 57,2 Prozent der
Lehrlinge angeben, regelmäßig Überstunden leisten zu müssen, und 4,7
Prozent von ihnen sogar bis zu 15 Stunden monatlich, zeigt, dass es
bei den ausbildenden Betrieben diesbezüglich kein Problembewusstsein
gibt, ärgert sich Gotthartsleitner: "Immerhin verbietet das Kinder-
und Jugendbeschäftigungsgesetz Überstunden für unter 18-Jährige.
Trotzdem werden Lehrlinge nach wie vor regelmäßig dafür
herangezogen."
Auch was das Arbeiten am Wochenende betrifft, scheiden sich Theorie
und Praxis: Obwohl natürlich auch für Lehrlinge die im Handel
allgemein gültige sogenannte Schwarz-Weiß-Regel gilt, wonach auf
einen Samstag, an dem nach 13.00 Uhr gearbeitet wird, ein
arbeitsfreier Samstag folgen muss, arbeiten 12,4 Prozent an drei
Samstagen länger als bis 13.00 Uhr. Rund acht Prozent der Befragten
geben überhaupt an, jeden Samstag länger arbeiten zu müssen. "Wir
haben offensichtlich noch viel Aufklärungsarbeit vor uns", so
Gotthartsleitner. Davon abgesehen hätten 66 Prozent der Befragten am
Samstag am liebsten frei, satte 96,5 Prozent der Befragten geben an,
am Sonntag nicht arbeiten zu wollen, für 48,1 Prozent wäre Arbeit am
Sonntag sogar ein Grund, den Job zu wechseln. "Viel deutlicher kann
die Ablehnung zur Sonntagsöffnung kaum ausfallen. Damit ist auch das
Argument der Befürworter, dass es junge Menschen nicht stören würde,
am Sonntag arbeiten zu müssen, deutlich entkräftet", resümiert
Gotthartsleitner.
Insgesamt geben 82,1 Prozent der österreichischen Handelslehrlinge
an, zufrieden mit ihrer Ausbildung zu sein, bei den Kommentaren zu
dieser Frage ist aber oft von fehlendem Kundenkontakt und mangelnder
Wissensvermittlung die Rede. "In diesem Sinn ist sicher auch der Wert
zu deuten, dass 42 Prozent angeben, nicht in ihrem Wunschberuf zu
arbeiten", fasst Gotthartsleitner zusammen: "Deswegen ist uns auch
das neue Berufsbild Handel, das wir in vielen konstruktiven
Verhandlungsrunden gemeinsam mit der Wirtschaftskammer erarbeitet
haben, so wichtig! Im neuen Berufsbild wird neben dem Lernen von
Englisch auch die Vermittlung von sozialen Kompetenzen, wie
Kommunikation und Konfliktfähigkeit, verankert. Unsere Aufgabe wird
es sein, gemeinsam mit den JugendvertrauensrätInnen dafür zu sorgen,
dass dieses Berufsbild dann auch in den Betrieben ankommt und die
Lehrlinge motiviert!"
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