- 31.10.2014, 10:10:52
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WKÖ-Kongress: IT-Sicherheit braucht einen gesamtstaatlichen Ansatz
Staatssekretär Mahrer: Arbeiten mit Hochdruck an Digitaler Agenda für Österreich
Utl.: Staatssekretär Mahrer: Arbeiten mit Hochdruck an Digitaler
Agenda für Österreich =
Wien (OTS/PWK755) - Das Thema IT-Sicherheit stand im Zentrum des
Datenschutz-Kongresses der Bundessparte Information und Consulting in
der Wirtschaftskammer Österreich. Staatssekretär Harald Mahrer
betonte die Wichtigkeit von CyberSecurity: "Die Abwägung von
Informationsfreiheit und Datensicherheit ist ein immer wichtigeres
Thema für die Zukunft". Mahrer strich in seiner Rede die Chancen der
Digitalen Revolution klar hervor: "Digitale Entwicklungen wie etwa
Industrie 4.0 werden jedenfalls zu einem Strukturwandel mit vielen
neuen Geschäftsmodellen führen, und dafür werden wir uns auch seitens
der Bundesregierung mit aller Kraft einsetzen." Mahrer möchte
demnächst mit einer neuen Digitalen Agenda Antworten auf die
vielfältigen Herausforderungen der Digitalen Revolution definieren.
Gert-René Polli, ehemaliger Leiter des Bundesamtes für
Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVD), erläuterte in
eindrucksvoller und ausführlicher Weise die internationale
Bedrohungslage für Unternehmen: "Neben der politischen Spionage hat
die Wirtschaftsspionage mittlerweile einen ebenso großen
Stellenwert". Zusätzlich zur technischen Abwehr strich Polli die
Notwendigkeit hervor, dass geschulte Mitarbeiter ein Hauptpunkt einer
funktionierenden IT-Sicherheitsstrategie sind. Damit die Unternehmen,
speziell KMU, allerdings IT-resilient werden, ist ein
gesamtstaatlicher Ansatz anzustreben. Zu diesem Zweck muss der Dialog
zwischen Staat und Wirtschaft weiter forciert werden.
Roland Ledinger vom Bundeskanzleramt erläuterte im
Diskussionsbeitrag die IKT-CyberSecurity-Strategie des Bundes. Ein
Ergebnis dieser Strategie ist das Online-Sicherheitsportal, für das
die Wirtschaft in Form des von der Bundessparte Information und
Consulting betriebenen it-safe.at-Projektes einen wesentlichen
Beitrag geleistet hat. Das Online-Sicherheitsportal ist eine
Informationsplattform zu Themen des Datenschutzes und der
IT-Sicherheit. Ledinger betonte, dass der Staat zwar passende
Rahmenbedingungen schaffen kann, die Umsetzung von IT-Sicherheit aber
in der Eigenverantwortung der Bürger und der Unternehmen liege.
Dieser Gedanke wurde vom Vertreter der Bundessparte Information
und Consulting, René Bogendorfer, aufgenommen, der auf die
mittlerweile seit 10 Jahren existierende Unterstützungsaktion
it-safe.at verwies. Neben der Bewusstseinsbildung für das Thema,
welches in letzter Zeit durch die internationalen Vorkommnisse immer
aktueller wird, geht es nun darum, diese Awareness in konkrete
Handlungen umzusetzen, betonte Bogendorfer. Eine Vielzahl an
Ratgebern für spezielle Zielgruppen wie KMU, Mitarbeiter von KMU
sowie EPU helfen, eine erste Risikoeinschätzung und konkrete
Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit zu treffen. Darauf aufbauend
empfiehlt die Wirtschaftskammer aber die Heranziehung von
IT-Sicherheitsexperten, die das IT-System im Unternehmen analysieren
und weitere strategisch wichtige Schritte einleiten bzw. umsetzen
können.
Dass eine derartige Strategieentwicklung zur Erhöhung der
IT-Sicherheit erforderlich ist, betonte auch Bernhard Schuster von
der Firma Infotech EDV-Systeme. Eine besondere Schwachstelle sei nach
wie vor der Mensch. Er ist oftmals das Angriffsziel und das
eigentliche Einfallstor für Datendiebe.
Dass das Thema IT-Sicherheit und Datenschutz seit der
Snowden-Affäre einen hohen Aufmerksamkeitsgrad besitzt, betonte auch
Judith Leschanz, Leiterin der National Data Privacy der A1 Telekom
Austria. Sie berichtete, dass immer mehr Anfragen bezüglich des
Datenschutzes und der Datensicherheit von den Kunden gestellt werden,
die auch nach konkreten Schutzmaßnahmen fragen. Einen sehr
interessanten Einblick in die Tätigkeit eines IT-Sicherheitsexperten
bot auch Alexander Graf von der Firma IQSol. Dieser berichtete von
Blackout bzw. Notfallslösungen, wenn die eigentlichen
Notfallmaßnahmen nicht mehr greifen.
In den Workshops wurde eine Vielzahl praxisrelevanter und
rechtlicher Fragen angespro-chen. Prof. A Min Tjoa von der TU Wien
gab konkrete Handlungsempfehlungen für KMU in Bezug auf
Cloud-Sicherheit und Computing. IT-Experte Markus Angermann zeigte
viele praktische Anregungen für ein gutes Listing in Suchmaschinen.
IT-Experte Jürgen Stöger illustrierte die vielen Risken im Umgang mit
Smartphones. RA Axel Anderl erläuterte die Haftung bei
Datenschutzverstößen. Tracking im Internet - Profileerstellung und
Datenschutz von RA Roland Marko und die Absicherung von
EU-Cloud-Daten vor Zugriffen aus Drittländern von RA Philipp Miller
rundeten das Bild ab. Abgeschlossen wurden die Workshops durch den
Bundesspartenobmann-Stv. Hans-Jürgen Pollirer, der einen aktuellen
Überblick über den Stand der politischen Diskussion zur
Da-tenschutz-Grundverordnung gab.
Das LAB/IC der Bundessparte Information und Consulting ist eine
Plattform für einen sachlichen und öffentlichen Diskurs zu aktuellen
Themen.
Die Bundessparte Information und Consulting ist die gesetzliche
Interessenvertretung für rund 120.000 Unternehmen aus den
Kommunikation, Beratung und wissensbasierten Dienstleistungen. (PM)
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