• 16.10.2014, 09:47:18
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aktion leben kritisiert "egg freezing" ohne medizinische Notwendigkeit

Social Egg Freezing ist eine frauenfeindliche Lösung eines zunehmenden gesellschaftspolitischen Problems.

Utl.: Social Egg Freezing ist eine frauenfeindliche Lösung eines
zunehmenden gesellschaftspolitischen Problems. =

Wien (OTS) - Große Firmen bezahlen Frauen in den USA das Einfrieren
von Eizellen. Weibliche Mitarbeiterinnen sollen erst lange für den
Betrieb da sein und danach Kinder bekommen. Auch in Österreich wird
für das Einfrieren von Eizellen ohne medizinische Notwendigkeit
geworben. "Jungen Frauen wird vorgegaukelt, sie können unabhängig von
ihrem Alter jederzeit gebären. Wer diese Erwartungen weckt, betrügt
Frauen um ihre Chance auf Mutterschaft", stellt aktion
leben-Generalsekretärin Mag. Martina Kronthaler klar.

Niedrige Erfolgsrate der IVF und ihre Risken bleiben ausgeklammert
Jungen, fruchtbaren Frauen das Einfrieren ihrer Eizellen als Lösung
sozialer Probleme anzubieten, ist realitätsfremd und
frauenfeindlich", so die aktion leben-Generalsekretärin. Niemand
könne garantieren, dass Frauen, die ihre fruchtbare Zeit verstreichen
lassen, später mit Hilfe von tiefgefrorenen Eizellen noch Kinder
bekommen werden. "Dies als Maßnahme für Frauen zu verkaufen, verkennt
die Realität: Nur jeder fünfte bis sechste IVF-Versuch führt zur
Geburt eines Babys. Ebenso werden die Risken ausgeblendet, die mit
der In-vitro-Fertilisation für Kinder und Frauen einhergehen", betont
die aktion leben-Generalsekretärin.

Wieso sollen Frauen für politische Versäumnisse bezahlen?
Besser wäre es, an Rahmenbedingungen zu arbeiten, damit Frauen ihren
Kinderwunsch in ihren fruchtbaren Jahren verwirklichen können. Das
Angebot des "Social Freezing", wie das medizinisch nicht nötige
Einfrieren von Eizellen genannt wird, ist für junge Frauen deshalb
interessant, weil die Politik es seit Jahren versäumt, Mutterwerden
in der fruchtbaren Zeit zu ermöglichen. "Prekäre Arbeitsverhältnisse
für junge AkademikerInnen, kaum Hilfen, Ausbildung, Erwerb und
Kinderbetreuung zu vereinbaren, die mangelhafte Väterbeteiligung sind
enorme Hürden. Vor allem Frauen sehen für sich keine andere Lösung,
als das Kinderbekommen auf "bessere Zeiten" zu verschieben". "Dass
Frauen wieder einmal gesellschaftspolitische Versäumnisse mit der
Gefährdung ihrer körperlichen Integrität reparieren sollen, ist
allerdings untragbar!", betont Kronthaler.

Unnötiges Risiko für fruchtbare Frauen

"Ungewollte Kinderlosigkeit kann großes Leid bedeuten", betont die
aktion leben-Generalsekretärin. "Dieser mit der künstlichen
Befruchtung zu begegnen, kann ein Weg sein, und es ist jeder Frau und
jedem Kind zu wünschen, dass alles gut geht." Wer künstliche
Befruchtung an sich fruchtbaren Frauen anbietet, setzt sie aber
unnötig den einhergehenden Risken aus. aktion leben verweist in
diesem Zusammenhang auf die Risken der künstlichen Befruchtung für
Mutter und Kind:

Überstimulation bis Risikoschwangerschaft

Bei - je nach Quelle - einem bis zu fünf Prozent der Frauen tritt
durch die Hormonbehandlung das Überstimulationssyndrom in starker
Form auf, die Behandlung muss abgebrochen werden. In der schwersten
Form ist dies eine lebensbedrohliche Krankheit, die Nieren- bzw.
Multiorganversagen zur Folge haben kann. Verletzungen bei der
Eizellentnahme sind möglich. Tritt eine Schwangerschaft ein, gilt sie
als Risikoschwangerschaft. Vor allem die häufigen
Mehrlingsschwangerschaften sind als Risikofaktor zu nennen.
Eileiterschwangerschaften kommen vermehrt vor.

Frühgeburtlichkeit und erhöhte Fehlbildungsrate

KinderärztInnen verweisen auf vermehrte Frühgeburten nach künstlicher
Befruchtung, was zahlreiche Risken mit sich bringt. Die
Fehlbildungsrate bei der künstlichen Befruchtung ist im Vergleich zur
natürlichen Zeugung deutlich erhöht. Betroffen sind Fehlbildungen des
Herz-Kreislaufsystems, des Gastrointestinaltraktes, von Nieren und
Harnwegen sowie neurologische Störungen. Hinweise gibt es auf
Entwicklungsrückstände sowie ein erhöhtes Leukämierisiko.

Schattenseiten zu sehen ist notwendig

Martina Kronthaler: "Die Schattenseiten der künstlichen Befruchtung
zu sehen, braucht viel Mut, vor allem von Paaren mit Kinderwunsch,
die sich sehnlichst ein Kind wünschen. Auch sollen die vielen Tausend
Kinder, die mittels künstlicher Befruchtung geboren wurden und ihre
Eltern nicht verunsichert werden. Wir wünschen uns dennoch mehr
Aufklärung über die Probleme der künstlichen Befruchtung. Einerseits
ist das wichtig für Paare mit Kinderwunsch, damit sie eine gute,
tragfähige Entscheidung fällen können. Andererseits ist das notwendig
zur Meinungsbildung in der Bevölkerung, die sich letztendlich in
entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen niederschlagen", so
Kronthaler weiter.

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