GLOBAL 2000 und Greenpeace: Ein Jahr Teilverbot von drei Neonicotinoiden

Totalverbot aller für Bienen gefährlichen Pestizide in Österreich gefordert

Wien (OTS) - Nachdem heute vor einem Jahr das EU-weite Teilverbot von drei für Bienen gefährlichen Neonicotinoiden in Österreich in Kraft getreten ist, fordern GLOBAL 2000 und Greenpeace weitere Schritte in Richtung Bienenschutz. "Österreichische Bio-Betriebe zeigen ganz klar, dass gesunde, pestizid-freie Lebensmittel ganz ohne Chemiekeulen auskommen. Eine sinnvolle Fruchtfolge und angemessene Sortenwahl sowie der Einsatz von nicht-chemischen Alternativen zur Schädlingsbekämpfung sind der Schlüssel zu einer zukunftsfähigen Landwirtschaft", ist Huem Otero, Landwirtschaftssprecherin von Greenpeace, überzeugt.

Am 1. Oktober 2013 ist in Österreich das von der Europäischen Kommission geforderte zweijährige Teilverbot der Neonicotinoide Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam in Kraft getreten. Die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte zuvor inakzeptable Risiken für Bienen und andere bestäubende Insekten festgestellt. Neonicotinoide gefährden nicht nur Bestäuber, sondern auch Wasserorganismen, Regenwürmer und Vögel, wie eine kürzlich erschienene Studie der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) belegt. "Erschreckend ist, dass die Toxizität dieser Pestizide für die meisten Arten gar nicht bekannt ist. Wir wissen zu wenig über diese Pestizide, doch das was wir wissen, ist erschütternd. Das Ausmaß, in dem Pestizide heute in der Landwirtschaft eingesetzt werden, schädigt nicht nur Bienen, Hummeln und Vögel, sondern auch unsere Böden und Wasservorräte. Selbst in hunderte Meter tiefe Gesteinsschichten können diese Ackergifte schon vordringen, wie unsere Mineralwasser-Tests unlängst gezeigt haben", stellt Helmut Burtscher, Umweltchemiker von GLOBAL 2000, fest.

Totalverbot aller für Bienen gefährlicher Pestizide gefordert
Die Umweltschutzorganisationen setzen sich deshalb für eine Umverteilung der Förderungen ein: weg von chemieintensiver industrieller Landwirtschaft hin zu ökologischen Methoden. "Bundesminister Andrä Rupprechter muss sich für ein Totalverbot aller für Bienen gefährlicher Pestizide in Österreich und auf europäischer Ebene einsetzen. Darüber hinaus braucht es einen Fahrplan zur flächendeckenden Einführung einer sinnvollen Fruchtfolge, die sich vor allem im Maisanbau als bestes Mittel gegen Schädlinge bewährt hat. Österreich muss Vorreiter im Bienenschutz werden", so Otero und Burtscher abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Huem Otero, Landwirtschaftssprecherin Greenpeace, Tel.: +43 (664) 192 55 74 huem.otero@greenpeace.org
Helmut Burtscher, Umweltchemiker GLOBAL2000, Tel.: +43 (699) 142 000 34 helmut.burtscher@global2000.at
Christine Gebeneter, Pressesprecherin Greenpeace, Tel.: +43 (664) 857 45 98 christine.gebeneter@greenpeace.org
Karin Nakhai, Pressesprecherin GLOBAL2000, Tel.: +43 (699) 142 000 20 karin.nakhai@global2000.at

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