• 15.10.2014, 10:16:07
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Mit Bio nachhaltig die Welternährung sichern

Eine durch hohen Input an Dünger und Pestiziden erkaufte Ertragsmaximierung ist nur von kurzer Dauer und gefährdet mittel- bis langfristig die Produktivität.

Utl.: Eine durch hohen Input an Dünger und Pestiziden erkaufte
Ertragsmaximierung ist nur von kurzer Dauer und gefährdet
mittel- bis langfristig die Produktivität. =

Wien (OTS) - Die FAO (Food and Agriculture Organisation der United
Nations) hat den Welthungertag 2014 unter das Motto "Family Farming:
Feeding the world, caring for the earth" gestellt. BIO AUSTRIA Obmann
Rudolf Vierbauch unterstreicht die Bedeutung landwirtschaftlicher
Familienbetriebe im Kampf gegen Hunger und Armut: "Bäuerinnen und
Bauern sind weltweit der beste Garant für Stabilität, Vielfalt,
Versorgungssicherheit."

Vierbauch fordert anlässlich des morgigen Welthungertages eine
ehrliche und umfassende Betrachtung der zu bewältigenden
Herausforderungen: "Der Weltagrarbericht hat bereits 2008 aufgezeigt,
dass die zentrale Frage zur Welternährung lautet: Wie kann mit den
vor Ort verfügbaren Mitteln der optimale Ernährungs-Ertrag einer
Fläche bei minimalem Ressourcenverbrauch erzielt werden?
Ernährungssicherheit und Welthunger dürfen nicht als vorgeschobene
Argumente für die Fortschreibung eines Systems dienen, das
Bodenerosion, Wasserverschmutzung, Biodiversitätsverlust und
Klimaerwärmung mitverursacht. Die Diskussion nach dem Motto
"Intensivierung schafft den Hunger ab" führt in eine Sackgasse. Zwar
hat die grüne Revolution unbestritten massive Ertragsteigerungen
gebracht, aber ebenso unbestritten schwerwiegende ökologische Schäden
verursacht. Eine im Wesentlichen durch hohen Input an Dünger und
Pestiziden erkaufte Ertragsmaximierung ist nur von kurzer Dauer und
gefährdet mittel- bis langfristig die Produktivität. Biologisch
produzierte Lebensmittel stellen eine solide Basis für die zukünftige
Ernährung der Weltbevölkerung dar."

Hunger im Überfluss

Zu den Millenniums-Entwicklungszielen (MDGs) der UNO aus dem Jahr
2000, die bis 2015 umgesetzt werden sollen, gehören u. a. die Anzahl
der von extremer Armut und Hunger betroffenen Menschen zu halbieren
sowie die Umkehr des Verlustes ökologischer Ressourcen. Am morgigen
Welternährungstag, dem 16. Oktober, sind wir von der Erreichung
dieser Ziele weit entfernt: Denn obwohl weltweit genügend Nahrung für
alle Menschen produziert wird - laut UN-Experten Ulrich Hoffmann
könnten bereits heute 12-14 Milliarden Menschen kalorienmäßig ernährt
werden - leiden laut aktuellem Welternährungsbericht der FAO im
Zeitraum von 2012-2014 weltweit 805 Millionen Menschen an Hunger.

Es fehlt primär am Zugang zu Lebensmitteln, Boden, Wasser,
standortangepassten Sorten, Infrastruktur, sozialer
Mindestabsicherung und Bildung. Gleichzeitig gehen Schätzungen
zufolge jährlich weltweit 10-20 Millionen Hektar landwirtschaftlicher
Nutzfläche als Folge konventioneller Intensivierung (durch zu
intensiven Anbau, Überweidung, Erosion, Versalzung, falsche
Bewässerung u.a.) und zunehmend auch Klimaerwärmung verloren.

Mehrertrag in Entwicklungsländern durch Bio-Landwirtschaft
Zahlreiche Studien belegen, dass das multifunktionale System der
Bio-Landwirtschaft am besten allen heute anstehenden Anforderungen in
Bezug auf Klima, Wasser und Nahrung gerecht wird. Würde
Landwirtschaft weltweit auf die biologische Wirtschaftsweise
umsteigen, könnten 35 bis 60 Prozent des globalen Zuwachses von
Treibhausgasen bis 2030 neutralisiert werden. Auch für die
Ernährungssouveränität (80 Prozent der Hungernden befinden sich laut
FAO in ländlichen Regionen, 50 Prozent sind selbst Kleinbauern)
bietet die Bio-Landwirtschaft Lösungen: Gerade Kleinbauern
profitieren von der biologischen Wirtschaftsweise durch die
langfristige Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, Unabhängigkeit von
der Agrochemie-Industrie und das Einbinden lokalen und traditionellen
Wissens. Studien belegen, dass in Entwicklungsländern durch
Bio-Landbau deutliche Mehrerträge erzielt werden können.

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