• 16.10.2014, 09:52:06
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MedUni Wien eröffnet Impfambulanz für Risikogruppen

Wien (OTS) - An der Medizinischen Universität Wien eröffnet am 22.
Oktober 2014 die österreichweit erste Spezial-Impfambulanz für
Risikogruppen mit einem Tag der offenen Tür. Diese spezialisiert sich
auf PatientInnen, die aufgrund von Erkrankungen eine maßgeschneiderte
Impfbetreuung benötigen.

In der neuen Spezialambulanz am Institut für Spezifische Prophylaxe
und Tropenmedizin der Medizinischen Universität Wien werden
PatientInnen aus Risikogruppen individuell betreut. Zu solchen
Risikogruppen gehören Menschen mit Krebserkrankungen,
Autoimmunerkrankungen, mit Immunsuppressionen oder Immundefekten,
nach Transplantationen, mit Adipositas, in Schwangerschaft, mit
Allergien oder auch Menschen mit migrationsspezifischen Bedürfnissen
(viele MigrantInnen durchliefen in ihrer alten Heimat andere oder
keine Impfprogramme).

Ein geschwächter Körper braucht besonderen Schutz

Durch chronische Erkrankungen und bereits laufende Behandlungen ist
das Immunsystem oft geschwächt und diese Menschen haben ein
gesteigertes Risiko an Infektionen zu erkranken. Daher ist es
wichtig, gerade diese Personen durch Impfungen vor Infektionen zu
schützen. Gleichzeitig kann das Ansprechen auf Impfungen durch die
Schwächung des Immunsystems aber verringert sein. "Es ist unser Ziel,
diese Menschen individuell unter Einbeziehung der Grundkrankheit und
bestehenden Therapien impfpräventabel optimal zu betreuen", erklärt
Ursula Wiedermann-Schmidt, Leiterin des Instituts für Spezifische
Prophylaxe und Tropenmedizin und Ärztliche Leiterin der neu
gegründeten Ambulanz der MedUni Wien. RisikopatientInnen können hier
auch die klassischen Impfungen vor Fernreisen erhalten.

Auch Schwangere gehören zu den Risikogruppen, weil sich das
Immunsystem der Mutter auf den Schutz des ungeborenen Kindes
ausrichtet ist und dadurch anfälliger für gewisse Infektionen sein
kann. Sowohl für die Mutter, wie auch für ihr Kind ist daher ein
Schutz gegen Infektionen besonders wichtig. Impfungen wie gegen
Influenza oder Keuchhusten schützen Schwangere nicht nur vor schweren
Krankheitsverläufen, sondern es wird auch ein effektiver Nestschutz
für das Neugeborene aufgebaut.

In der neuen Spezialambulanz an der MedUni Wien wird überprüft,
welcher Impfstoff für die Betroffenen am wirksamsten und
verträglichsten ist und ob ein ausreichender Impfschutz aufgebaut
wird. Dabei wird das aktuellste wissenschaftliche Wissen angewendet
sowie neue Untersuchungen durchgeführt, um einen maßgeschneiderten
Impfplan zu erstellen. "Die individuelle Abklärung des Risikos und
der Möglichkeit von unterschiedlichen Impfbehandlungen ist
zeitaufwändig und kann im Routinebetrieb von Ordinationen und
Ambulanzen oftmals zu kurz kommen. Dazu kommt, dass es sehr wenige
Studienergebnisse zu Impfungen in diesen Risikogruppen gibt und ein
Mangel an evidenzbasierten Impfempfehlungen für die Praxis vorliegt
", beschreibt Wiedermann-Schmidt, "basierend auf unseren
Forschungsschwerpunkten in diesem Bereich kann in dieser
Spezialambulanz individuell auf die Betroffenen eingegangen und eine
ausführliche Betreuung gewährleistet werden." Es wird eine enge
Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten und Spitälern angestrebt.
"Es ist ein Angebot an die Kollegenschaft, Betroffene bei riskanten
Fällen an uns zu verweisen und/oder mit uns fachliche Rücksprache zu
halten", erläutert Wiedermann-Schmidt.

In der Impfambulanz können sich auch alle anderen Menschen gemäß des
Österreichischen Impfplans immunisieren lassen. Auch die
MitarbeiterInnen und MedizinstudentInnen der Medizinischen
Universität Wien erhalten hier die für das Gesundheitspersonal
empfohlenen Impfungen (siehe
http://www.meduniwien.ac.at/hp/tropenmedizin/ambulanz-diagnostik/).
Besonders MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen sind vielen
Infektionserregern ausgesetzt und sollen nicht nur zu ihrem eigenen
Schutz, sondern auch zu dem der PatientInnen entsprechend geimpft
sein. Damit nimmt die MedUni Wien eine Vorreiterrolle ein, der auch
andere Gesundheitseinrichtungen, Spitäler oder Universitäten folgen
sollten. Wiedermann-Schmidt weist auf die doppelte Funktion einer
Immunisierung hin: "Mit einer Impfung schützt man nicht nur sich
selbst, sondern auch alle anderen Menschen in der persönlichen
Umgebung."

Tag der Offenen Tür

Anlässlich der Eröffnung der Impfambulanz veranstaltet das Institut
für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin am 22. Oktober 2014
einen Tag der offenen Tür (Kinderspitalgasse 15, 1090 Wien,
Erdgeschoß). Ab 13.30 Uhr können sich Interessierte beraten und
impfen lassen. Auf Initiative der Österreichischen Apothekerkammer
sind die ersten 100 Influenza-Impfstoffe gratis.

Fünf Forschungscluster an der MedUni Wien

Insgesamt sind fünf Forschungscluster der MedUni Wien etabliert, in
welchen in der Grundlagen- wie klinischen Forschung vermehrt
Schwerpunkte an der MedUni Wien gesetzt werden. Die Forschungscluster
umfassen medizinische Bildgebung, Krebsforschung/Onkologie,
kardiovaskuläre Medizin, medizinische Neurowissenschaften und
Immunologie. Die Spezialambulanz am Institut für Spezifische
Prophylaxe und Tropenmedizin fällt inhaltlich in den Themenbereich
des Forschungsclusters Immunologie.

Service für Radio-JournalistInnen:

Zur Spezialambulanz gibt es O-Töne (Audio-Files) mit Ursula
Wiedermann-Schmidt, der Leiterin des Instituts für Spezifische
Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien und der Impfambulanz:
http://www.ots.at/a/OAS_20141016_OAS0001

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