• 26.09.2014, 10:01:01
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Regierungsklausur: Soziales Netz muss gerade dann halten, wenn man es am meisten braucht

Armutskonferenz: In Zukunft investieren, Konjunktur nicht abwürgen, Überfluss besteuern, Schwächen des Sozialstaats korrigieren, Stärken optimieren.

Utl.: Armutskonferenz: In Zukunft investieren, Konjunktur nicht
abwürgen, Überfluss besteuern, Schwächen des Sozialstaats
korrigieren, Stärken optimieren. =

Wien (OTS) - "Um die Abwärtsspirale zu verhindern ist auch zukünftig
ein ausreichendes Angebot an Hilfsangeboten und sozialen
Dienstleistungen notwendig", erinnert die Armutskonferenz den
Finanzminister & den Bundeskanzler anlässlich der heute beginnenden
Regierungsklausur an ihre Verantwortung. "Wenn an diesen Stellen
gekürzt wird, verschlechtern sich die Chancen aus der Armut
herauszukommen weiter. Gerade für jene, die es sich nie gedacht
hätten, dass sie einmal von Armut betroffen sein werden, sind
Unterstützung und Hilfe wichtig, um möglichst rasch wieder Fuß fassen
zu können."

"Das soziale Netz muss gerade dann halten, wenn man es am meisten
braucht", so die Armutskonferenz. "Dort zu kürzen, bedeutet
Armutsrisken zu erhöhen, statt Armut nachhaltig zu bekämpfen. Die
Armutskonferenz erinnert die österreichische Bundesregierung an ihre
im Rahmen der Europa-2020-Strategie eingegangene Verpflichtung, die
Armut in den nächsten Jahren um mindestens 20% zu reduzieren".

Soziale Ungleichheiten nach Krisen größer

Die soziale Ungleichheit wird in und nach Wirtschaftskrisen größer,
wie der renommierte britische Sozialwissenschafter Tony Atkinson
anhand von vierzig Wirtschaftskrisen beobachtet hat. Der World Wealth
Report, Weltbank und die Datensätze des Ökonomen Thomas Pikettys
berichten bereits wieder von einem Anstieg des Reichtums der
Reichsten um 5%, bei gleichzeitiger Armut und Arbeitslosigkeit. "Wir
sehen eine zunehmende Ungleichheit innerhalb der Arbeitseinkommen und
gleichzeitig eine wachsende Schere durch wieder steigende
Vermögenseinkommen bei wenigen ganz oben.", so die Armutskonferenz.

Um wachsender sozialer Polarisierung gegenzusteuern, drängt die
Armutskonferenz darauf, Übericht zu bewahren und mehrere zentrale
Ziele im Auge zu behalten. Jetzt wird entscheidend sein, die
Konjunktur nicht abzuwürgen. Dann geht es darum, die Nachfrage nicht
zu demolieren, besser noch sie zu erhöhen; besonders nach
gesellschaftlich sinnvollen Gütern und Dienstleistungen. Weiters
zeichnet sich eine vorausschauende Politik darin aus, in
Zukunftssektoren zu investieren; in jene Bereiche, die
gesellschaftlich und volkswirtschaftlich entscheidend werden. Und
schließlich muss auf die gerechte Verteilung von Belastungen geschaut
werden. Das bedeutet gerade nicht, dass jeder gleich viel zur
Budgetkonsolidierung beitragen muss, so die Armutskonferenz, deren
Mitgliedsorganisationen 500.000 Hilfesuchende im Jahr betreuen und
unterstützen.

In die Zukunft investieren - Bildung, Schule und
Kinderbetreuung

"Es muss europaweit richtig investiert werden und von den Profiteuren
der letzten Jahre, den obersten 10 Prozent, ein entscheidender
Beitrag zu den Krisenkosten einverlangt werden", fasst die
Armutskonferenz zusammen. Das heißt: "In die Zukunft investieren mit
Bildung, Forschung, Kinderbetreuung und Pflege, Konjunktur nicht
abwürgen, Jobs schaffen, Schwächen des Sozialstaats korrigieren,
seine Stärken optimieren. Wer sozialer Polarisierung mit all ihren
negativen Folgen für die ganze Gesellschaft gegensteuern will, muss
nicht nur für die Stabilisierung des Finanz- und Bankensektors
eintreten, sondern auch für die Stabilisierung des sozialen
Ausgleichs."

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