- 31.10.2014, 09:30:09
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AK-Kritik: Missglückte Neuregelung des Pensionsvorschusses zwingt schwer kranke Frau dazu, ihre Behandlung abzubrechen
Linz (OTS) - Eine psychisch kranke Frau steht vor der Entscheidung:
Entweder sie bricht ihre Behandlung ab, oder sie steht völlig ohne
soziale Absicherung da. Die Arbeiterkammer Oberösterreich ist schon
wieder mit einem Härtefall konfrontiert, der auf der missglückten
Neuregelung des Pensionsvorschusses beruht. "Krankheit darf nicht in
die Armutsfalle führen. Diese Regelung muss endlich repariert
werden", fordert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.
Seit ihrer Scheidung leidet die 45-Jährige Innviertlerin an
Depressionen und Angstzuständen. Die Firma, in der sie in der
Buchhaltung gearbeitet hat, hat sie gekündigt. Seit vielen Monaten
ist die Frau wegen ihrer psychischen Beschwerden in Behandlung. Jetzt
bekommt sie kein Krankengeld mehr.
Ihr Pensionsantrag wurde abgelehnt. Dagegen klagt die AK vor dem
Sozialgericht. Früher hätte sie bis zur endgültigen Klärung des
Pensionsantrags einen Pensionsvorschuss bekommen, seit der
Neuregelung nicht mehr. Und mit dem Arbeitslosengeld schaut es auch
schlecht aus: Eigentlich sollte die Frau ihre Behandlung in einer
Klinik fortsetzen. Wenn sie das tut, kann sie aber nicht auf eine
Arbeitsstelle vermittelt werden. Das heißt, sie hat die Wahl zwischen
Pest und Cholera: Entweder sie bricht die dringend notwendige
Behandlung ab, damit sie Arbeitslosengeld bekommt. Oder sie setzt die
Behandlung fort und steht völlig ohne soziale Absicherung da.
Die Neuregelung des Pensionsvorschusses sei missglückt, kritisiert
AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: "Wir sind immer wieder mit
tragischen Fällen konfrontiert. Das muss repariert werden - entweder
durch die Wiedereinführung des Pensionsvorschusses oder durch ein
Sonderkrankengeld." Wer Jahrzehnte lang Sozialversicherungsbeiträge
gezahlt habe, dürfe im Krankheitsfall nicht ohne soziale Absicherung
dastehen.
Die dramatischen Auswirkungen dieser verunglückten Regelung wurden
mittlerweile auch schon in der Fernsehsendung "Bürgeranwalt"
thematisiert. Schützenhilfe für die Forderungen der AK Oberösterreich
leistet auch die Österreichische Multiple Sklerose Gesellschaft.
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