• 30.09.2014, 09:26:06
  • /
  • OTS0028 OTW0028

Landau appelliert für mehr Solidarität und Mitmenschlichkeit mit Flüchtlingen

Caritas-Chef begrüßt Einigung auf einheitliche Mindeststandards in der Grundversorgung, fordert Erhöhung der Tagsätze und sieht Chance "auf nachhaltige Abkehr vom Florianiprinzip".

Utl.: Caritas-Chef begrüßt Einigung auf einheitliche
Mindeststandards in der Grundversorgung, fordert Erhöhung der
Tagsätze und sieht Chance "auf nachhaltige Abkehr vom
Florianiprinzip". =

Wien (OTS) - Im Vorfeld des heutigen Asylgipfels im Bundeskanzleramt
appelliert Caritas Präsident Michael Landau an die Solidarität und
Mitmenschlichkeit der verantwortlichen PolitikerInnen von Bund,
Ländern und Gemeinden: "Wir haben in Österreich eine reiche
humanitäre Tradition, für die wir auch im Ausland immer wieder viel
Beachtung fanden", betont Landau. "Dieser humanitären Tradition
sollten wir jetzt und in Zukunft gerecht werden. Tun wir wirklich
schon alles, was wir tun könnten? Wir, das heißt Österreich und auch
Europa, tun viel. Aber nicht so viel, wie es uns selbst manchmal
scheint. Ja, Österreich ist ein kleines Land. Doch gerade als kleines
Land können wir Größe zeigen. Die Menschen in diesem Land wissen, wie
das geht: Sie haben es bereits mehrfach während der Ungarn- oder der
Bosnienkrise unter Beweis gestellt." Und so Landau weiter: "Der Krieg
in Syrien und im Nordirak ist die größte humanitäre Katastrophe der
Gegenwart - ein Krieg der mehrere Millionen Menschen zu Verfolgten
und Vertriebenen macht. Dieser Krieg sollte in unserem Land einen
Schulterschluss der Solidarität und Mitmenschlichkeit zur Folge
haben."

Landau verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Bundeshauptstadt
Wien, die sich zuletzt bereit erklärt hat, zusätzliche
Kriegsflüchtlinge an zwei Standorten zu beherbergen. "In den
vergangenen Wochen und Monaten konnte man immer wieder den Eindruck
gewinnen, unter BürgermeisterInnen und Landeshauptleuten ist ein
skurriler Wettkampf entstanden, wer seine BürgerInnen am besten vor
Schutzsuchenden schützt. In Wien wurde dieser Wettkampf mit der
Aufnahme zusätzlicher Flüchtlinge nun glücklicherweise für beendet
erklärt. Dafür danke ich Bürgermeister Michael Häupl ausdrücklich.
Und ich würde mir wünschen, dass andere Bundesländer dem Beispiel der
Bundeshauptstadt folgen und mehr Menschen, die in ihrer alten Heimat
von Krieg, Folter und Tod bedroht sind, bei sich aufnehmen", so
Landau. "Signale, wie sie zuletzt etwa auch in Bundesländern wie
Salzburg, Tirol oder der Steiermark wahrnehmbar waren, machen
zuversichtlich, dass eine nachhaltige Abkehr vom Florianiprinzip
möglich ist." Niemand ist damit gedient, wenn Menschen, die in ihrer
Heimat Schreckliches durchlebt haben, unversorgt auf die Straße
gestellt werden. Ein Mindestmaß an Schutz ist ein Gebot der
Menschlichkeit. Und unter Verweis auf die jüngsten Aussagen von Papst
Franzsikus hält Landau fest: "Die Globalisierung der Migration
erfordert auch eine Globalisierung der Nächstenliebe und der
Zusammenarbeit - das gilt im Kleinen zwischen Bundesländern ebenso,
wie für ganze Staaten etwa innerhalb der Europäischen Union."

Landau nützt die Gelegenheit im Vorfeld des Asylgipfels auch, um
weitere Reformen im heimischen Asylbereich einzufordern. "Es ist zu
begrüßen, wenn sich die Bundesländer zuletzt auf einheitliche
Standards in der Grundversorgung geeinigt haben. Ich würde mir
wünschen, dass nun auch eine Erhöhung der Tagsätze im Bereich der
Grundversorgung angegangen wird und es endlich Bewegung beim Zugang
zum Arbeitsmarkt für AsylwerberInnen gibt. Gerade, wenn es um die
Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen geht, reichen
die vorhandenen Mittel bei weitem nicht aus, um eine kindgerechte und
qualitätsvolle Betreuung sicherzustellen", so Landau abschließend.
Derzeit stellt die Caritas in ganz Österreich Quartiere für mehr als
2800 Asylwerber im Rahmen der Grundversorgung zur Verfügung. Rund
6500 Menschen werden zusätzlich mobil von der Caritas betreut - 1400
davon allein in Niederösterreich. Gemeinsam mit Pfarren und Klöstern
sollen nun weitere Quartiere geschaffen werden.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | CAR

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel