• 01.10.2014, 09:34:51
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Folgen von Asbest - Neues Labor zur Erforschung von Rippenfellkrebs eingerichtet

Wien (OTS) - Die gesundheitsschädigenden Wirkungen von Asbest führten
in den letzten Jahren zu einer Zunahme von
Rippenfellkrebserkrankungen. Ein neues interdisziplinäres
Forschungslabor am Comprehensive Cancer Center der MedUni Wien und
des AKH Wien soll hier zu wissenschaftlichen Fortschritten in der
Behandlung führen.

Am Comprehensive Cancer Center Vienna der MedUni Wien und des AKH
Wien gibt es seit einigen Jahren eine interdisziplinäre
Forschungskooperation mit Fokus auf translationale thorakale
Onkologie. Forschungsschwerpunkt ist neben Lungenkrebs vor allem das
Pleuramesotheliom (Rippenfellkrebs). Michael Grusch vom Institut für
Krebsforschung der Med Uni Wien dazu: "Bis vor kurzem galt das
Pleuramesotheliom als seltene Erkrankung. Das ändert sich leider
gerade. Eine der Hauptursachen für das Entstehen der Krankheit ist
Asbest. Durch die lange Inkubationszeit der Krankheit treten jetzt
erst die Schäden zu Tage, die vor 20, 30 Jahren entstanden sind. Eine
seriöse Studie prognostiziert, dass bis 2029 in Europa 250.000
Menschen an Rippenfellkrebs sterben werden."

Thoraxchirurg Mir Alireza Hoda: "Was uns zu denken gibt, ist, dass
wir vermehrt junge PatientInnen zwischen 30 und 50 Jahren sehen.
Früher waren hauptsächlich Menschen über 65 Jahre betroffen." Das
Pleuramesotheliom wird mit einer Kombination aus Chemotherapie,
Chirurgie und Strahlentherapie behandelt. Hoda: "Unser Ziel ist es,
Marker für das Mesotheliom zu finden und personalisierte
Behandlungsansätze zu entwickeln. Noch gibt es keine, aber sie würden
uns helfen, die entsprechenden Therapien für die jeweiligen
PatientInnen auszuwählen." Das könnte den Therapieerfolg entscheidend
verbessern, denn zurzeit beträgt das durchschnittliche Überleben nach
der Diagnose rund neun bis zwölf Monate.

Die Zusammenarbeit zwischen der klinischen Abteilung für
Thoraxchirurgie der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien
und des AKH Wien und dem Institut für Krebsforschung der MedUni Wien
im Rahmen des Comprehensive Cancer Centers (CCC) Vienna besteht seit
fünf Jahren. Mit einer Reihe von Toppublikationen und einer
einzigartigen Zellkulturbank konnte das ambitionierte ExpertInnenteam
auch international auf sich aufmerksam machen. Seit kurzem gibt es
nun ein eigenes Forschungslabor, das im
Anna-Spiegel-Forschungsgebäude angesiedelt ist: das Labor für
Translationale Thorakale Onkologie.

Erste thorakale Tumorzellbank

Um Rippenfellkrebs besser verstehen zu lernen, haben die Mitglieder
des Labors eine der weltweit größten Zellkulturbanken auf diesem
Gebiet geschaffen. Dabei werden sowohl Blut- und Gewebeproben
gesammelt als auch Zellkulturen angelegt. Das ermöglicht den
WissenschafterInnen umfangreiche funktionelle Untersuchungen von
Proteinen und Genen. Molekularbiologe Balazs Hegedüs: "Unsere Arbeit
ist sehr breit aufgefächert. Wir bearbeiten von der Genetik bis zur
Beurteilung von Therapien alle Aspekte der Erkrankung. So können wir
Erkenntnisse aus der Klinik nun im Labor überprüfen und umgekehrt die
Ergebnisse der Grundlagenforschung unmittelbar in der Klink anwenden.
Es gibt bei uns also keine Trennung zwischen Grundlagenforschung und
klinischer Forschung. Das gewährleistet einen fruchtbaren Boden für
Neuentwicklungen."

Internationale Erfolge

Die Ergebnisse der ForscherInnen können sich auch im internationalen
Vergleich sehen lassen. Zahlreiche Publikationen in Top-Journalen,
einige erfolgreich eingeworbene Grants und Preise sowie
Forschungskooperationen belegen, wie produktiv die Gruppe ist. Dabei
legt man Wert auf internationale Kooperationen, zum Beispiel mit den
Universitäten von Sydney, Zürich, Zagreb, Budapest oder Phoenix,
Arizona. Walter Klepetko, Leiter der Abteilung für Thoraxchirurgie,
dazu: "Durch unsere Arbeit haben wir es geschafft, unser Haus
international sichtbar zu machen und als kompetentes
Schwerpunktzentrum zu positionieren. Unser Ziel ist es, der
Ansprechpartner für Rippenfellkrebs in Zentral- und Osteuropa zu
werden. Die steigende Zahl der nationalen und internationalen
PatientInnen zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

Krebsforschungslauf am 4. Oktober

Die Teilnahme am von der Initiative Krebsforschung veranstalteten
Krebsforschungslauf dient dem persönlichen Engagement im Kampf gegen
den Krebs. 2013 versammelten sich mehr als 3.000 TeilnehmerInnen und
zahlreiche FreundInnen und Familienangehörige zum gemeinsamen Laufen.
Die Einnahmen des letzten Jahres in Höhe von über 70.000 Euro kamen
gänzlich innovativen Forschungsprojekten an der MedUni Wien im Kampf
gegen den Krebs zugute. Der Krebsforschungslauf findet am 4. Oktober
2014 von 10 bis 14 Uhr auf dem Gelände des Universitätscampus "Altes
AKH" statt. www.initiative-krebsforschung.at/krebsforschungslauf

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