E-Wirtschaft kritisiert steigende Regulierungswut der E-Control

Strommarkt in Österreich funktioniert und braucht keine weiteren Einschränkungen

Wien (OTS) - Scharfe Kritik kommt von Oesterreichs Energie, der Interessenvertretung der heimischen E-Wirtschaft an zusätzlichen Regulierungswünschen der E-Control. "Es ist völlig unlogisch, dass Österreichs Regulator einen Marktbericht herausgibt, der zeigt, dass sich der Wettbewerb am Strommarkt erneut verschärft hat und bei der Präsentation dieses Berichts daraus die Schlussfolgerung zieht, es müsse noch mehr Regulierung geben", erklärte Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie.

Konkret bezieht sich die E-Control dabei auf den Bericht "A Bridge to 2025" der europäischen Regulierungsbehörde CEER und bei ACER (Agency for Cooperation of Energy Regulators), bei der E-Control Vorstand Walter Boltz, Vizepräsident im Board of Regulators ist. Dort wird gefordert, die Regulierung auch auf Stromhandel, Market Coupling, Kapazitätsmärkte und andere Bereiche auszuweiten. Schmidt: "Diese massive Ausweitung der Regulierung wäre eine Gefahr für den freien Strommarkt in Europa und würde weitere hohe Bürokratiekosten bedeuten." Das stehe zudem in Widerspruch zum Regierungsprogramm, das eine Konzentration der Kompetenzen des Regulators auf seine Kernkompetenzen vorsieht. Besser wäre es, im Rahmen der europäischen Harmonisierung best practice-Modelle aus anderen Ländern aufzugreifen, anstatt die überbordende Bürokratisierung aus Österreich nach Europa zu tragen.

Strom-Wettbewerb in Österreich funktioniert

Positiv vermerkt Oesterreichs Energie die Tatsache, dass nun auch der Marktbericht der E-Control den funktionierenden Wettbewerb am heimischen Strommarkt zur Kenntnis nimmt. Es gab immer mehr Anbieterwechsel, eine steigende Tarifvielfalt und zahlreiche markgerechte Preissenkungen bei Strom. Schmidt: "Seit 2011 gab es praktisch nur noch Preissenkungen im Ausmaß von bis zu 13 Prozent.". Die Inflation ist von 2011 bis Ende 2013 dagegen um fünf Prozent gestiegen und die Löhne und Gehälter in Österreich um durchschnittlich sechs Prozent. Österreichs Strompreise liegen mit einem Gesamtpreis für Haushaltskunden von durchschnittlich 20,2 Cent im Mittelfeld vergleichbarer Länder, obwohl die Steuerbelastung überdurchschnittlich hoch ist. Schmidt: "Hätten wir Energiesteuern wie in Großbritannien, würde der heimische Strompreis mit 14,5 Cent zu den billigsten in Europa zählen."

Über Oesterreichs Energie

Oesterreichs Energie vertritt seit 1953 die gemeinsam erarbeiteten Brancheninteressen der E-Wirtschaft gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Als erste Anlaufstelle in Energiefragen arbeiten wir eng mit politischen Institutionen, Behörden und Verbänden zusammen und informieren die Öffentlichkeit über Themen der Elektrizitätsbranche.

Die rund 140 Mitgliedsunternehmen erzeugen mit knapp 21.000 Mitarbeitern mehr als 90 Prozent des österreichischen Stroms und betreiben die Transport- und Verteilnetze Österreichs. Die Stromproduktion der Mitglieder von Oesterreichs Energie erreichte 2013 rund 65 Milliarden Kilowattstunden, davon 65 Prozent aus nachhaltiger Wasserkraft.

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