Neues Volksblatt: "Gesundheitspolitik" von Markus EBERT

Ausgabe vom 15. November 2014

Linz (OTS) - Wenn die oberösterreichische SPÖ im Zusammenhang mit der Spitalsreform II ihre Paktfähigkeit und damit auch ihre politische Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzt, ist das grundsätzlich einmal ein parteiinternes Problem. Die ständigen Absetzbewegungen von einem im Landtag mitbeschlossenen Vorhaben aus wahltaktischen Gründen werden aber dann zu einem allgemeinen Ärgernis, wenn - wie jetzt in Braunau - in mehr als fragwürdiger Diktion Angstmache betrieben wird. Zu behaupten, es sei "lebensbedrohlich", weil es im Braunauer Krankenhaus keinen Herzkatheter gibt, ist schlicht unsäglich. Fragen der Gesundheitsversorgung sind selbstverständlich hochpolitische Fragen, weil sie wie kaum etwas anderes die Menschen ursächlich berühren. Umso sorgsamer gilt es mit solchen Fragen umzugehen - was keineswegs bedeutet, dass sie im politischen Diskurs nicht gestellt werden dürfen. Allerdings ist der Stammtisch wohl kaum der geeignete Ort, um über die Situierung eines Herzkatheters eine Fachdebatte zu führen.
Zum Glück ist die offizielle Gesundheitspolitik des Landes OÖ anders gestrickt, nämlich vorwärtsgewandt. Wenn nun, wie gestern von LH Josef Pühringer bekannt gegeben, von der öffentlichen Hand die Kosten für das Klinisch-Praktische Jahr der Medizinstudenten übernommen werden, hilft das den Menschen nämlich mehr als eine demagogische Debatte über medizinische Großgeräte.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001