- 13.10.2014, 14:02:15
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WKÖ-Gleitsmann: Wirtschaft nimmt Verantwortung gegenüber älteren Beschäftigten wahr
WKÖ begrüßt Initiative der IV "Perspektive 50+- Best Practice Beispiele aus der Industrie"
Utl.: WKÖ begrüßt Initiative der IV "Perspektive 50+- Best Practice
Beispiele aus der Industrie" =
Wien (OTS/PWK680) - "Österreichs Unternehmen, die beispielhaft
Maßnahmen umsetzen, um ältere Arbeitnehmer länger, gesund und
produktiv im Betrieb zu halten, gehören vor den Vorhang", begrüßt
Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik in der
Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die heute, Montag, von der
Industriellenvereinigung präsentierte Broschüre für die Beschäftigung
älterer Arbeitnehmer in Industrieunternehmen. Deshalb betreibt die
WKÖ auch - gemeinsam mit der IV, der AK und dem ÖGB - die Webseite
www.arbeitundalter.at, auf der sich rund 50 österreichische Best
Practice Beispiele von Unternehmen finden, die alternsgerechtes
Arbeiten im Betrieb umsetzen sowie Informationen über Förderung und
Beratung zur Umsetzung von alternsgerechtem Arbeiten. Dass die
österreichische Wirtschaft ihre Verantwortung gegenüber den älteren
Beschäftigten wahrnimmt, belegen auch die Arbeitsmarktdaten von Ende
September 2014 erneut deutlich: Die Beschäftigung der Personen 50+
hat im September 2014 um +35.000 gegenüber dem vergleichbaren
Vorjahresmonat zugenommen. Ausschließlich in diesem Segment (der über
50 jährigen) stieg die Beschäftigung.
Aufgrund der demografischen Entwicklungen finde derzeit eine
massive Veränderung in der Altersstruktur der Beschäftigten statt, so
Gleitsmann, welche besonders seit 2013 markant hervorsticht. Schon im
Jahr 2013 profitierte ausschließlich die Altersgruppe 50+ vom
Beschäftigungsanstieg. Die Arbeitslosenquote 50+ liegt per Ende
September 2014 mit 8,1 Prozent trotz der starken Zunahme des
Arbeitskräftepotenzials nur geringfügig über der allgemeinen
Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent. "Vor dem Hintergrund des massiven
Beschäftigungsanstiegs in der Altersgruppe 50+ ist der leicht
stärkere Anstieg der Arbeitslosenquote bei der Generation 50+ eine
logische Folge. Je größer die arbeitsmarktaktive Gruppe ist, desto
mehr Personen sind von Arbeitslosigkeit betroffen", erklärt
Gleitsmann. "Ältere sind nicht häufiger von Arbeitslosigkeit
betroffen als jüngere Menschen. Werden Sie allerdings arbeitslos, so
dauert es länger, bis sie wieder eine Beschäftigung aufnehmen
können", so Gleitsmann weiter.
Die Zahlen zeigen klar, dass die Betriebe sehr viele ältere
Menschen beschäftigen. Um eine weitere Anhebung der
Beschäftigungsquote Älterer zu erreichen, müssen einerseits Maßnahmen
im Pensionssystem greifen, um ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem
Erwerbsleben zu verhindern. Denn noch immer möchte mehr als die
Hälfte aller Erwerbstätigen über 50 Jahre zum frühestmöglichen
Zeitpunkt in Pension gehen, weil es die Rechtslage ermöglicht.
Andererseits benötigen Betriebe positive Anreize, um auch mit älteren
Belegschaften international wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu zählen
eine generelle Lohnnebenkostensenkung, aber auch eine gezielte
Entlastung bei Einstellung älterer Arbeitsloser sowie eine geförderte
Beratung hinsichtlich der Umsetzung alternsgerechten Arbeitens im
Betrieb, damit möglichst viele weitere Unternehmen zur Liste der Best
Practice-Unternehmen hinzukommen.
"Hingegen wäre die Einführung einer verpflichtenden
Beschäftigungsquote, wie sie derzeit in der Diskussion rund um die
Einführung des Malus gefordert wird, bürokratisch, sachlich nicht
gerechtfertigt und ein Eingriff in die unternehmerische Autonomie.
Sie wäre gerade in der jetzigen Zeit das falsche Signal für unsere
Betriebe", warnt Gleitsmann. (ES)
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