• 24.09.2014, 12:26:57
  • /
  • OTS0145 OTW0145

Gesundheitspolitscher Herbst: Die Prioritäten des Ärztepräsidenten (2)

Primärversorgung: Einigung vor dem Sommer

Utl.: Primärversorgung: Einigung vor dem Sommer =

Wien (OTS) - Wechselberger unterstrich die Forderung der Ärztekammer
nach einem Ausbau der Primärversorgung im Rahmen der Gesamtverträge
mit den Sozialversicherungen. Dabei sei auf die bestehenden
Strukturen niedergelassener Allgemeinmediziner und Fachärzte
zurückzugreifen. Dies entspricht im Übrigen den Ergebnissen einer
Einigung, die nach erheblichen Irritationen der Ärzteschaft zwischen
der Österreichischen Ärztekammer und dem Gesundheitsministerium vor
dem Sommer erzielt wurde. Übereinstimmung konnte auch in folgenden
weiteren Punkten erreicht werden:

- Die neue Primärversorgung ist auf Basis von Gesamtverträgen
zwischen Sozialversicherungen und Ärztekammern umzusetzen.

- Bestehende allgemeinmedizinische und auch fachärztliche
Ordinationen werden nicht aufgelöst und/oder in die neue Struktur der
Primärversorgung überführt. Auch künftig sollen Hausärzte und
Fachärzte in der traditionellen Form arbeiten können. "Dieser
flexible Zugang sorgt für Kontinuität, was im Sinne der Patienten
ist", so Wechselberger.

- Die in der Primärversorgung angestrebte intensivere Zusammenarbeit
von Ärzten und nichtärztlichen Gesundheits- und Sozialberufen in den
verschiedensten Organisationsformen (z.B. Primärversorgungszentren)
hat unter der medizinischen Leitung des Arztes zu erfolgen.

- Die Hausärzte werden gestärkt, ohne damit den grundsätzlich freien
Zugang zu niedergelassenen Fachärzten zu beschränken.

- Die neue Form der Primärversorgung soll die existierenden
Ordinationen unterstützen und ergänzen, aber nicht ersetzen. Dies ist
nach Meinung des Ärztepräsidenten auch absolut notwendig, denn um
wieder auf das Versorgungsniveau des Jahres 2000 zu kommen, benötigt
Österreich zusätzliche 1300 Kassenstellen.

Um das erklärte Ziel der Gesundheitsreform - die nachhaltige
Entlastung der Spitäler und der Spitalsärzteschaft - zu erreichen,
rief der Ärztepräsident weitere notwendige Maßnahmen in Erinnerung:

- Die gesetzliche Ermöglichung aller modernen und praktikablen
ärztlichen Zusammen-arbeitsformen (attraktive Gruppenpraxismodelle,
Time-sharing, unbürokratische Vertretungsmöglichkeiten, Anstellung
von Ärzten).

- Bildung regionaler Netzwerke mit lokalen Allgemeinmedizinern und
Fachärzten, aber auch mit nichtärztlichen Leistungsanbietern.

- Neue Bereitschaftsdienstformen zur Entlastung der niedergelassenen
Allgemeinmediziner und zur Verbesserung der Work-Life-Balance.

- Übernahme des Haus- und -Vertrauensarzt-Modells der ÖÄK in die neue
Primärversorgung

- Ausweitung der spitalsentlastenden Kassenleistungen.

- Bereitstellung eines ausreichenden Angebotes nichtärztlicher
Gesundheitsleistungen (Krankenpflege, medizinisch-technischer Dienst,
Physiotherapie, Logopädie et) durch die Sozialversicherungen. Diese
Verpflichtung der Krankenkassen hätte es schon bisher gegeben, sie
wurde allerdings nicht wahrgenommen, wie Wechselberger kritisierte.

- Konsequenter Bürokratieabbau in Spital und Niederlassung.

- Verbindliche Prüfung aller Reformen auf ihre
Verwaltungsverträglichkeit.
(ms) (Forts.)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NAE

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel