- 18.11.2014, 10:58:37
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Von den Werten der Natur: Bundesforste und TU Wien starten österreichweites Pionierprojekt
Modellprojekt zur ökonomischen Bewertung von Ökosystemleistungen auf ÖBf-Flächen
Utl.: Modellprojekt zur ökonomischen Bewertung von
Ökosystemleistungen auf ÖBf-Flächen =
Wien/Purkersdorf (OTS) - Was ist intakte Natur wert? Einzigartige
Landschaften, Vielfalt an Tieren und Pflanzen, saubere Luft und
klares Wasser: Die Leistungen, die funktionierende Ökosysteme
erbringen, stellen eine fundamentale Lebensgrundlage für die
Menschheit dar. Scheinbar im Übermaß vorhanden und vielfach als
selbstverständlich wahrgenommen, laufen Ökosysteme Gefahr, übernutzt
und beeinträchtigt zu werden. Als erstes Unternehmen in Österreich
starten die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) gemeinsam mit der
Technischen Universität Wien (TU Wien) nun ein Modellprojekt zur
Erfassung und ökonomischen Bewertung von Ökosystemleistungen und
nehmen dabei europaweit eine Vorreiterrolle ein. Ziel des Projektes
ist es, die Leistungen der Natur und die Werte von Ökosystemen
erstmals sichtbar zu machen und die Kosten aufzuzeigen, müssten
Natur-Leistungen durch "künstliche" Leistungen ersetzt werden. So
sollen eine nachhaltige Nutzung der Natur, ihre Leistungsfähigkeit
und Qualität für die nächsten Generationen bewahrt werden.
Pionierprojekt "Die Werte der Natur" in Österreich
Auf der gesamten ÖBf-Fläche von rund 860.000 Hektar werden
erstmals einzelne Ökosystemleistungen (wie z.B. Lebensmittel, Wasser,
Holz, Klimaregulierung, Erosion) erfasst und gesamtökonomisch - nach
ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kriterien -
bewertet. Ziel ist es, die Leistungen zu quantifizieren und ihren
Wert besser sichtbar zu machen. Vor kurzem fiel der Startschuss für
das Pionierprojekt, für dessen Umsetzung ein Rahmen von fünf Jahren
vorgesehen ist. Erste Zwischenergebnisse werden Ende 2015 vorliegen.
Projektpartner ist die Technische Universität Wien, Department für
Raumplanung, Fachbereich Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik,
unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Michael Getzner, der sich auf
nationaler wie internationaler Ebene bereits mehrfach mit der
ökonomischen Bewertung von Ökosystemleistungen beschäftigt hat.
Mittel- und langfristig fließen die Ergebnisse in die
Unternehmensstrategie ein und werden künftig als gesamtökonomische
Entscheidungsgrundlage für die Naturraum-Bewirtschaftung
herangezogen.
Vorstudie und internationale Expertise
Das Projekt wurde bereits über die letzten Jahre gemeinsam mit dem
WWF - World Wide Fund For Nature entwickelt und zuletzt eine
Vorstudie mit dem Umweltbundesamt durchgeführt, bei der die
Untersuchung erster Ökosystemleistungen auf Flächen der Bundesforste
auf Machbarkeit geprüft wurde. Kategorisiert in die vier Bereiche
"Wirtschaft", "Gesundheit", "Sicherheit" und "Natürliche Vielfalt"
wurden 17 Ökosystemleistungen wie qualitativ hochwertiges Wasser,
fruchtbarer Boden, wertvolle Natur- und Kulturlandschaften, aber auch
Erholungsleistung, Klimaregulation bis hin zu Erosions- und
Hochwasserschutz ausgewählt, die nun erstmals untersucht werden.
Neben VertreterInnen von WWF, Umweltbundesamt, Ministerium für ein
lebenswertes Österreich, Universität für Bodenkultur oder
Wirtschaftsuniversität Wien werden auch WissenschaftlerInnen
namhafter Forschungseinrichtungen wie ETH Zürich, Simon Fraser
University Vancouver oder der Free University Amsterdam an dem
Projekt mitwirken.
Von lokaler Klimaregulation bis hin zu Erosion
In der ersten Projektphase 2014/15 werden fünf der insgesamt 17
ausgewählten Ökosystemleistungen untersucht. Untersuchungsgebiet sind
die Gesamtflächen der Bundesforste (rund 10% der Landesfläche). Eine
der ausgewählten Ökosystemleistungen ist etwa die "lokale
Klimaregulationsleistung" insbesondere im Landschaftsraum Wienerwald.
Gerade in Ballungsräumen ist diese Funktion besonders relevant, da
hier regulierende Ökosystemleistungen seltener auftreten. Weiters
wird auf ÖBf-Flächen im Pinzgau etwa die Ökosystemleistung
"Wasserversorgung" bewertet. Untersucht wird die Menge und Qualität
der Grundwasservorkommen. Auf Gebirgsflächen der Bundesforste im
Inneren Salzkammergut stehen der Erosionsschutz als Ökosystemleistung
und die Ersparnis an Kosten durch technische Schutzeinrichtungen
sowie deren Auswirkung auf den Wert von Immobilien im Fokus. Zudem
laufen auf der Gesamtfläche Untersuchungen zur "Artenvielfalt" als
Ökosystemleistung.
Internationaler Impuls
Impulsgeber hinter dem Pilotprojekt von Bundesforsten und TU Wien
ist die sogenannte TEEB-Initiative der G8+5 Umweltminister, die 2007
unterstützt von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen wurde.
TEEB steht für The Economics of Ecosystems and Biodiversity. Mit der
gleichnamigen Studie, an deren Erstellung mehr als 500
WissenschaftlerInnen beteiligt waren, wurden erstmals Ansätze zur
ökonomischen Bewertung von Ökosystemleistungen und Artenvielfalt auf
die globale Agenda gebracht. Mit der Initiative soll auf die
weltweiten wirtschaftlichen Vorteile von Biodiversität und die Kosten
von Biodiversitätsverlust und Ökosystem-Verschlechterung aufmerksam
gemacht werden.
Langfassung unter www.bundesforste.at
Weitere Informationen unter www.teebweb.org
Rückfragehinweis:
Österreichische Bundesforste
Mag. Pia Buchner, Pressesprecherin
Tel. 02231-600-2120
E-Mail [email protected]
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