• 28.10.2014, 09:45:02
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Schutzmaßnahme vor der Gehirn-OP – Ultrahochfeld-MR stellt Sprachzentren im Gehirn noch viel exakter dar

Wien (OTS) - In einer neuen Untersuchung der Universitätsklinik für
Neurologie der MedUni Wien konnte nun erstmals gezeigt werden, dass
die für Sprachverständnis wichtigen Hirnareale mit Ultrahochfeld-MR
(7 Tesla) deutlich besser diagnostiziert werden können als mit
üblichen klinischen MR-Geräten. Das hilft, diese Areale bei
Gehirnoperationen effektiver zu schützen und nicht versehentlich zu
beschädigen.

Vor Gehirnoperationen ist es wichtig, die für Sprache notwendigen
Hirnareale genau zu kennen, um sie während dem Eingriff nicht zu
verletzen. Deren Lage kann sich - vor allem bei Tumoren oder
Verletzungen - beträchtlich verschieben. Auch die Flexibilität des
Gehirns sorgt dafür, dass sich die Sprachzentren in andere Bereiche
verlagern können. Sollten bei einer Gehirnoperation Bereiche der
Sprachsteuerung und -verarbeitung verletzt werden, kann es hier zur
Sprachunfähigkeit kommen. Um hier im Vorfeld eine "Landkarte" der
Sprachsteuerung anzulegen, wird heutzutage die funktionelle
Magnetresonanztomographie (fMRT) eingesetzt.

Eine Multicenter-Studie aus dem Jahr 2013 wies die Stärken von
fMRT-gestützten Lokalisierungen im Gehirn aus. In einer neuen
Untersuchung der Arbeitsgruppe von Roland Beisteiner
(Universitätsklinik für Neurologie) konnte nun erstmals gezeigt
werden, dass die für Sprachverständnis wichtigen Hirnareale mit
Ultrahochfeld MR (7 Tesla) noch deutlich besser lokalisiert werden
können als mit üblichen klinischen MR-Geräten. Dabei wird Augenmerk
auf die beiden wichtigsten Sprachzentren im Gehirn, das
Wernicke-Areal (es steuert das Sprachverständnis) und das Broca-Areal
(es kontrolliert die motorische Funktion des Sprechens) gelegt.

Während PatientInnen Sprachaufgaben lösen, wird das Gehirn auf
Aktivität gescannt. Dabei lassen sich die für das Sprechen benötigten
Bereiche genauer als bisher lokalisieren. "Das Ultrahochfeld-MR
bietet eine viel höhere Sensitivität als klassische MR-Geräte",
erklärt Roland Beisteiner, "damit lassen sich auch ganz schwache
Signale in Regionen aufzeichnen, die sonst übersehen worden wären".

Die Arbeit wurde in Kooperation mit der Universitätsklinik für
Radiologie und Nuklearmedizin und anderen Universitätskliniken sowie
mit Unterstützung eines Forschungsclusters der Wiener Universitäten
(Roland Beisteiner, Tecumseh Fitch) durchgeführt und im führenden
Journal Neuroimage publiziert.

In Österreich wurde der Aufbau und klinische Einsatz der
fMRT-Methodik von der Universitätsklinik für Neurologie bereits 1992
initiiert und ausschließlich drittmittelfinanziert und in Kooperation
mit anderen Universitätseinrichtungen kontinuierlich
weiterentwickelt. So hat die Arbeitsgruppe zahlreiche Pionierarbeiten
zur Verbesserung der neurologischen Diagnostik mittels fMRT
publiziert und weltweit die ersten Arbeiten zur Verbesserung der
Hirnfunktionsdiagnostik mittels Ultrahochfeld-MR durchgeführt. Heute
ist fMRT in Österreich die wichtigste nichtinvasive Technik für die
Erforschung und klinische Darstellung von Hirnfunktionen.

Symposium zur funktionellen Bildgebung

Die Österreichische Gesellschaft für funktionelle
MagnetResonanzTomographie (ÖGfMRT) widmet sich der internationalen
Förderung neuer Techniken zur Hirnfunktionsdarstellung. Sie
veranstaltet am 12./13. Dezember 2014 ein Symposium in Graz
(www.oegfmrt.org).

Service: Neuroimage

Geißler A, Matt E, Fischmeister F, Wurnig M, Dymerska B, Knosp E,
Feucht M, Trattnig S, Auff E, Fitch WT, Robinson S, Beisteiner R.
Differential functional benefits of ultra highfield MR systems within
the language network. Neuroimage.

2014 Sep 22. pii: S1053-8119(14)00778-2. doi:
10.1016/j.neuroimage.2014.09.036.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25255049

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