- 30.09.2014, 16:53:47
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"Geh auf den Strich, das lohnt sich in deinem Alter"
In der Jugendarbeit tätiger Pfarrer twittert auf anonymem Account homosexuelle Neigungen
Utl.: In der Jugendarbeit tätiger Pfarrer twittert auf anonymem
Account homosexuelle Neigungen =
Wien, (OTS) - Pater P. aus NÖ hat seltsame Vorlieben. Neben
intensivem Bierkonsum am Oktoberfest pflegt er zwei Twitteraccounts:
Auf jenem der Pfarrgemeinde postet er Belange der Pfarrgemeinde, auf
dem anderen (zwischenzeitlich gelöscht) geht er seinen privaten
Neigungen nach. Diese erscheinen bedenklich, geht es doch bei den
krassesten Tweets um "Stricherdienste": einem offensichtlichen
jugendlichen Burschen empfiehlt er, als Stricherjunge zu arbeiten.
Gerne reimt er auch: "Mark, der treibt`s im Park" und viele weitere
zweideutige Tweets, meist an junge Burschen mit homosexueller Neigung
gerichtet. Auch das Foto eines Buben mit nacktem Oberkörper und
umgehängtem Kreuz postet Pater P. ungeniert. Nun hat sich ein
besorgter Vater aus der betroffenen Gemeinde an die Plattform
"Betroffene Kirchlicher Gewalt" gewandt, "denn wir haben in unserer
Gemeinde sehr viele Ministranten und auch meine Kinder kommen einmal
in dieses Alter".
Zuvor war Pater P. Religionslehrer in einer niederösterreichischen
Volksschule. Er ist vor allem in der Kinder- und Jugendarbeit tätig.
Über sich selbst postet der Göttweiger Benediktiner und Absolvent des
St. Pöltner Priesterseminars auch schon mal: "Fohlen mit
Schlappschwanz. Kann nicht mehr" und stellt seinen jugendlichen
Tweetpartnern schlüpfrige Fragen: "wenn du schwul wärst, mit wem
dann?".
Kirche lässt in der Jugendarbeit jede Sorgfaltspflicht
vermissen
"Wir vermuten hier jedenfalls den Missbrauch eines
Autoritätsverhältnisses", erklärt Sepp Rothwangl von der Plattform
Betroffener Kirchlicher Gewalt. "Nach all den Missbrauchsskandalen
ist es unfassbar, dass die Kirche ganz offensichtlich keinerlei
Sorgfalt bei der Auswahl jener Geistlichen, die mit Kindern arbeiten,
walten lässt." Der Staat dürfe nicht länger akzeptieren, dass die
Kirche in den Schulen derart veranlagte Religionslehrer zulässt.
"Allein schon die im Twitter Account zelebrierte Verherrlichung der
Trinkgelage (Tweet: "knackevoll durch die Nacht") am Oktoberfest ist
für einen Religionslehrer inakzeptabel", bekräftigt Rothwangl. Auch
der zuständige Bischof Küng sei informiert worden "bis jetzt wurden
jedoch keine nennenswerten Maßnahmen getroffen" so Rothwangl. Die
Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt fordert aus aktuellem
Anlass, dass der Kirche die personelle Entscheidungsmacht über die
Religionslehrer aberkannt werden müsse. Wichtig wären auch
unabhängige psychologische Eignungstests aller Kinder- und
Jungendseelsorger. Außerdem bedankt sich Rothwangl bei jenen
couragierten BürgerInnen, die sich an die Plattform wandten. "Nur
durch hinschauen und ansprechen kann verhindert werden, dass die
Kirche Missbrauch as usual vertuscht", schließt Rothwangl.
Weitere Infos: www.betroffen.at
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