• 29.09.2014, 19:42:01
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DER STANDARD Kommentar: "Sparen beim Bundesheer: Länderverteidigung" von Conrad Seidl

ET 30.09.2014

Utl.: ET 30.09.2014 =

Wien (OTS) - Dem Tiroler Landeshauptmann, der im schönen Städtchen
Zams daheim ist, die Pontlatz-Kaserne quasi vor der Nase zusperren zu
wollen, würde auch dann als Provokation aufgefasst werden, wenn
Günther Platter nicht ein Vorgänger von Verteidigungsminister Gerald
Klug gewesen wäre. Umso mehr wird sich Platter wehren - und mit ihm
die Landes- und Gemeindepolitik; der zuständige Bürgermeister hat
schon protestiert.

Dass in der Pontlatz-Kaserne nur zwei Kompanien stationiert sind (der
restliche Teil des Jägerbataillons 23 liegt jenseits des Arlbergs in
Bludesch) und diese Klein-Garnisonen extrem ineffizient sind, kratzt
Lokalpolitiker nicht - nicht in Tirol, nicht in Vorarlberg und auch
nicht im Burgenland. Dessen Landeshauptmann Hans Niessl erklärt allen
Ernstes: "Die wichtigste Aufgabe ist eine Katastrophen-Hilfsgarantie
des Österreichischen Bundesheers gegenüber der Republik Österreich
und dem Burgenland."

Und rechnet flugs die Kosten der Luftraumüberwachung gegen die Kosten
der Militärmusik auf, der er lieber lauscht als dem Dröhnen der
Eurofighter. Die Verfassung weist der Landesverteidigung aber andere
Inhalte zu: "Ihre Aufgabe ist es, die Unabhängigkeit nach außen sowie
die Unverletzlichkeit und Einheit des Bundesgebietes zu bewahren,
insbesondere zur Aufrechterhaltung und Verteidigung der
immerwährenden Neutralität." Von einer Verteidigung der teuren
Länderinteressen steht da aus gutem Grund nichts.

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